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Krisen-"Highlights"

Krisengeschüttelte Anleger — Jahresausblick 2009

Im Minutentakt rasen rund um die Uhr die Krisen-"Highlights" über die Ticker der Medien – und das seit Wochen. Auch ein bißchen mediengemachte Krise? So oder so – viele Anleger befinden sich in der Sinnkrise. Gibt es einen Ausweg aus der Krise? Auf was muss man sich in 2009 einstellen?

Newsbörse vom 10.12.08, 7-8h mitteleuropäischer Zeit: Weltbank warnt vor schwerster Rezession seit 30er-Jahren. RWI: 2009 wird ein rabenschwarzes Jahr. Krise erreicht die High-Tech-Branchen. Moll-Töne von deutschen Maschinenbauern. Fluglinien schreiben rote Zahlen. Zulieferer schlittern in die Insolvenz, usw... Die Meldungen schocken jeden Tag aufs Neue. Was tun, ist die bange Frage? Eines ist sicher. Es gibt keine erschöpfende Antwort - weder in die eine noch in die andere Richtung. Trotzdem lohnt es sich, die Märkte zu beobachten und zwischen den Zeilen zu lesen, so Marc Kurtenbach, Direktor der Geschäftsstellen Köln, Koblenz und Aachen der Münchner Privatbank Merck Finck & Co. Er hatte seinen Chefvolkswirt, Dr. Josef Kaesmeier, eingeladen, um vor einem interessierten Publikum über die aktuelle Lage an den Kapitalmärkten und daraus ableitbare Szenarien zu referieren.

Megatrends in 2009

Für Chefökonom Kaesmeier zeichnen sich in 2009 drei Megatrends für Anleger ab. Auch wenn die Zahlen in den ersten drei Monaten weiter in den Keller sacken, so der Experte, sollte man darauf setzen, dass es jenseits eines Abschwungs immer wieder einen Aufschwung gibt. Deswegen lohnt es sich aus seiner Sicht, die Emerging Markets, den Markt für Erneuerbare Energien und - quasi als Sparbüchse - das Gold im Auge zu behalten.  

Emerging Markets

China ist ein gutes Beispiel für die Wirtschaftskraft ausgewählter Schwellenländer, so Kaesmeier. Die Leistungsbilanz ist positiv, der Haushalt ausgeglichen und die Sparquote liegt bei rund 30 Prozent. Aber könnte die Schlagzeile von heute, dass der chinesische Export wegbricht, auch diese fernöstliche Wirtschaft erschüttern? Wachstumseinbußen treffen alle anderen Wirtschaften genau so hart, so der Volkswirt. Die Statistiken von Oktober und November mögen verwirrend aussehen, aber so schnell, wie momentan die Exportrate sinkt, so zügig kann sie sich auch wieder erholen, wirft er in die Waagschale. Zweitens könne man davon ausgehen, dass die Länder, in denen die Inlandsnachfrage steigende Tendenz hat, weniger hart betroffen sein werden. Beispiele dafür sind Brasilien und China. Vergleichsweise werden die Schwellenländer mit hohen Schuldenquoten die Wirtschaftskrise nicht so gut überstehen.

Erneuerbare Energien

Wie sieht das Szenario aus? Q-Cells wurde gerade zurückgestuft. Die Nachfrage in Europa ist rückläufig. "Um den Markt für erneuerbare Energien mache ich mir noch weniger Sorgen," so Kaesmeier. CO2-freie Energie-Technologien werden weltweit gefördert. Selbst Amerika wird unter Obama forciert auf Klimaschutz setzen. Die Regierungen von Australien und wichtigen asiatischen Ländern, aber auch Italien haben Programme aufgelegt. Das heißt, die Erträge aus Regenerativen bzw. Alternativen Energien sind quasi Staatsgarantien, unterstreicht Kaesmeier. Der Boom habe einiges an die Oberfläche geschwemmt. Für Firmen, die jetzt Geld brauchen, könne es daher schwierig werden. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass bei gesunden Unternehmen die Kosten sinken werden, sodass bessere Erträge generiert werden können.  

Gold

Eine gewisse Portion Gold sollte man im Portfolio immer beibehalten, so Kaesmeier. Gold biete sich als letzte Sicherheit an, wenn alles andere schief geht. Zum Abschluss noch die aktuellste Meldung aus den Medien: Die Gesellschaft für Deutsche Sprache hat gerade das Wort des Jahres 2008 bekannt gegeben. Es lautet Finanzkrise.  

(Karin Bäck)


 


 

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