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Grundstückswerte

Gutachterausschuss legt Grundstücksmarktbericht 2014 vor

Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben oder sein Traumhaus bauen möchte, sollte stets im Hinterkopf haben: Bis zum Einzug muss viel Geld investiert werden. Um dieses nicht in den Sand zu setzen, lohnt es sich, den Wert der Immobilie und die Marktlage kritisch zu prüfen.

Wichtige Anhaltspunkte können diejenigen finden, die einen Blick in den jährlich aktualisierten Grundstücksmarktbericht werfen. Die Ausgabe 2014, die über die Marktlage in Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel und Wetter informiert, liegt jetzt druckfrisch vor. Grundlage für das umfangreiche Zahlenwerk, das auch Boden- und Immobilienrichtwerte nennt, sind Kaufverträge, die 2013 geschlossen worden sind. Diese wurden vom Gutachterausschuss ausgewertet. Berücksichtigt werden dabei Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken.

"2013 haben wir 2.027 Kaufverträge erhalten. Diese dokumentieren einen Gesamtumsatz von 336,6 Millionen Euro. Flächenmäßig wechselten 521,7 Hektar den Besitzer. Diese Informationen sind ausreichend, damit wir die regionale Umsatz- und Preisentwicklung darstellen und über das Preisniveau informieren können", freut sich Jürgen Wagenbach, Vorsitzender des Gutachterausschusses, über den Beitrag des Gremiums zur Transparenz auf dem Grundstücksmarkt.

Bei den verkauften Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau (115) verzeichnet der Bericht einen Preisanstieg. Durchschnittlich wurden 2013 für den Quadratmeter 230 Euro bezogen auf ein 590 Quadratmeter großes Grundstück gezahlt, 2012 waren es 220 Euro gewesen. Dies bedeutet einen durchschnittlichen Preisanstieg von rund 5 Prozent, der in weiten Teilen auch bei der Aktualisierung der so genannten Bodenrichtwerte berücksichtigt wurde. Bodenrichtwert-Spitzenreiter im Ennepe-Ruhr-Kreis bleibt Herdecke. "Am Ahlenberg" sind bei einer Grundstückgröße von 1.000 Quadratmetern 300 Euro/Quadratmeter zu zahlen.

Für Verkauf von Immobilien verzeichnete der Gutachterausschuss im Vergleich der Jahre 2013/2012 rückläufige Zahlen. So wechselten mit 526 Ein- und Zweifamilienhäusern 43 weniger den Besitzer. Bei den Eigentumswohnungen lauten die Vergleichszahlen 538 (2013) zu 589 (2012). Mit Blick auf die Preise heißt es im Bericht: "Für freistehende Einfamilienhäuser wurden je nach Baujahr zwischen 164.000 und 342.000 Euro (2012 160.000 bis 344.000 Euro) gezahlt. Für eine neue, unterkellerte Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenendhaus waren es durchschnittlich 270.000 Euro (2012 295.000)." Spitzenreiter ist hier die Stadt Hattingen mit einem durchschnittlichen Preis von 295.000 Euro bei einer Wohnfläche von rund 130 Quadratmetern.

Einen deutlichen Preissprung gab es beim mittleren Preis für Neubaueigentumswohnungen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 89 Quadratmetern kostet ein Quadratmeter 2.260 Euro und damit 60 Euro mehr als im Vorjahr. Ähnlich verläuft der Trend bei Altbauwohnungen. Aktuell kosten Wohnungen der Baujahre 1980 bis 1989 im Durchschnitt 1.220 Euro/Quadratmeter Wohnfläche. Dies entspricht einem Plus von 30 Euro. "Preisabweichungen nach oben oder unten ergeben sich natürlich durch Lage, Ausstattung und Alter der jeweiligen Wohnung", macht Wagenbach deutlich. Die höchsten Preise für neue Eigentumswohnungen wurden in Gevelsberg, Hattingen und Herdecke erzielt.

Wer ein Grundstück kaufen oder verkaufen möchte, als Gutachter eine Bewertung vornehmen muss oder für die Erbschafts- und Schenkungssteuer nach Anhaltspunkten für einen angemessenen Preis für den Quadratmeter Boden sucht, der kann auf die neuen Bodenricht- und Immobilienrichtwerte zurückgreifen. Unter www.boris.nrw.de sind für das Kreisgebiet ohne Witten rund 900 Werte für individuellen und Geschosswohnungsbau, für gewerblich genutzte Grundstücke sowie für land- und forstwirtschaftliche Flächen zu finden.

Stichwort Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis Der Ausschuss, der mit Ausnahme von Witten für alle Städte im Kreis zuständig ist, hat sich am 12. Juni 1961 konstituiert. In der Anfangszeit standen neben dem Erstellen von Gutachten der Aufbau der Kaufpreissammlung und die Ableitung der Bodenrichtwerte für die kreisangehörigen Städte im Vordergrund. Bis heute wurden mehr als 1.500 Gutachten geschrieben und für die Zeit ab 1986 29 Grundstücksmarktberichte veröffentlicht.

Die Mitglieder des Gutachterausschusses werden von der Bezirksregierung Arnsberg für fünf Jahren bestellt. Sie kommen vorwiegend aus den Fachbereichen Architektur, Bau- und Immobilienwirtschaft, Bankwesen, Land- und Forstwirtschaft sowie Vermessungs- und Liegenschaftswesen. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich. Weitere Einzelheiten über Aufgaben, Zusammensetzung und Angebote des Gutachterausschusses sind im Internet unter www.gutachterausschuss.en-kreis.de zu finden.

(Redaktion)


 


 

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