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Klima und Umwelt

Die Region unter Strom

Iserlohn präsentiert seine Fortschritte im Bereich Elektromobilität

Iserlohn. In Iserlohn fand am 11. August die Abschlussveranstaltung des Projektes EMOBILITY WORKS statt. Ziel der Veranstaltung, die unter dem Titel „E-Mobilität in der Region verankern  – Wie kann es gelingen?“ stattfand,war es, die im Rahmen des Projektes in Iserlohn gemachten Erfahrungen und erzielten Erfolge in einem größeren Kreis zu vermitteln und zu diskutieren.  Eingeladen hatten die Stadt Iserlohn, die B.&S.U. Beratungs- und  Service-Gesellschaft Umwelt mbH als Projektverantwortliche und die Stadtwerke Iserlohn GmbH, in deren Bistro die Veranstaltung stattfand.

Eingeladen waren lokale Akteure und Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Stadtwerken aus der Region, die sich selbst bereits mit dem Thema Elektromobilität befasst haben oder beabsichtigen, dies in der Zukunft zu tun.

Das Projekt EMOBILITY WORKS, welches im Rahmen des EU Programmes „Intelligente Energien für Europa“ gefördert wird, hat zum Ziel, Elektromobilität langfristig in kleinen und mittelgroßen Kommunen und den dort ansässigen Unternehmen zu verankern. Zu diesem Zweck wurden lokale Netzwerke ins Leben gerufen, Aktionspläne gemeinsam mit den beteiligten Kommunen entwickelt und diese im Verlauf des Projektes schrittweise umgesetzt.

Das Programm der Veranstaltung umfasste, neben der Darstellung des Projektes und einem Überblick über aktuelle Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene, insbesondere die Vorstellung der in Iserlohn erzielten Ergebnisse und Erfolge.

Ulrike Badziura, Leiterin der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn,  präsentierte in ihrem Vortrag „Elektromobilität nachhaltig vorantreiben“ den Weg der Stadt hin zu einer elektromobilen Zukunft:

Im Rahmen des Projektes und in enger Zusammenarbeit mit der B.&S.U. Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH wurden ein Netzwerk von lokalen Akteuren mobilisiert, die Ausgangssituation Iserlohns im Hinblick auf das Thema Elektromobilität analysiert und ein langfristiger Aktionsplan entwickelt. Der Aktionsplan unterteilt sich in fünf Handlungsfelder, die alle wesentlichen Aktionsbereiche vom kommunalen Fuhrpark und der notwendigen Infrastruktur, über Kooperationen bis hin zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und der notwendigen Information der Öffentlichkeit beinhaltet. Das zugrunde liegende Prinzip des Aktionsplanes ist, dass die Stadt Iserlohn sich als Katalysator begreift, der durch gezielte Projekte im Stadtgebiet die Förderung der Elektromobilität vorantreibt. Dabei müssen jedoch immer auch die Vernetzung mit der Wirtschaft, eine Einbindung in bestehende Konzepte und eine Kooperation in der Region berücksichtigt werden, um verfügbare Potenziale auszuschöpfen, eine nachhaltige und langfristige Entwicklung zu ermöglichen und wichtige Synergien zu erzeugen.

So plant die Stadt beispielsweise Fahrzeuge des kommunalen Fuhrparks schrittweise bis 2020 durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, soweit deren Anforderungsprofile dafür geeignet sind, und will dies auch im Rahmen der Beschaffungsrichtlinie verankern. Die Stadt geht durch eine beispielhafte Nutzung der Elektromobilität in allen verfügbaren Facetten voran und möchte so Anreiz bieten, dies auch ins unternehmerische und private Handeln zu übertragen.

Grundlage des Aktionsplanes und des Netzwerkes in Iserlohn ist es, eine Win-Win Situation für alle beteiligten Akteure zu gewährleisten. Die Bürger profitieren von sauberer und leiser Mobilität und die Lebensqualität in der Stadt wird so gesteigert. Die Unternehmen profitieren von neuen Geschäftsmöglichkeiten und die Kommune verbessert ihre Position in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz.

Die Stadtwerke Iserlohn GmbH ist hier ein wichtiger Verbündeter. Engagiert hat sie sich dem neuen Geschäftsfeld Mobilität verschrieben. Im Bereich der Ladeinfrastruktur wurde eine Kooperation der Stadtwerke Iserlohn mit einem Anbieter von Ladelösungen realisiert. Aktuell konnten dadurch im Stadtgebiet eine hohe Abdeckung mit Ladesäulen erreicht werden und die Stadtwerke entwickelten ein neues Geschäftsfeld im Bereich Mobilitätsdienstleistungen. Natürlich wird die Energie zur Ladung der Fahrzeuge, der SauerlandStrom mobil, aus erneuerbaren Quellen gewonnen, denn nur auf diese Weise kann Elektromobilität wirklich CO2 frei sein.

Dieses Geschäftsmodell stieß im Rahmen der Diskussion auf großes Interesse und es zeigte sich, dass auch andere Stadtwerke in der Region großes Interesse an einer solchen Lösung haben und mit Unterstützung der Stadtwerle Iserlohn GmbH bereits erste Schritte in diese Richtung unternehmen.

Dominik Neswadba von den Stadtwerken Iserlohn wies im Rahmen der Veranstaltung darauf hin, dass ein wirklicher Erfolg nur dann erzielt werden kann, wenn die Region in die Entwicklung einbezogen wird und somit ein größerer Kreis von Akteuren von den emobilen Angeboten profitieren kann.

Ein wichtiger Beitrag kam auch von Ulrich Pape, dem Eigentümer des Autohauses Pape. Als engagierter Unternehmer und Autohändler setzt er sich für das Thema Elektromobilität ein, sieht jedoch auch Probleme im Rahmen der öffentlichen Förderung, die eine zügige Verbreitung behindern.

In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Kommunen und Stadtwerke in der Region sich bereits aktiv für Elektromobilität einsetzen oder entsprechende Aktivitäten vorbereiten. Es wurde jedoch auch deutlich, dass alle mit ähnlichen Hürden zu kämpfen habe. So stehen vielfach budgetäre Beschränkungen oder Unsicherheiten im rechtlichen Rahmen im Vordergrund, die motivierte Akteure bremsen und mögliche Fortschritte im Bereich Elektromobilität zumindest verzögern, wenn nicht gar verhindern.

Es bestand jedoch Einigkeit bei allen Beteiligten, dass Elektromobilität ein wichtiger Baustein zu einer zukunftsorientierten und umweltverträglichen Mobilität darstellt. Auch wenn die Entwicklung sich aktuell noch zögerlich gestaltet, sehen alle Akteure das erhebliche Potenzial für die Zukunft.

Das Fazit der Veranstaltung war der Wunsch vieler Kommunen und Stadtwerke und auch des Märkischen Kreises, die Aktivitäten zukünftig stärker zu bündeln, um die Region in diesem Bereich stärker nach vorne zu bringen und somit auch umfassender von den möglichen Vorteilen wie zum Beispiel einer saubereren Umwelt und positiven Effekten für die regionale Wertschöpfung profitieren zu können.

Ein erster Ansatz hierfür könnte ein Folgeprojekt sein, das Thekla Heinel von der B.&S.U. Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH aktuell vorbereitet und das genau diesen regionalen Aspekt, aber auch andere spezifische Bedarfe in den Kommunen, wie beispielsweise das Thema Finanzierung, aufgreifen wird.

Die leise und klimaschonende Mobilität, wie Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens sie für Iserlohn und die Region anstrebt, ist längst keine ferne Utopie mehr. Die Veranstaltung „E-Mobilität in der Region verankern - Wie kann es gelingen?“ hat einen Beitrag dazu geleistet, Wege und Strategien zum Erreichen dieses Leitbildes aufzuzeigen und gemeinsam mit engagierten Akteuren, Kommunen und Stadtwerken der Region zu diskutieren.

(Redaktion)


 


 

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