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Handwerk Südwestfalen

Heimisches Handwerk mit neuen Rekordwerten

Fachkräfte und Berufsnachwuchs dringend gesucht

Rekordwerte für die wirtschaftliche Entwicklung meldet das südwestfälische Handwerk vor dem Beginn des Sommerhalbjahres. „Die jetzt ermittelten Indizes1 sind außerordentlich: Die Geschäftsentwicklung für Südwestfalen2 liegt bei 145 Zählern. Entsprechend positiv sind auch die Werte für die Auftragsentwicklung mit 136 und für die Umsatzentwicklung mit 135 Punkten. Die noch im Herbst erwartete Seitwärtsbewegung der Handwerkskonjunktur in Südwestfalen hat eindeutig nicht stattgefunden“, betont Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen.

Fast alle Branchen im Aufwind

Spitzenreiter sind wie schon früher die Ausbauhandwerke. Dem stehen die Bauhandwerke trotz der saisonalen Widrigkeiten kaum nach. Vor allem der private Sektor, aber auch der gewerbliche Sektor treiben diese Handwerksbereiche an.
Fast gleichauf liegen die Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Bei ihnen machte sich die gestiegene industrielle Nachfrage positiv bemerkbar. Einzig die Leistungspreisentwicklung trübt ein wenig das Bild. Der Preisdruck von Seiten der Nachfrager ist immens.
Wieder auf der Beschleunigungsspur sind die heimischen Betriebe des Kfz-Handwerks. Die Bremsspuren durch den Diesel-Skandal im Handelsbereich wurden durch die Werkstattkomponente erneut kompensiert. Dass in der Mobilitätsbranche zuversichtlich in die Zukunft geschaut wird, zeigt die positive Investitionsentwicklung.

Überwiegend gut ist die Lage bei den Nahrungsmittelhandwerken. Umsatz-, Auftrags- und Leistungspreisentwicklung verzeichnen Spitzenwerte. Die Kunden legten in den vergangenen Monaten wieder mehr Wert auf handwerkliche Qualitätsprodukte.
Schwach entwickelt haben sich in den zurückliegenden sechs Monaten die Gesundheitshandwerke, Stichwort Verdrängungswettbewerb, und die Handwerke für den privaten Bedarf.

Insgesamt bestätigen die dokumentierte Entwicklung und die Erwartungen des heimischen Handwerks die aktuellen Aussagen der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute, die vor wenigen Tagen ihre Prognose für 2018 und das folgende Jahr sogar leicht angehoben haben. Ob der Gipfel der Entwicklung in Sicht oder bereits erklommen ist, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls wurde seit der Wiedervereinigung kein vergleichbarer Boom im südwestfälischen Handwerk verzeichnet – weder in der Dauer, noch in der Ausprägung. Das bedeutet aber auch, dass die Luft für die atmende Wirtschaft zunehmend dünner wird.

Weniger Bürokratie führt zu mehr Erfolg

Nicht zuletzt trägt dazu auch die weiter zunehmende Belastung mit bürokratischen Aufgaben bei. Art und Umfang der Auskunfts- und Dokumentationspflichten binden wichtige Personalressourcen in den Betrieben. Hier ist die Politik gefordert, den entstandenen und leider weiter zunehmenden Wildwuchs auf ein wirklich notwendiges Maß zurückzustutzen.

Fachkräftebedarf kann nicht mehr gedeckt werden

In allen Handwerksgruppen bleibt die Beschäftigungsentwicklung deutlich hinter den Erfordernissen der Betriebe zurück. Der Fachkräftemangel hat inzwischen überall seine Visitenkarte abgegeben. So trifft die Nachfrage nach Fach- und auch nach Nachwuchskräften auf einen praktisch leergefegten Arbeitsmarkt, was die Betriebe auch an einer deutlicheren Expansion hinderte. Die Entwicklung der Altersstruktur in der Gesellschaft spielt dabei ebenso eine Rolle wie die seit Jahrzehnten propagierte Akademisierung, die dem jetzigen Fachkräftemangel ebenfalls die Bahn bereitet hat. Die verstärkten Anstrengungen der Betriebe bei den Investitionen zielen gleichermaßen auf Effizienzsteigerung sowie im Zulieferbereich auf die Produktionsausweitung.

Handwerkskammer kämpft verstärkt um Fachkräftesicherung

Die intensive Arbeit des Teams Fachkräftesicherung der Handwerkskammer Südwestfalen für die Wertschätzung einer Karriere im heimischen Handwerk und zur Nachwuchsrekrutierung wird mehr und mehr existenziell wichtig für die Wirtschaftsgruppe Handwerk. Damit unterstützt die Kammer nachhaltig die deutlichen Anstrengungen der Mitgliedsbetriebe. Nicht unterschätzt werden dürfen in diesem Zusammenhang die Kosten, die im Bereich Human Resources für die Betriebe entstehen. Kompetenzerwerb und -erhaltung stehen dabei in direktem Zusammenhang mit den investiven Aktivitäten.

(Redaktion)


 


 

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