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So arbeitet das Nachbarland

Auszubildende aus dem französischen Handwerk

Die Jugendlichen – in diesem Jahr kamen 25 – arbeiteten in umliegenden Betrieben mit. Das Ziel ist für alle Gruppen, die ins andere Land reisen, gleich: Die eigene Berufswelt aus einer anderen Warte erleben, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, je nach Gewerk auch neue Techniken erlernen.

Bekannt und ungewohnt – so arbeitet das Nachbarland

Austausch: Auszubildende aus dem französischen Handwerk arbeiteten zwei Wochen in Arnsberger Betrieben mit und lernten ihren eigenen Beruf aus einer anderen Warte kennen.

Anthony verdanken die Kunden die leckeren Croissants – die mit dem buttrigen Geschmack und dem locker-blättrigen Teig. Seit vier Jahren verwendet die Arnsberger Bäckerei Kemper sein Rezept. Zwei Jahre später buk Pierre Jean mit seinen deutschen Kollegen ein Mandelgebäck, das seither sehr beliebt ist. Die jungen Franzosen kamen über den deutsch-französischen Lehrlingsaustausch in die Backstube. Traditionell nimmt die Bäckerei Kemper daran teil.

Von Thomas Lemonnier stammt die neueste Errungenschaft: „Pain poolish“, ein Weizenbrot, das mit einem Starterteig aus etwas Hefe, lauwarmem Wasser und Mehl angesetzt wird und nach ausgiebiger Ruhezeit als krustiges Stangenbrot mit porig-weichem Inneren aus dem Ofen kommt. Wie es den Kunden schmeckt, wird sich noch zeigen. Thomas Lemonnier war erst Anfang Oktober in der Bäckerei Kemper

Alle zwei Jahre sind französische Auszubildende aus dem Handwerk für knapp zwei Wochen zu Gast in Südwestfalen. Die Kammer in Arnsberg organisiert im Wechsel mit ihren zwei Partner-Handwerkskammern in den Städten Annecy und Chambéry diese Aufenthalte.

Die Jugendlichen – in diesem Jahr kamen 25 – arbeiteten in umliegenden Betrieben mit. Das Ziel ist für alle Gruppen, die ins andere Land reisen, gleich: Die eigene Berufswelt aus einer anderen Warte erleben, neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, je nach Gewerk auch neue Techniken erlernen.  

Thomas Lemonnier zum Beispiel musste früher aus den Federn als gewohnt. Hier stand er um vier Uhr in der Backstube. In Frankreich fangen die Bäcker erst morgens um fünf Uhr an. 

Er war aber sicher: „Man gewöhnt sich an die Zeit.“ Viele Maschinen in der Backstube kannte er, aber nicht alle. Besonders neugierig war er auf die Brezeln, und mit seinen 16 Jahren kann er zuhause von sich sagen: Ich habe schon Sauerteigbrot gebacken.  

An der Arnsberger Schloßstraße arbeitete Mathieu Pepin, der Fleischer lernt. Er fand, die Maschinen sind eine große Hilfe. In Frankreich wird fast alles, auch schwere Arbeit, von Hand erledigt. „Cool“ fand er die Arbeitszeiten in der Fleischerei Mevenkamp. In Frankreich arbeiten Metzger bis abends. Hier ist nachmittags Schluss, wenn die Tagesarbeit erledigt ist. Dass man Fleischsorten in der Wurst mischt, war ungewohnt für den 15-Jährigen. Die Wurst schmeckte ihm, obwohl er sich manchmal mit dem Probieren schwer tat, wie Gast-Ausbilder Peter Hübner verriet. Auch hier war Mathieu Pepin nicht der erste Praktikant. Geselle Hübner und seine Kollegen schätzen die Zeit mit den Gästen. „Wenn man selber nicht im Ausland war, hat man so doch Gelegenheit, andere Techniken kennenzulernen“, meint Hübner und nennt ein Beispiel: „Die Franzosen sind viel genauer beim Fleischauslösen. Bei uns soll es eher schnell gehen.“ 

Auf gewohntem Terrain bewegten sich die beiden
Kfz-Auszubildenden Eddy Chaffard und Florian Godoy im Autohaus Jost. Die Arbeit unterscheidet sich kaum, die Maschinen kennen sie. „Motoren funktionieren überall gleich“, brachte es Werkstattleiter Joachim Biermann auf den Punkt. So konnten die beiden mithelfen, wo gerade gearbeitet wurde – genau wie Samir Ounzar zwei Häuser weiter in der Tischlerei Beleke. „Er kann sehr viel, versteht sehr schnell, worum es geht“, war Tischlergeselle Thomas Geißler angetan von dem jungen Kollegen auf Zeit.  

Zum Austausch gehörte auch ein Rahmenprogramm: ein Ausflug in die Dortmunder DASA, Aktivitäten am Feierabend, und vor der Abreise ein Empfang im Alten Rathaus in Arnsberg. „Die Resonanz war durchweg positiv“, fassten Winfried Deimel und Dirk Cordes, die Organisatoren bei der Handwerkskammer Südwestfalen, die Erfahrungen zusammen. 

„Die Betriebe haben sich eingesetzt. Für alle waren die zwei Wochen eine schöne Zeit.“ 

(Redaktion)


 


 

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