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Medienzentrum plant Kinoseminare

Diskussion über Nazi-Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ Auftakt

„Hitlerjunge Quex“ stammt aus einer Reihe von Vorbehaltsfilmen die die Friedrich-Wilhelm-Murnau- Stiftung in Wiesbaden hütet. Die Murnau-Stiftung sammelt das filmische Kulturerbe Deutschlands seit der Erfindung des sich bewegenden Bildes durch die Brüder Lumière im Jahr 1895.

Kreis Soest (kso.2010.06.14.251.hjg). Michael M. Kleinschmidt, Medien- und Religionspädagoge aus Köln, stellte im Soester Schlachthofkino Schülern der 9. und 10. Schuljahre des Conrad-von-Soest-Gymnasiums engagiert und mit viel Respekt vor dem Medium Film den Nazi-Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ vor. Solche Kinoseminare will das Kreis-Medienzentrum (Schulungs- und Beratungszentrum für Lern- und Unterrichtsentwicklung) künftig häufiger veranstalten.
„Das haben wir mit dem Dozenten Kleinschmidt verabredet“, erläutert Hans-Jürgen Garn, Leiter des Medienzentrums. „Das Schlachthofkino unter der Leitung von Thomas Zedler steht uns auch bei den weiteren Veranstaltungen als zuverlässiger Partner zur Seite.“

„Hitlerjunge Quex“ stammt aus einer Reihe von Vorbehaltsfilmen die die Friedrich-Wilhelm-Murnau- Stiftung in Wiesbaden hütet. Die Murnau-Stiftung sammelt das filmische Kulturerbe Deutschlands seit der Erfindung des sich bewegenden Bildes durch die Brüder Lumière im Jahr 1895. Diese Filme unterliegen wegen ihrer kriegsverherrlichenden, rassistischen, antisemitischen oder volksverhetzenden Inhalte der NS-Propaganda bis auf den heutigen Tag den Einschränkungen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). So dürfen diese Filme nur in geschlossenen Bildungsveranstaltungen mit sachkundiger Einführung aufgeführt werden.

Rund 40 dieser Vorbehaltsfilme gibt es im dortigen Archiv und sie dürfen nicht kommerziell ausgewertet werden. Einzig mit Pädagogen wie Michael M. Kleinschmidt gelangen sie zur Aufführung. Mit vielen Originalzitaten erklärt Kleinschmidt die Entstehung der NS- Propagandafilme. Allein 1.200 Filme produzierten die Nazis in den zwölf Jahren ihrer Macht. Jedes Jahr kamen also rund 100 Filme in die Kinos, die das Volk auch unterhalten und somit vom Ernst der Lage ablenken sollten.

„Hitlerjunge Quex“ sollte die Jugendlichen für die Hitlerjugend werben. In diesem Film stehen sich kommunistische Jugendverbände und Hitlerjugend gegenüber. Heini findet die Hitler-Jugend, die als ehrbar, vom Mittelstand geführt und einem neuen nationalen Deutschtum ergeben dargestellt wird, und das in einer für Jugendliche attraktiven Form: Lagerfeuerromantik, Heldentum, Heldentod. Viel attraktiver als die mafiös dargestellte kommunistische Jugendszene. Heini, Sohn eines Kommunisten, lässt sich auf die Seite der Hitlerjugend ziehen und verrät einen geplanten kommunistischen  Anschlag. Dies verzeihen ihm die Kommunisten nie und er wird beim Verteilen von Wahlplakaten erschossen. Von der damaligen Prüfstelle wurde dieser Film als „künstlerisch besonders wertvoll“ eingestuft.

(Redaktion)


 


 

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