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Handwerk schließt Wachstumslücke

Konjunkturumfrage mit guten Ergebnissen für Südwestfalen

Auf der Sonnenseite sind vor allem die Betriebe, die den Endkunden ansprechen. Das Thema Gebäudesanierung und -modernisierung steht noch immer ganz oben. Hiervon profitierten die Ausbauhandwerke, besonders der Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich sowie die Tischler.

„Das Handwerk profitiert vom Sprung der Konjunktur in Richtung Wachstum. Der Wirtschaftsmotor Deutschland brummt wieder. Die Exporte steigen deutlich an, die Beschäftigtenzahl nimmt zu“, sagt Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen. „Unsere Konjunkturumfrage belegt, dass das wirtschaftliche Niveau aus Zeiten vor der Finanz- und Wirtschaftskrise in manchen Bereichen wieder erreicht wurde, in anderen wird es wahrscheinlich während der Sommermonate geschehen. Die Wachstumslücke wird derzeit geschlossen.“

Die Lagebeurteilung und die Prognose für die Handwerkskonjunktur in Südwestfalen sind gut. Der Klimaindex für die Geschäftslage, d. i. die Summe der Betriebe, die von einer guten oder befriedigenden Geschäftsentwicklung sprechen, ist mit 88,2 Prozent um 16,3 Punkte höher als vor Jahresfrist. Auch lassen die Werte für die erwartete wirtschaftliche Entwicklung mit 91,2 Prozent eine weitere Belebung der Handwerkskonjunktur erwarten. Mathematisch auf einen rechnerischen Normalwert von 100 Punkten bezogen, steht das Handwerk mit jetzt 119,2 Punkten erstmals wieder besser da als vor der Krise. Vergleichbare Werte wurden zuletzt während des „Wiedervereinigungs-Booms“ vor rund 20 Jahren erreicht. 

Auch die als Zulieferbetriebe tätigen Unternehmen, mehrheitlich im Märkischen Kreis und im Kreis Olpe angesiedelt, verzeichnen eine deutliche Verbesserung der Lage, sie konnten ihr Potenzial aber noch nicht wirklich ausschöpfen. Hieraus erklärt sich, dass vor allem der Märkische Kreis noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat.

Auf der Sonnenseite sind vor allem die Betriebe, die den Endkunden ansprechen. Das Thema Gebäudesanierung und -modernisierung steht noch immer ganz oben. Hiervon profitierten die Ausbauhandwerke, besonders der Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich sowie die Tischler. Auch machte sich bei diesen Hand-werksbetrieben die Fortdauer der Aufträge aus den Konjunkturprogrammen bemerkbar, die 2010 noch zu Ende gebracht wurden.

Im Kfz-Handwerk hat sich die Lage nach dem Wegfall der Abwrackprämie wieder normalisiert. Die aktuelle Einschätzung ist zudem auf den guten Verlauf des Werkstattgeschäfts gegründet. Durch den Aufschwung hat die Verunsicherung der Verbraucher nachgelassen und die Problematik der Leasingrückläufer drückt nicht mehr so stark auf die Unternehmen, die Mittel- und Oberklassemodelle anbieten und/oder stark im Flottengeschäft engagiert sind. 

Im Nahrungsmittelhandwerk ist ein hoher Anteil der Betriebe zufrieden mit seiner Situation. Am besten stehen derzeit die Bäcker und die Konditoren da. Für die Fleischereien sieht es noch nicht so gut aus, allerdings liegen deren Umfragewerte im Frühjahr erfahrungsgemäß immer niedriger. Der Blick auf die Erwartungen hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den kommenden Monaten zeigt, dass die Nahrungsmittelhandwerke mit einer weiteren Erholung der Geschäftslage rechnen.

Für den Aufschwung in Deutschland gibt es aber auch Gefahren: Da ist zuerst die immer noch schwelende Finanzkrise im Euroraum. Hinzu kommen drohende Rohstoffverteuerungen als Folge der Unruhen im Maghreb und schließlich die Entwicklung in Japan. Ein weiteres Fragezeichen ergibt sich durch die zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der Energiepreise. Sollten es zu weiteren Teuerungen kommen, müssen die Betriebe mit höheren Kosten kalkulieren. Andererseits ist die größte Energiequelle die Energieeinsparung – passiv durch Dämmmaßnahmen z. B. und aktiv durch den Einsatz intelligenter Technologien. Die Realisierung beider Ansätze ist ohne das Handwerk nicht möglich.

(Redaktion)


 


 

Meinolf Niemand
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