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Gestaltungswettbewerb Handwerk NRW

DesignTalente

DesignTalente, das sind junge Handwerkerinnen und Handwerker aus Nordrhein-Westfalen, die mit ihren Arbeiten ein besonders hohes Gestaltungsniveau bewiesen haben.

Eins, eins, eins: Mit „Patiencen“ wieder an die Spitze gesprungen

DesignTalente: Arnsberger Fotografin und Fotodesignerin Laura Boucsein setzt schwierige Themen gekonnt ins Bild.

DesignTalente, das sind junge Handwerkerinnen und Handwerker aus Nordrhein-Westfalen, die mit ihren Arbeiten ein besonders hohes Gestaltungsniveau bewiesen haben. Alle zwei Jahre gibt es den gleichnamigen Wettbewerb, der aus dem Gestaltungswettbewerb Junges Handwerk NRW hervorgegangen ist und damit eine bereits lange Tradition aufweist. Jetzt ist es wieder soweit: Vom kommenden Samstag an zeigen die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen Wettbewerb ihre ausgewählten bzw. ausgezeichneten Werke im renommierten Düsseldorfer NRW-Forum.

Mit dabei ist auch die Arnsbergerin Laura Boucsein. Sie ist ausgebildete Fotografin und hatte sich  nicht zum ersten Mal für die Teilnahme an der Ausstellung und um einen der Preise des Wettbewerbs beworben. Das ist zwar schon der Rede wert, reicht aber sicher noch nicht aus, als Aufmachergeschichte hier gedruckt zu werden. Laura Boucsein hat etwas geschafft, das es in der mehr als fünfzigjährigen Geschichte des Wettbewerbs noch nicht gegeben hatte: Sie schaffte es gleich drei Mal hintereinander mit ihren Arbeiten in die Ausstellung aufgenommen zu werden und dazu wurde sie noch dreimal hintereinander als Preisträgerin vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Laura Boucsein begann ihre bereits beeindruckende Karriere nach dem Abitur 2002 mit der Ausbildung zur Fotografin bei fotografie Anneser in Arnsberg, an die sich das Studium an der Fachhochschule Bielefeld im Bereich Fotografie und Medien anschloss. In dieser Zeit absolvierte sie ein Auslandstrimester am London College of Communication ebenso wie sie bei der Bildredaktion des ZEITmagazin in Berlin hospitierte und in der Bildredaktion bei wissenmedia/Bertelsmann mitarbeitete. Die Teilnahme an Wettbewerben war ebenso selbstverständlich wie erfolgreich: zweiter Platz im Praktischen Leistungswettbewerb, Preisträgerin beim Deutschen Jugendfotopreis, Teilnahme am Projekt „Close Up!“ der Berlinale und nun zum dritten Mal „DesignTalent“.

Mit dem Zitat von Henri Cartier-Bresson „Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher, das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“ Beginnt die Website der Fotografin, die mit der jetzt ausgezeichneten Arbeit „Patience“ ihr Studium zur Diplom-Fotodesignerin in Bielefeld abgeschlossen hat. Nicht nur die erfolgreichen Wettbewerbsarbeiten bei den DesignTalenten unterstreichen diesen Leitsatz: „Toter Raum“, die Fotoserie, die 2007 ausgezeichnet wurde, thematisiert eine Leichenhalle, ein Krematorium, eine Pathologie, einen Operationssaal und einen Leichenkeller. Keine leichte Kost ist das für den Betrachter. Die Bilder sind von hohem ästhetischen Anspruch geprägt, aber eben nicht gefällig. Sie verdichten sich erst mit der Erfahrung, mit den Gedanken und Gefühlen des Betrachters zum endgültigen Produkt. Das macht sie besonders im Erleben.

Auch die Reihe „Transit“ lebt aus diesem Spannungsfeld. „Meine Arbeit beschäftigt sich mit Zwischenräumen. Schulhöfe sind Räume, die nur zeitlich begrenzt genutzt werden für den Durchgangsverkehr der Schüler und Lehrer. So wie Transitpassagiere an Flughäfen. Schulhöfe sind kein Ort, wo man lange und entspannt verweilt. Man bleibt hier nur solange wie nötig. Nach dem letzten Klingeln leert sich der Schulhof ein weiteres Mal. Es bleibt, was bleibt“, sagt Laura Boucsein zu ihrem Bilderzyklus, der 2010 die Jury der DesignTalente überzeugte.

Nun ist es eine „Patience“, für die die Fotodesignerin ausgezeichnet wird. Laura Boucsein: „,Patience’ erzählt von einem Leben, einer Liebe , einem Krieg, einer Familie und einer Trennung durch den Tod. Zukunft gibt es seit dem Tag im August vor 24 Jahren nicht mehr. Das Leben und die Erinnerungen werden verwaltet, gesammelt und akribisch archiviert, um kein Stück davon zu vergessen und es für die Nachwelt festzuhalten. 

So leben die Erinnerungen in den Gedanken weiter.“ Es ist die persönliche Rekonstruktion der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, ihrer Großeltern. Alte Fotografien, alte Dias, Reproduktionen von Objekten und neue Fotografien bilden gemeinsam ihren Kartenstapel, aus dem sie ihre „Patience“ zu einer künstlerischen Fotoarbeit zusammengefügt hat. Betrachten kann man die Buch gewordene „Patience“ auch auf Laura Boucseins Internet-Homepage.

Wer die rund 100 Seiten durchblättert wird mit hineingezogen in ein fremdes Leben. Von Seite zu Seite verliert sich zunehmend das Gefühl der Distanziertheit und man glaubt zusehends, die Personen zu kennen. Gleichzeitig eröffnet die Fotodesignerin dem Auge des Betrachters ein Fenster in dessen eigene Familie, in deren ureigene Welt und damit in eine meist noch nicht erzählte Historie voller Geschichten. 

(Redaktion)


 


 

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