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Eine Freundschaft zwischen "tiefbegabt" und "hochbegabt"

Das ATZE-Musiktheater aus Berlin präsentiert "Rico, Oskar und die Tieferschatten".

Lippstadt. Diese Produktion des ATZE-Musiktheaters ist deutschlandweit die erste Musiktheater-Inszenierung nach dem modernen Kinderbuch-Klassiker von Andreas Steinhöfel. Im Stadttheater Lippstadt ist es am Dienstag, 18. März 2014 um 10 + 16 Uhr zu sehen.

Rico, ein Kreuzberger Junge aus der Dieffenbachstraße 93, bezeichnet sich als "tiefbegabt", weil ihm viele Dinge "aus dem Kopf herausfallen". Er muss auf die Förderschule, und sein Aktionsradius ist begrenzt. Als er eines Tages den "hochbegabten" Oskar trifft, entwickelt sich zwischen den grundverschiedenen Jungs schnell eine Freundschaft. Doch plötzlich ist Oskar wie vom Erdboden verschwunden. Als Rico erkennt, dass sein Freund vom berüchtigten "ALDI-Entführer" gekidnappt wurde, muss er alle Ängste über Bord werfen, um seinen besten Freund zu retten. Diese Krimihandlung dient - darin sind sich Regisseur Witting und Romanautor Steinhöfel einig - "nur als Transportmittel, um die eigentliche Geschichte zu erzählen" (Andreas Steinhöfel).

Vor dem Hintergrund einer Detektivgeschichte geht es hier um die Freundschaft von zwei Jungs, die zu Freunden werden, obwohl sie gegensätzlicher nicht sein können. Beide sind Außenseiter: der eine begreift langsam, hat intellektuelle Nachteile, dafür aber eine hohe emotionale und soziale Kompetenz. Der andere ist hoch intelligent, hat eine enorme Auffassungsgabe, reagiert schnell, ist aber auch ängstlich und alles andere als diplomatisch im Umgang mit seinen Mitmenschen. Diese unterschiedlichen Begabungen, aber auch die Wert- und Vorurteile der Gesellschaft sind zentrale Aspekte der Inszenierung. Denn nicht nur Rico muss erkennen: "Es ist merkwürdig, dass die Leute mit einem nicht so Schlauen genauso wenig anfangen können, wie mit einem nicht so Dummen". Diese Aussage trifft im Kern auch ein zentrales Problemfeld unserer Lebenswirklichkeit und besonders den Bildungsbereich, in dem überdurchschnittlich begabte, oft unterforderte Kinder genauso durchs Raster fallen wie die unterdurchschnittlich begabten und überforderten.
Neben dem Aspekt von Freundschaft und Respekt ist auch das Verhältnis von Rico zu seiner alleinerziehenden Mutter von Interesse. Tanja Doretti ist liebevoll, aber selten da, und Rico wünscht sich sehnlichst einen Mann für sie und einen Vater für sich. Diese Sehnsucht drückt sich u.a. auch im Lied "Der Bühl ist der Richtige" aus. Aber Rico wäre nicht Rico, wenn er sich nicht auch in dieser Situation zu helfen wüsste. Er findet Geborgenheit in Gestalt der vom "grauen Gefühl" gepackten Nachbarin Frau Dahling, der er seinerseits mit seinem großen Herz das Leben erträglicher macht.

Der Roman wurde 2009 mit dem "Deutschen Jugendliteraturpreis" prämiert und erhielt im gleichen Jahr den renommierten internationalen Literaturpreis Corine 2009, den LUCHS Preis von DIE ZEIT/Radio Bremen sowie den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Autor Andreas Steinhöfel wurde 2009 als erster Kinderbuchautor mit dem Erich-Kästner-Preis ausgezeichnet.

Bilder: Jörg Metzner
Termin: Dienstag, 18. März 2014, 10 + 16 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden inkl. 1 Pause
für Zuschauer ab 8 Jahren
Ort: Stadttheater Lippstadt, nummerierte Sitzplätze
Preis: 7,50 EUR

Veranstalter: KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH
Kartenverkauf: Kulturinformation im Rathaus, Lange Str. 14, 59555 Lippstadt, Tel. (0 29 41) 5 85 11, [email protected]

(Redaktion)


 


 

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