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Initiative Kennzeichenliberalisierung

Ralf Borchert kämpft für Wiedereinführung verschwundener Kfz-Kennzeichen

Eine Vielzahl deutscher Städte und Gemeinden hat in den vergangenen 40 Jahren ihr Kfz-Kennzeichen verloren. Grund waren die zahlreichen Um- und Neustrukturierungen der Landkreise. Nach Ansicht von Professor Bochert verzichten diese damit auf ein wichtiges Identitätsmerkmal.

Umfrage zum "LP-Kennzeichen" am 19.Mai in Lippstadt „Initiative Kennzeichenliberalisierung” des Heilbronner Volkswirtschaftsprofessors Ralf Borchert kämpft für Wiedereinführung verschwundener Kfz-Kennzeichen

Lippstadt. „Wollen die Lippstädter gerne Ihr altes LP-Kennzeichen zurück?“ Diese und weitere Fragen stellen am 19. Mai eine Gruppe von Studierenden der Hochschule Heilbronn den Lippstädter Bürgerinnen und Bürgern rund um den Marktplatz in Lippstadt. Die Umfrage ist Teil der „Initiative Kennzeichenliberalisierung” des Heilbronner Hochschullehrers Prof. Dr. Ralf Bochert. Diese setzt sich für die Wiedereinführung bereits verschwundener Kfz-Kennzeichen, wie das Lippstädter  „LP“ ein. Mehr als 100 deutsche Städte, die ehemals durch ein eigenes Kfz-Kennzeichen repräsentiert wurden, haben bereits Interesse gezeigt, ihr Kennzeichen zurück zu bekommen.

Hintergrund:

Eine Vielzahl deutscher Städte und Gemeinden hat in den vergangenen 40 Jahren ihr Kfz-Kennzeichen verloren. Grund waren die zahlreichen Um- und Neustrukturierungen der Landkreise. Nach Ansicht von Professor Bochert verzichten diese damit auf ein wichtiges Identitätsmerkmal. Selbst die wirtschaftliche und touristische Vermarktung gestaltet sich, dem Leiter der Fachgebiete Volkswirtschaftlehre und Destinationsmanagement im Studiengang Tourismusmanagement zufolge, wesentlich schwieriger. „Städte verlieren mit dem eigenen Kfz-Kennzeichen ein Stück ihrer Außenwirkung. Auch wenn es sich nur um zwei oder drei Buchstaben handelt, entscheidend ist nicht zuletzt die Wertigkeit des Trägermediums.

Das Kulturobjekt Automobil erhöht die Bedeutung von Kennzeichen um ein Vielfaches, “ konstatiert Bochert.Initiative „Kennzeichenliberalisierung“ Daher hat der engagierte Wissenschaftler jetzt die Heilbronner Initiative „Kennzeichenliberalisierung“ gegründet. Die Wiedereinführung bereits verschwundener Kfz-Kennzeichen sei heute ohne weiteres möglich. Als Modell schlägt Borchert die Lösung des Main-Kinzig-Kreises in Hessen vor, wo die kreisangehörige Stadt Hanau durch das Kennzeichen HU, das übrige Kreisgebiet jedoch durch MKK repräsentiert wird: „Mehrere Kennzeichen in einem Landkreis ist ein Königsweg, der ein kleinräumigeres Zugehörigkeitsgefühl auch in den großen Kreiszuschnitten ermöglicht.“

Die harmonische Zusammenarbeit auf Kreisebene werde durch diese Möglichkeit gestärkt. Die Wiedereinführung von auslaufenden Kennzeichen sei also keine Frage des Könnens, sondern des politischen Willens, sagt Bochert. Die neue Initiative will die Interessen der betroffenen Städte und Gemeinden bündeln und auf Bundesebene zusammenführen. Dabei steht sie Städten und Gemeinden als Kompetenzzentrum beratend zur Seite. „Ich sehe, auch wenn das etwas pathetisch klingt, durchaus ein Recht auf den eigenen Namen im Kennzeichen, das den Städten einmal genommen wurde oder noch genommen werden soll“, so Prof. Dr. Bochert, „man kann sich ein wertvolles identitätsstiftendes Symbol sichern."

Umfrage:

Hochschule Heilbronn befragt Bürger zu Kennzeichen-WünschenAusschlaggebend sei jedoch, was die Bürger denken. Um einen gesicherten Überblick über das öffentliche Meinungsbild zu erhalten, führt die Hochschule Heilbronn im April und Mai 2010 Umfragen in vielen deutschen Städten durch. Die Ergebnisse sollen im Juni 2010 in einer Studie veröffentlicht werden. Bochert will so eine öffentliche Diskussion anregen und dazu aufrufen, Synergieeffekte frühzeitig zu nutzen, „damit Städte gemeinsam ihre Interessen durchsetzen können.“

Die Umfrage soll Städten die Möglichkeit bieten, mit einem eigenen Kfz-Kennzeichen ihrem Markenwert neuen Ausdruck zu verleihen. „Fällt das Votum der Bürger für die Wiedereinführung des alten Kennzeichens positiv aus, wird damit aber nicht die Aufgabenverteilung und dieverwaltungsbezogene Einheit der Landkreise infrage gestellt, “ unterstreicht Bochert noch einmal. Schlussendlich seien die Entscheidungen, wenn man um den Bürgerwille wisse, dann auf der politischen Ebene zu treffen.

Prof. Dr. Ralf Bochert (geb. 1961 in Bremen) ist Studiendekan für die Bachelorstudiengänge der Fakultät für Wirtschaft 2 mit knapp 1000 Studentinnen und Studenten an der Hochschule Heilbronn. Er lehrt Destinationsmanagement und Volkswirtschaftlehre vor allem in den tourismuswirtschaftlichen Programmen der Hochschule. Bochert berät seit Jahren touristische Zielgebiete in Marketing- und Planungsfragen. Außerdem ist er Verfasser mehrerer tourismuswirtschaftlicher Bücher und Herausgeber der Heilbronner Reihe Tourismuswirtschaft. Buchveröffentlichungen Bocherts: „Tourismus in der Marktwirtschaft“, München 2001, „Incomingtourismus“, Wiesbaden 2006, und „Tourismuspolitik“, Berlin 2007.

Weitere Informationen zur Heilbronner Initiative: Prof. Dr. Ralf Bochert, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-656, E-Mail: Bochert@hs-heilbronn.de, Projektteam Heilbronner Initiative: Dipl.-Betriebswirtin (FH) Julia Mehrens, Hochschule Heilbronn, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-540, E-Mail: [email protected] Hochschule Heilbronn: Dipl.-Betriebswirtin (FH) Heike Wesener (Kommunikation und Marketing), Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-499, Telefax: 0 71 31-504-559, E-Mail: [email protected], Internet: www.hs-heilbronn.de

(Redaktion)


 


 

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