Weitere Artikel
Handwerk Südwestfalen

Fast 1 Million Euro für die Digitalisierung in der Ausbildung fließt nach Arnsberg

Bildungsstaatssekretär Rachel übergibt Bewilligungsbescheide aus dem Sonderprogramm Digitalisierung an das Berufsbildungszentrum und die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt

Arnsberg (hwk).

Notebook, Tablets, Smart-Home-Technologie oder intelligente Steuerelektronik – hier kommt digitale Technik zum Einsatz. Diese Anwendungen verändern den Berufsalltag und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen – auch in der Ausbildung. Damit die Digitalisierung in der überbetrieblichen Ausbildung schneller und gezielter vorankommt, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein vierjähriges Sonderprogramm zur Digitalisierung in den Berufsbildungsstätten aufgelegt. Davon profitieren auch zwei Arnsberger Bildungsstätten: Das Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen und die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt Arnsberg (GLW).

Zur Übergabe der Bewilligungsbescheide kam heute der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel MdB in das bbz Arnsberg. Im Gepäck hatte er die Zusage für fast 1 Million Euro: Davon fließen rund 480.000 Euro in das bbz der Handwerkskammer und rund 445.000 Euro in die GLW.

„Die Digitalisierung ist eine Zukunftsaufgabe. Wir müssen die mit ihr verbundenen Chancen aufgreifen und modernste Technik bereits in die berufliche Ausbildung integrieren. Es ist schließlich genau diese Ausbildung, die den Grundstein für die Qualifizierung unsere Fachkräfte von morgen legt“ betonte Bildungsstaatssekretär Rachel. „Wir unterstützen daher die Bildungszentren dabei, ihre Ausbildung auf die künftige Entwicklung in der Arbeitswelt 4.0 auszurichten. Von einer Ausbildung mit modernster Technik profitieren alle Beteiligten: Für die jungen Menschen steigern wir die Attraktivität der dualen Ausbildung. Mit modernem Gerät vertraute Auszubildende wiederum kommen den Betrieben der Region zugute.“

Einen Eindruck, wo die Mittel eingesetzt werden, bekam Rachel bei einem Rundgang durch die geförderten Fachbereiche des bbz in Arnsberg.

So werden beispielsweise für die überbetriebliche Ausbildung der Kfz-Mechatroniker neue Diagnosegeräte angeschafft, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektroniker lernen demnächst moderne Kommunikationstechnik zur Vernetzung der Gebäudetechnik kennen. „Außerdem investieren wir auch in Notebooks, Tablets, interaktive Whiteboards und Schweißgeräte mit digitaler Steuerelektronik“, ergänzte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der HwK Südwestfalen, Christoph Dolle. Er betonte, wie wichtig eine moderne Ausstattung bei der überbetrieblichen Ausbildung sei, um gezielt die Bedürfnisse der Betriebe und des Marktes zu bedienen. Damit werde zudem ein Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet. „Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass unsere eingereichten Fördermaßnahmen komplett bewilligt wurden und wir damit unserem Anspruch an eine zukunftsorientierte Ausbildung einmal mehr gerecht werden können.“

Diese Ziele verfolgt auch die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt in Arnsberg, wie Geschäftsführer Karsten Hömann darstellte: „Wir möchten eine digitale Lern- und Arbeitswelt für die Auszubildenden der Metall- und Elektroindustrie abbilden.“ Daher sei die geplante Investition ein „sehr wichtiger Baustein“ für die überbetriebliche Qualifikation von Auszubildenden innerhalb der Entwicklung einer Industrie 4.0. Geplant ist es, unter anderem CNC-Drehmaschinen mit Roboter oder digitale Schweißgeräte anzuschaffen sowie in die Elektropneumatik und Steuerungstechnik zu investieren. Zusammen mit den Investitionen werden auch die Lern- und Übungseinheiten methodisch-didaktisch überarbeitet.

Mit dem Sonderprogramm werden bis 2019 bis zu 84 Mio. Euro zusätzlich bereitgestellt für die Digitalisierung in der Ausbildung der Fachkräfte. Die beiden Bildungsstätten in Arnsberg sind hier mit vorn dabei gewesen und können daher bereits im ersten Jahr Bewilligungen für die Anschaffung digitaler Ausstattung erhalten.

Stichwort überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung ist ein bewährter Baustein im dualen System. Je höher die Anforderungen an die Fachkräfte sind, desto schwieriger ist es für die einzelnen Betriebe, alle notwendigen Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dies gilt vor allem für die kleinen und mittleren Betriebe, die mehr als zwei Drittel aller Jugendlichen im dualen System ausbilden. Daher wurden in vielen Berufszweigen überbetriebliche Bildungsstätten eingerichtet, die die im Betrieb und in der Berufsschule stattfindenden Ausbildungen durch praxisnahe Lehrgänge ergänzen.

bbz Arnsberg

Im bbz Arnsberg findet die überbetriebliche Unterweisung in 19 Berufen des Handwerks statt. Jährlich kommen durchschnittlich 6000 Teilnehmer aus dem gesamten Kammerbezirk – dazu gehören der Hochsauerlandkreis, die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe sowie der Märkische Kreis – nach Arnsberg. Die überbetriebliche Ausbildung während der Lehrzeit beträgt – abhängig vom Beruf – zwischen drei und 32 Wochen.

Gemeinschafts-Lehrwerkstatt Arnsberg GmbH

Die GLW bildet Azubis in ca. neun Hauptberufen der Metall- und Elektroindustrie aus, pro Jahr sind es ca. 2.000 Teilnehmer. Sie kommen aus Betrieben, die in den Kreisen Soest und dem Hochsauerland angesiedelt sind. Auch bei ihnen dauert die überbetriebliche Ausbildung rund drei bis 12 Monate im ersten Ausbildungsjahr. Im weiteren Verlauf der Ausbildung steht den Auszubildenden ein berufsspezifisches Lehrgangsangebot zur Verfügung.

(Redaktion)


 


 

Arnsberg
Betrieb
Digitalisierung
Arnsberger Bildungsstätten
Fachkräfte
Gemeinschafts-Lehrwerkstatt
Bewilligungsbescheide
Handwerk Südwestfalen
Technik

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ausbildung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: