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Shopping im Neuland: darf’s auch etwas mehr sein?

„Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Dieser Satz kam mir gerade wieder in den Sinn, als ich in der FAZ las: „Viele Online-Shopper kaufen mit Smartphone ein“.

Viele? Spätestens seit Einstein wissen wir, dass sogar Zeit relativ ist. Das wird dann wohl erst recht für diese Umfrage gelten. Wer weiter liest, dem wird auch schnell klar, dass es eher „relativ“ viele sind, nämlich gerade einmal 25 Prozent der 1.000 freilich internetaffinen Befragten, die sich zudem allesamt bereits im Vorfeld als Online-Shopper geoutet hatten. 250 Umfrage-Teilnehmer gaben also an, zumindest einmal im Monat mit einem Mobilgerät zu shoppen. Das ist viel. Relativ. Im Vergleich zu 2011 zumindest. Verglichen mit 1990 geradezu atemberaubend.

Ja – und 44 Prozent der Online-Shopper nutzen Ihre Smartphones für den Preisvergleich im Laden. Wenn sie gerade Empfang haben. Und wenn die Handy-Displays dann noch etwas größer wären, würde man vielleicht sogar auf den ersten Blick erkennen, dass sich das Lieblings-Deo in der digitalen Shopping-Meile zwar 60 Cent günstiger ergattern lässt, man aber 3.90 Euro in den Versand investieren muss. Logisch, der Replikator ist ja noch nicht erfunden. Das Leben könnte so einfach sein.

Ich gehöre nun wirklich zu einer durch und durch digitalisierten Gattung Mensch. Handy-Leerlauf? Negativ! Es gibt kaum etwas, wofür ich es nicht nutze. Aber shoppen? Wir werden sicherlich irgendwann an einen Punkt kommen, an dem Shoppen, oder sagen wir besser „Einkaufen“ mit dem Handy richtig Spaß machen kann. Einige Online-Anbieter haben bereits fantastische Apps entwickelt oder setzen auf intuitiv zu bedienende, nutzerfreundliche Mobilseiten. Einige. Das Hundefutter habe ich mit dem Handy tatsächlich in kaum mehr als 30 Sekunden nachbestellt. Toll. Aber in den meisten Fällen treiben die Webseiten vieler Online-Shops bestenfalls meinen Puls in die Höhe. Unter „Shopping“ verstehe ich dann doch etwas anderes. „Shopping“ ist analog. Und das wird es auch bleiben. Vorerst.

Schönes Wochenende.

(Jens Schlüter)


 


 

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1 Kommentar

von Katja
07.02.14 11:34 Uhr
Danke!

Danke für diese treffende Relativierung dessen, was ich schon seit Ewigkeiten immer wieder lese und auch selber nie so recht glauben kann. Auch ich nutze mein Smartphone nach langem Widerstand inzwischen wirklich viel, aber ich habe noch nie online etwas eingekauft. Viel zu anstrengend.

In einem allerdings muss ich widersprechen: "Shopping ist analog." Wirklich? Nein, auf dem Smartphone kaufe ich nicht ein, aber online durchaus. Und zwar immer mehr.
Analoges Shoppen rangiert bei mir inzwischen ähnlich wie Mobiles Shoppen: viel zu anstrengend... :-).

 

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