Sie sind hier: Startseite Südwestfalen Aktuell News
Weitere Artikel
Klima und Umwelt

An einem Strang gegen Klimafolgen

Forschungsprojekt der Regionalentwicklung und der TU Dortmund etabliert „Runden Tisch“

Kreis Soest (kso.2018.10.01.416.-rn). Das Sturmtief Friederike traf den Kreis Soest im Januar mit voller Wucht. Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Stromausfälle gehörten zur Schadensbilanz. Was ist zu tun, um gegen solch extreme Wetterlagen besser gewappnet sein? Dieser Frage widmete sich ein Forschungsprojekt der Regionalentwicklung des Kreises und der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund. Es führte erstmals kreisweit Kommunen und Fachakteure zusammen, um Schritte gegen die Folgen des Klimawandels zu diskutieren.

"Wir wollen uns angesichts der Herausforderungen nicht in isolierten Einzelmaßnahmen verlieren", betont Dr. Jürgen Wutschka, Abteilungsleiter der Regionalentwicklung. Die hohe Teilnehmerzahl der zwei Projektworkshops belege die Bedeutung des Themas und das große Interesse. Als Handlungsmöglichkeiten seien eine klimagerechte Stadtentwicklung und eine Anpassung in der Landwirtschaft an Starkregen und Trockenheit beleuchtet worden. Auf extreme Wetterlagen vorbereitete neue Baugebiete bzw. die Aufwertung bestehender Straßenzüge, die Förderung von öffentlichen oder privaten Grünflächen oder die Verankerung von erosionsmindernder Bodenbewirtschaftung und Drainage im Vertragsnaturschutz seien Stichworte einer von der Prognos AG erstellten Analyse. Wie ernst die Lage sich darstellt, bestätigte ein Experte des Deutschen Wetterdienstes den Projektteilnehmern. Auch der Kreis Soest werde künftig von Extremwettern wie lokalen Starkregen, Heißtagen in Kombination mit Tropennächten, längeren Hitzeperioden im Sommer und auch Trockenperioden im Winter betroffen sein.

"Der Kreis Soest wurde neben dem Kreis Steinfurt und dem Kreis Wesel gezielt für diese wissenschaftliche Untersuchung ausgewählt, da vor Ort bereits viele Maßnahmen zum Klimaschutz erarbeitet und umgesetzt wurden", erläutert Frank Hockelmann, Klimaschutzmanager des Kreises. Klimaanpassung und Klimaschutz seien bisher allerdings kaum thematisch verknüpft worden. Vielmehr arbeite bisher jede Fachdisziplin, zum Beispiel die Wasserwirtschaft, ihre spezifischen Maßnahmenpläne ab. "Für den Kreis Soest haben wir mit dem Forschungsvorhaben einen erster Austausch von Expertenwissen zu den lokalen Folgen des Klimawandels erreicht", zieht Hockelmann ein positives Fazit.

Das soll verstetigt werden. Im Projekt wurde ein "Runder Tisch" geschaffen. "Ich kann mir eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht mehr ohne eine übergreifende Zusammenarbeit von Akteuren unterschiedlicher Fachdisziplinen vorstellen", sieht Wissenschaftler Jürgen Schultze von der TU Dortmund darin einen richtigen Ansatz.

Der Kreis Soest ist bereits als Untersuchungsregion für ein Folgeprojekt angefragt worden, ein entsprechender Fördermittelbescheid ist auf dem Weg. Darin sollen Karten erarbeitet werden, die darstellen, wie verwundbar die Kommunen in ihren verschiedenen Ortsteilen in Bezug auf Starkregenereignisse und andere Folgeerscheinungen des Klimawandels sind. Darauf aufbauend sollen konkrete Maßnahmen vor Ort erarbeitet und Umsetzungszeiträume definiert werden.

Das Forschungsprojekt wurde neben dem Deutschen Wetterdienst (DWD) unterstützt von der NRW.Bank, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV).

(Redaktion)


 


 

AnsatzKreis Soest
Klimawandels
Kreis Wesel
Klimaschutz
Folgen
Forschungsprojekt
Regionalentwicklung
TU Dortmund
Umwelt

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "AnsatzKreis Soest" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: