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Kunst und Kultur

„Mit meinen Augen“ – Malerei von Sabine Nelles

Siebte Ausstellung der Reihe „IHKansichten“ vom 13. März bis 30. April 2020

„Nicht den Gegenstand malen, sondern die Wirkung, die er erzeugt.“ Diesem Postulat des französischen Schriftstellers Stéphane Mallarmé folgt Sabine Nelles, um in ihren Werken ihrer individuellen Sichtweise auf Mensch und Natur Ausdruck zu verleihen. Die Künstlerin verzichtet dabei bewusst auf konkrete Darstellungen, malt Landschaften und Blumen rein aus ihrer Erinnerung heraus und interpretiert die Natur nach ihren Empfindungen. Es entstehen Farbimpressionen, Blumentupfer im abstrahierten Umfeld. Bei menschlichen Figuren geht es ihr nicht darum, dass einzelne Personen wiedererkennbar sind. Vielmehr möchte sie Erlebnisse, Begegnungen, Situationen, Stimmungen und Erinnerungen vermitteln und dem Betrachter Anregungen für eigene Assoziationen oder Interpretationen liefern.

Dieser Wunsch entstand bei einem Spaziergang über die Champs-Elysées: „Ich sah die vielen Menschen auf dem Boulevard und vor den hell erleuchteten Geschäften – oft waren nur ihre Konturen zu erkennen.“ Sie setzte diese Eindrücke spontan um, malte in ihrem ersten „Schaufensterbild“ unterschiedliche Straßenszenen vor einem kräftig blauen Hintergrund: Vor den Fenstern stehen Menschen in bunter Kleidung. Alle sind nur von hinten zu sehen – aber jede dieser schemenhaften Figuren hat ihren Charakter, zeigt sich elegant oder lässig. Einige scheinen im Gespräch miteinander zu sein, andere stehen abseits, wirken einsam. Die Einsamkeit in der Menge – ein Zeichen unserer Zeit.

Einen gesellschaftskritischen Anspruch stellt Sabine Nelles nicht an ihre Kunst: „Ich engagiere mich lieber persönlich – indem ich zum Beispiel Malkurse für Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderung gebe.“ Und doch wird eine solche Perspektive immer wieder sichtbar. Etwa in einem Bild, das Nelles nach den vier Jahren, die sie bis 2004 im Kosovo verbrachte, malte: Die gesamte Fläche der in plastisch aufgetragenen Grautönen gehaltenen Leinwand zeigt Gerippe von zerstörten Häusern und dazwischen schemenhaft einzelne, verloren wirkende Menschen. Die noch sichtbaren Wunden des Krieges und die Zerrissenheit der Bevölkerung haben die Künstlerin lange beschäftigt.

Auch wenn Straßenszenen in ihren Werken immer wieder vorkommen, verändern sie sich. Die Bilder sind abstrakter und heller geworden, denn in den letzten Jahren setzte sich Nelles intensiv mit der Dynamik der Farben in abstrakten Bildern auseinander. In ihren neuesten Arbeiten skizzieren nur noch Farbfelder die Gestalten – sie wirken wie verschwommene Erinnerungen. Der Abstraktionsprozess sowie der spielerische Umgang mit einer weit gefassten Palette leuchtender Farben in Nelles‘ Bildwelten sind die entscheidenden Merkmale ihrer Malerei. Das Malen mit Acrylfarben in kräftiger, aber auch reduzierter Farbgebung auf Leinwand oder Holz entwickelte sich letztendlich zum Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Zudem entstand in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl an Bildern in Öl.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Montags bis donnerstags: 8:00 bis 16:30 Uhr, freitags: 8:00 bis 15:30 Uhr

(Redaktion)


 


 

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