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Der Deal, der Deutschland erschüttert

Der Frühjahrsputz in Mark Zuckerbergs Portokasse beschert den Zeitungen Leser. Hoffen sie zumindest. Mir persönlich langt’s – was geht app?

Vor kurzem hat es wirklich noch Spaß gemacht, morgens bei der ersten Tasse Kaffee einmal quer durch die Tagespresse zu lesen. Bis Mark Zuckerberg die Portokasse aufmachte und sich einen Messenger gönnte. Für unglaubliche 19.000.000.000 Dollar. Hätte er mal lieber noch ein bisschen gewartet, ab und zu sind die Apps im Store kostenlos ;-)

Seitdem der Megadeal bekannt wurde, überschlagen sich reißerischen Meldungen rund um WhatsApp , Facebook, Threema & Co. Und … was um alles in der Welt ist überhaupt Threema? Klingt so nach Supermarktkette, entpuppt sich aber bereits auf den zweiten Blick als die angeblich ultimative Geheimwaffe im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner.

Ja - sicher soll er sein, dieser Messenger und zu alledem kommt er aus der Schweiz. Dem Land, in dem wir schon immer das eine oder andere in Sicherheit gebracht haben. Ein bisschen wundert es mich ja schon, dass die Schweizer so punktgenau „zur rechten Zeit am rechten Ort“ waren und in Windeseile gefühlt das halbe Internet von der hohen Qualität und Sicherheit ihrer WhatsApp-Alternative überzeugen konnten, ohne dass diese überhaupt bewiesen war.

Genau genommen mussten sie das aber noch nicht einmal selbst tun, denn die deutsche Presse ist sich einig: „Übernahme durch Facebook: Viele WhatsApp-Nutzer erwägen Wechsel „ oder „5 Gründe, warum Sie jetzt WhatsApp löschen sollten“ oder „ Stiftung Warentest: Threema ist die sicherste WhatsApp Alternative“. Die Lobeshymnen sind endlos. Und wie gesagt: bewiesen ist nichts. Macht aber nichts. Der Presse-Goldregen in Verbindung einer guten Portion deutscher Hysterie und Paranoia ist zumindest für die Entwickler in Zürich ein guter Deal. Wenn das „Marketing“ war, Hut ab.

Dreißig Prozent, also neun Millionen Deutsche wollen nach einer Umfrage den Anbieter wechseln. Aus Sicherheitsgründen. Sie bleiben aber bei Facebook, googlen fröhlich weiter und nutzen auch in Zukunft die vielen tollen Microsoft Services. Sicherheit - Ja ne is klar.

Wenn die Lemminge sich wieder beruhigt haben, wird alles sein wie immer. Ein paar sind gegangen. Der Rest bleibt. Ist ja auch logisch: was nützt mir die tollste Schweizer Hochsicherheits-App, wenn anschließend niemand mehr da ist, mit dem ich Ende-zu-Ende-verschlüsselt und NSA-sicher über die Banalitäten des Alltags chatten kann?

In diesem Sinne … schönes Wochenende!

Ihr Jens Schlüter

(Redaktion)


 


 

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