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Tisch- und allgemeine Etikette

Acht Gänge für die Karriere

Für Chefs stehen Umgangsformen zur Zeit auf Platz 1 der Bewerberkriterien. Pünktlichkeit, Höflichkeit, Interesse zeigen - das ist zwar schon die halbe Mitte. Wer sich allerdings mit Umgangsformen und Regeln nicht auskennt, kann schnell ins Fettnäpfchen oder sogar in große Fettnäpfe treten.

Der große Karrieretag Ende März auf dm Campus Soest wirft seine Schatten voraus: 30 Studierende der Fachhochschule Südwestfalen absolvierten ein Seminar zur Tischetikette.

Training ist auch beim Einstieg in die Karriere eine wichtige Unterstützung: Die zweiteilige theoretisch-praktische Fortbildung umfasste ein Seminar über Tisch- und allgemeine Etikette, sowie die Teilnahme an einem klassischen 8-Gänge-Menü.  

"Es ist nur zu Ihrem Vorteil, wenn Sie die Regeln beachten", ermutigen die Referenten Hermann Klein und Klaus Sandmann vom Alumni-Netzwerk Hagen die Teilnehmer aus allen drei Soester Fachbereichen. Organisiert hatte die Veranstaltung Prof. Dr. Marc Boelhauve zusammen mit dem Verein der Freunde des Soester Hochschulcampus (VdF). 

Für Chefs stehen Umgangsformen zur Zeit auf Platz 1 der Bewerberkriterien. Pünktlichkeit, Höflichkeit, Interesse zeigen - das ist zwar schon die halbe Mitte. Wer sich allerdings mit Umgangsformen und Regeln nicht auskennt, kann schnell ins Fettnäpfchen oder sogar in große Fettnäpfe treten. Insbesondere bei Vertragsverhandlungen, Verkaufs- und Bewerbungsgesprächen kann das Benimm über die eigene Karriere entscheiden. 

Beim Essen lernt man etwas über den Charakter. "Ich habe jeden Mitarbeiter vor der Einstellung zum Essen eingeladen und dabei begutachtet", berichtete Hermann Klein, der im Laufe des Tagesseminars auch von seinen umfangreichen Erfahrungen in außereuropäischen Ländern erzählte. In landestypischen Gepflogenheiten findet man hier am ehesten Abweichungen von der europäischen Etikette. Das beginnt schon bei Händeschütteln oder beim Austausch von Visitenkarten etwa in Finnland oder Japan. Dem entsprechend kann man von jeder Regel abweichen, wenn es die Situation erfordert. "Wahren Sie Ihren Stil, aber halten Sie sich an die örtlichen Regeln und Gepflogenheiten", gab Klaus Sandmann den Studierenden auf den Weg. 

Unangemessen gekleidet, oder neudeutsch "underdressed" zu sein, ist eigentlich das Schlimmste, was einem beim Geschäftsessen passieren kann. "Falsch gekleidet fühlen Sie sich deplatziert", warnt Prof. Dr. Marc Boelhauve die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dieses Gefühl werde in der entsprechenden Situation nicht weniger, sondern mit der Zeit immer schlimmer führte Boelhauve die Lage bildhaft vor Augen. Insbesondere beim Top-Management seien die besonderen Gepflogenheiten und Dress-Codes zu beachten. 

Nach dem theoretischen Seminar auf dem Soester Hochschulcampus fuhr die Gruppe zu einem klassischen acht-Gänge-Menü in Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn. Der ungewöhnliche Ort erklärt sich über die Kosten: Hier betreibt die IHK Dortmund eine Lehrküche für angehende Küchenmeister und das opulente Essen ist auch für Studenten erschwinglich. Das Benimm- Coaching ging bei Tisch natürlich weiter: Small-talk zum Aperitif ("Stellen Sie Gemeinsamkeiten her."), Sitzordnung ("Je mittiger desto wichtiger.") sowie Verwendung von Gläsern und Besteck ("Decken Sie einmal zu Hause einen festlichen Tisch - der Unterschied ist frappierend!") wurden am konkreten Objekt erklärt. 

Die wichtigsten Tipps von Hermann Klein für den Businesstermin:  

  • Tupfen Sie vor dem Trinken den Mund mit der Serviette ab: Das verhindert nicht nur Spuren am Glas vor, sondern - seien Sie gewiss: Es schmeckt besser! 
  • Keine Stulle schmieren: Das Brot zur Vorspeise oder zum Appetizer ("Amuse-Gueule") wird gebrochen. Mit dem dazugehörigen Messer streicht man sich eine kleine Portion des Aufstrichs (Kräuterbutter, Schmalz etc.) auf den Teller und von dort portionsweise auf die mundgerecht gebrochenen Häppchen.  
  • Wenn Sie vom Tisch aufstehen, schließen Sie als erstes das Jackett.  
  • Bei der Besprechung: Legen Sie die Visitenkarten in der Reihenfolge der Sitzordnung vor sich hin.

(Redaktion)


 


 

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