Weitere Artikel
Handwerk

Wandergeselle holte sich Kreissiegel

Drei Jahre und einen Tag auf der Walz – Öffentliche Verkehrsmittel tabu

Kreis Soest (kso.2014.08.12.356.fg). In Kluft und mit Schlapphut sprach der Wandergesellen Henning fremder Zimmerer aus Hohenwestedt in Schleswig-Holstein im Soester Kreishaus bei Kreisdirektor Dirk Lönnecke „zünftig um das Kreissiegel“ für sein Wanderbuch vor. Der stellvertretende Verwaltungschef erfüllte den Wunsch, schwang persönlich den Stempel und spendierte dem Zimmermann ein Essen in der Kantine.

Er gehört der Gesellenvereinigung bzw. dem Freier Begegnungsschacht (FBS) an. Der FBS ist ein Zusammenschluss von reisenden und einheimischen Handwerksgesellen mit abgeschlossener Gesellenausbildung in einem traditionellen Handwerksberuf. Mindestens drei Jahre und einen Tag ist er auf der Walz und kommt während dieser Zeit seinem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer. Diesen alten Brauch pflegen deutschlandweit rund 300 bis 400 Gesellen. In dieser Zeit legt der Wandergeselle seinen Namen ab.

Öffentliche Verkehrsmittel sind bei der Wanderschaft tabu, ebenso wie die Übernachtung in Hotels oder Pensionen. Die Wandergesellen sind daher auf Gastfreundschaft angewiesen und wissen nie, wo sie abends ihr Lager aufschlagen.

Die Gesellen sollen auf der Walz ihrer Zunft alle Ehre machen und einen vernünftigen Eindruck hinterlassen. Wer auf Wanderschaft geht, darf daher keine laufenden Verpflichtungen, keine Schulden, nicht Frau und Kind und auch kein Vorstrafenregister haben. Ein guter Leumund ist Grundvoraussetzung.

(Redaktion)


 


 

Wandergesellen
Walz
Wanderbuch
Gesellen
Kreissiegel

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wandergesellen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: