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Traumberuf Drehbuchautor

Einmal einen Film machen wie „Bang Boom Bang“ oder Dialoge schreiben wie Quentin Tarantino. Illusion, Wunschdenken oder eine ganz reelle Chance für Nachwuchstalente?

Einmal einen Film machen wie „Bang Boom Bang“ oder Dialoge schreiben wie Quentin Tarantino. Illusion, Wunschdenken oder eine ganz reelle Chance für Nachwuchstalente? 

Deutsche Kinofilme fristeten lange Zeit ein stiefmütterliches Dasein. Bis 2015, denn dieses Jahr wurde das Rekordjahr der Kinobranche. Der Marktanteil des deutschen Films lag dabei laut Tagesspiegel (Februar 2016) bei 27,5 Prozent. Ebenfalls ein Rekord. An der Spitze Teil zwei der Komödie „Fack ju Göthe“ mit fast 7,7 Millionen Zuschauern. Man sieht: Es tut sich etwas beim deutschen Film.

90% aller Drehbücher werden für's Fernsehen geschrieben 

Allerdings ist es hierzulande unverändert so, dass Drehbücher in erster Linie für das Medium Fernsehen (annähernd 90%) als Auftragsproduktionen für TV-Anstalten geschrieben werden. Da bleibt – will man als Autor von dieser Arbeit leben – wenig Raum für eigene, kreative Film-Gedanken oder gar Experimente. Und das ist dann wohl auch einer der Gründe, warum so wenige Autoren in Deutschland ihre Filmideen auf gut Glück zu Papier bringen und darauf hoffen, dass ihre Story den Weg bis zur Verfilmung auch tatsächlich schafft. 

Einerseits verständlich, denn der Profi kann einfach kein halbes Jahr oder gar mehr in den Sand setzen. Das Risiko ist zu groß, letztlich lebt er ja davon, gute Stories „just in time“ und „wie bestellt“ abzuliefern.

Andererseits liegt genau hier vielleicht eine Chance für Nachwuchsautoren, die parallel zu ihrem Beruf darauf hinarbeiten, eines Tages von ihrer kreativen Arbeit als Drehbuchautor leben zu können. Einfach ist dieser Weg sicherlich nicht, denn vollmundige Sprüche wie „das kann doch nicht so schwierig sein“ verpuffen augenblicklich, sobald man einmal etwas tiefer in die Welt des Drehbuchschreibens eintaucht. Dann nämlich begreift man schlagartig, warum es Filmakademien gibt und warum sehr viel Wissen dazu gehört, die Gesetzmäßigkeiten des Films professionell und dramaturgisch korrekt auf seine vielleicht durchaus guten Ideen anzuwenden. 

Ohne Regeln geht es nicht

Mit dem Drehbuchscheiben ist es ein wenig, wie mit der Musik: Ohne Grundlagen und ohne Regeln geht es einfach nicht. Der Musiker wird immer mit Akkorden, Harmonien, Tempi, etc. konfrontiert sein. Darauf kann er kreativ aufbauen, aber auch eben nur darauf. Gleiches gilt für den Drehbuchautor. Er muss wissen, wie ein Film funktioniert, bevor er mit seinen Ideen im Rahmen dieser „Gesetzmäßigkeiten“ spielen kann. 

Im Vorfeld dieses Artikels habe ich zahllose Webseiten rund um das Thema „Drehbuch“ besucht und etliche, zum Teil wirklich informative Videos auf YouTube und anderen Kanälen gesehen. Dank Internet ist es heute für jeden relativ einfach möglich, sich intensiv mit dieser Materie auseinanderzusetzen. Einige gute Adressen sind zum Beispiel: www.drehbuchwerkstatt.de, www.filmschreiben.de oder www.filmmachen.de. Und auch hier lohnt es, einmal reinzuschauen: www.filmstiftung.de oder auch das DramaWiki von DramaQueen: www.dramaqueen.info/wiki/was-ist-dramawiki, aus meiner Sicht eines der besten, deutschsprachigen Online-Nachschlagewerke zum Thema Dramaturgie.

Drehbuch-Software - ein Für und Wider

Obgleich das Internet bereits voll davon ist, möchte ich das Thema Drehbuch-Software an dieser Stelle noch kurz aus meiner ganz persönlichen Perspektive aufgreifen. Die Puristen unter den Autoren haben natürlich Recht, wenn sie darauf verweisen, dass die besten Filme/Drehbücher aller Zeiten auf einer Schreibmaschine entstanden sind. Sie setzen oft auf Textverarbeitungen wie Word oder OpenOffice. Texten pur. Das hat seine Berechtigung, ist aber auch nicht das Maß aller Dinge. Im Endeffekt zählt ohnehin nur das Ergebnis. 

Zugegeben, auch als Fachbuchautor liebe ich ablenkungsfreies Schreiben. Nur ein weißes Blatt, sonst nichts. Aber wo sind die Notizen, Storyline, Ideen, Recherchen, etc.? Pinnwand, Whiteboard, Mindmap, Post-It’s und Karteikarten funktionieren, zweifellos. Vorausgesetzt, man hat immer alles zur Hand und verliert nicht gänzlich den Überblick im wohl-organisierten Chaos. Hier hat mir zum Beispiel Scrivener oft sehr gute Dienste geleistet und alles an einem zentralen Punkt zusammengeführt. Schreibtisch leer, weitestgehend jedenfalls. 

Mit Blick auf das Drehbuchschreiben habe ich in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Software-Lösungen experimentiert. Gut waren aus meiner Sicht FinalDraft (keine kostenlose Version), Celtx (früher komplett kostenlos, jetzt nur noch Scriptwriting) und Trelby (kostenlos). Meinen Schreibtisch hat allerdings keines dieser Programme wirklich aufgeräumt. Die Zettelwirtschaft blieb. 

Überzeugt hat mich dann letztlich eine relativ neue Software aus Deutschland: DramaQueen (www.dramaqueen.info). Neben zwei kostenpflichtigen, aber durchaus erschwinglichen Varianten gibt es auch eine komplett kostenlose Version, die - ähnlich Celtx (www.celtx.com) und Trelby (www.trelby.org) – alles an Bord hat, was man für die Entwicklung eines Drehbuches benötigt: Drehbuch, Exposé, Treatment, Export, Formatierungsoptionen, Outline, Notizen, Ideensammlung und mehr. Auch das moderne und übersichtliche Interface hebt DramaQueen schon in der Free-Version vom Wettbewerb ab. 

Die Einzigartigkeit steckt aber in den vielen Features der Plus und Pro-Version. DramaQueen unterstützt hier den gesamten kreativen Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen (Dreh-) Buch. Der Schreibtisch bleibt leer, keine Zettelwirtschaft, alles an einem Ort. Und das war genau das, was ich mir von einer Software für das Schreiben von Drehbüchern, Kurzgeschichten und Romanen immer gewünscht hatte. 

Ein Stückweit bleibt DramaQueen trotz seiner vielen und außergewöhnlichen Möglichkeiten natürlich „Geschmackssache“ und auch das ist sicher: entscheidend für ein gutes Drehbuch ist und bleibt eine gute Story. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

(Jens Schlüter)


 


 

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