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Friseurhandwerk

Digitale Anmutung in Arbeits- und Ausbildungsumgebung involvieren

Digitalisierung im Friseurhandwerk – Podiumsdiskussion beim Digitalgipfel 2018 – Vorstellung vom „Digital Hairdresser“

Was passiert, wenn sich Experten zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Digitalisierung im Mittelstand versammeln? Spannende Einblicke gaben fünf baden-württembergische Unternehmen auf dem diesjährigen Digitalgipfel. Mit dabei auch Peter Gress, der in seinem Vortrag über „Digital Hairdresser“ nicht nur neue Möglichkeiten für das Friseurhandwerk eröffnete, sondern auch Klartext zur Generation Z sprach. 

Dass die Digitalisierung gerade auch im Handwerk Chance und Herausforderung zugleich ist, darüber weiß Peter Gress, Geschäftsführer von Gress Friseure Esslingen, genug zu berichten. Und auch darüber, dass er von vielen Friseurkollegen noch immer mit einem Kopfschütteln beobachtet wird: „Was willst du denn beim Friseur digitalisieren? Mit dieser Frage werde ich oft konfrontiert. Doch wer nicht jetzt rechtzeitig darüber nachdenkt, der verbaut sich seine Zukunft.“ Denn gerade Auszubildende und Bewerber für Lehrstellen sind zwischen 16 und 20 Jahren alt und gehören zur Generation Z. Gress: „Die sind mit einem digitalem Daumen auf die Welt gekommen – und genau diese jungen Menschen will und muss ich doch erreichen.“ 

Hohe Abbrecherquote in der Branche 

Gress bemängelt, dass in der Friseurbranche immer noch viele Salonbetreiber ihren Auszubildenden „Tätigkeiten von gestern mit Methoden von vorgestern beibringen“. Dass die Abbrecherquote in der Branche sehr hoch sei, wundere ihn nicht. Gress: „Meine Aufgabe als Unternehmer und Ausbilder ist es also, darüber nachzudenken, wie ich die digitale Anmutung in meine Arbeits- und Ausbildungsumgebung involvieren kann. Wenn mir das nicht gelingt, habe ich eines Tages keine Azubis mehr.“
Das Interesse am Friseurberuf lässt bereits heute kontinuierlich nach. 2017 gab es eine Halbierung der Interessenten im Vergleich zu 2006. Die Quote der Abbrecher lag bei knapp unter 40 Prozent. Doch wie ist es möglich, Friseurbetriebe davon zu überzeugen, dass sie schon mittendrin in der Digitalisierung stecken? Wie sensibilisieren und Hilfestellung geben? Wie dazu animieren, sich dem Thema zu öffnen, um wirtschaftlich nicht abgehängt zu werden? 

Digitale Technologien einbinden

Als Erfinder des „Digital Hairdresser“ hat Peter Gress nun ein System geschaffen, in dem alle digitalen Aktivitäten rund um den Friseurberuf zusammenlaufen. Er hält Handreichungen bereit, wie digitale Technologie in der Imagebildung, der Administration und der Friseurausbildung eingebunden werden kann – und sollte. Gress: „Einen Sprung nach vorn haben die Lernumgebungen in virtuellen 3D-Welten gemacht – im Vergleich zu den Vorjahren haben sie sich verdreifacht. Hierzu haben sicherlich die allgemeine Aufmerksamkeit für Virtual Reality und die Verbesserung von VR- und AR-Systemen beigetragen.“ Nun müssten die Friseurbetriebe nachlegen, um der Digitalisierung der Wirtschaft noch mehr Tempo zu verleihen – insbesondere im Handwerk. 

Informationen zum Digitalgipfel 2018 

Mehr als 1000 Besucher hatten sich in der Stuttgarter Carl Benz Arena eingefunden, um mehr über die branchenübergreifende Digitalisierungsoffensive zu erfahren. Im Rahmen der Initiative Wirtschaft 4.0 hatte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau eingeladen. Auch die ausgewählten zehn regionalen Digitalisierungszentren „Digital Hubs“ wurden beim Gipfel bekannt gegeben. Sie sollen zukünftig insbesondere die mittelständische Wirtschaft in der Fläche des Landes auf dem Weg in die digitalisierte Zukunft unterstützen. Das Land Baden-Württemberg investiert in den Aufbau der regionalen Digital Hubs insgesamt rund zehn Millionen Euro.

(Redaktion)


 


 

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