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Logistik 2030

Wichtiger Schritt für Schwertransporte

Digitale Assistenten im „Innovationsprogramm Logistik 2030“ des Bundes verankert

Siegen/Olpe. Im Mai hatten die Unternehmen im Industrie- und Verkehrsausschuss sowie im Arbeitskreis Verkehrswirtschaft der IHK Siegen die digitalen Innovationen für die Planung und Durchführung von Schwertransporten einhellig begrüßt. Jetzt finden sich die Bedarfe im Innovationsprogramm Logistik 2030 wieder, das Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger in diesen Tagen in Berlin vorstellten. 

„Konkret geht es um zwei intelligente digitale Assistenzsysteme der Sommer GmbH & Co. KG aus Hörstel-Dreierwalde, mit denen zum einen die Planung und zum anderen die Durchführung der für unseren Wirtschaftsraum so wichtigen Großraum- und Schwertransporte deutlich vereinfacht werden können“, erläutert der Vorsitzende des Industrie- und Verkehrsausschusses, Walter Viegener. „Solche Instrumente entfalten ihre Wirkung dann am besten, wenn sie möglichst bundesweit eingesetzt werden können. Deshalb ist die Aufnahme in das Innovationsprogramm des Bundes für uns ein sehr wichtiger Schritt.“ 

Das Innovationsprogramm Logistik 2030 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beschreibt in zehn Handlungsfeldern Ziele und Umsetzungsvorschläge für die Gestaltung der Zukunft des Güterverkehrs und der Logistik. Schwerpunkte bilden die Digitalisierung und der Klimaschutz. Die Probleme bei den Schwertransporten sind auch auf Bundesebene lange bekannt: ein aufwendiges Genehmigungsverfahren mit viel zu langen Bearbeitungszeiten, lange Umwege bei den genehmigten Strecken angesichts nicht ausreichend tragfähiger Straßen und Brücken sowie veränderte Rechtsgrundlagen, die zu einer überbordenden Bürokratie geführt haben. 

„Tiefgreifende Verbesserungen wurden in der Vergangenheit immer wieder durch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Bund und Ländern ausgebremst. Der Durchbruch könnte jetzt auf technologischem Wege gelingen, wenn es zu einem bundesweiten Einsatz der Innovationen kommt. Mit der Verankerung in dem Innovationsprogramm gibt es hierfür eine wirklich vielversprechende Grundlage“, unterstreicht der Vorsitzende des IHK-Arbeitskreises Verkehrswirtschaft, Michael Kröhl. 

Die Idee: Spezialfahrzeuge scannen das deutsche Straßennetz, das so exakt vermessen wird und genaue Streckenprofile ermöglicht. Sämtliche zugängliche Behördendaten wie Baustellen oder Umleitungen werden ebenfalls berücksichtigt. Die Eingabe von Anträgen wird stark vereinfacht. Durch die automatisierte Vorprüfung einer Strecke steigt zudem die behördliche Genehmigungswahrscheinlichkeit. „Das ist am Ende genau das, was wir brauchen: Ich will ja möglichst sofort wissen, woher ein Transport fahren kann, und nicht nach acht Wochen erfahren, dass eine Route wegen einer Baustelle nicht genehmigt werden kann“, setzt auch Rainer Dango, Geschäftsführer der Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH in Siegen, große Hoffnungen auf die Technologie. 

Eine weitere technische Neuerung könnte schon bald bei der eigentlichen Durchführung der Schwertransporte zu Erleichterungen führen. Bislang sieht die Richtlinie für Großraum- und Schwertransporte als verbindliche Auflage vor, dass der Fahrer durch einen Beifahrer begleitet wird. IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer: „Durch den Einsatz eines digitalen Assistenten im Führerhaus, der visuell und akustisch die standortbezogenen Genehmigungsauflagen an den Fahrer weitergibt, könnte die zwingende Vorgabe des Beifahrers womöglich entfallen. Wir haben gegenüber dem Bundesverkehrsministerium deshalb angeregt, die Richtlinie in diesem Punkt anzupassen.“ Sollte es zu dieser Änderung kommen, könnte dies insbesondere die Speditionen, die ohnehin schon händeringend nach Berufskraftfahrern suchen, personell entlasten. Die digitale Begleitung könnte zudem dazu beitragen, die Verkehrssicherheit, auch für andere Verkehrsteilnehmer, zu erhöhen.

(Redaktion)


 


 

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