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Corporate Venture Capital-Report 2006:

Markt für Konzernbeteiligungen zeigt soliden Fortschritt

Die europäischen Coporate Venture Capital-Investitionen sind 2006 erneut gestiegen, das Fundraising erreichte sogar den höchsten Wert seit dem Boomjahr 2000. Das ist das Ergebnis der heute veröffentlichten Corporate Venture Capital- Studie, die die European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA), bereits im siebten Jahr durchgeführt hat.

Fundraising
Das unabhängige Fundraising stieg 2006 um 57 Prozent auf 412 Mio. Euro. Der Großteil des Kapitals stammt von industriellen Investoren oder Konzernen (36 Prozent) sowie Dachfonds (25 Prozent). Mit einigem Abstand folgen eher traditionelle Investoren wie Versicherungsunternehmen (14 Prozent) und Banken (13 Prozent).

Gesamtinvestitionen
Der Anteil von Corporate Venture Capital-Investitionen in Europa stieg 2006 um 32 Prozent auf 569 Mio. Euro (Vorjahr: 430 Mio. Euro). Dieser Anstieg ist auf eine annähernde Verdreifachung der durchschnittlichen Transaktionsgröße zurückzuführen. Die Begründung hierfür findet sich zum Einen in der rückläufigen Anzahl von Unternehmen, in die investiert wurde (2005: 408; 2006: 185), zum Anderen im starken Anstieg von Buyouts, bei denen einige wenige industrielle Investoren große Summen in eine kleine Anzahl von Unternehmen investiert haben. Lässt man die Buyouts außer Acht, liegen die Investitionen von 2006 in etwa auf dem Level von 2005, mit einer Verdopplung der durchschnittlichen Deal-Größen.

• Investitionen nach Finanzierungsphasen
Obgleich der Markt für Konzernbeteiligungen in erster Linie auf Venture Capital- Finanzierungen abzielt, gibt es auch einige Buyout-Transaktionen, an denen Großunternehmen beteiligt sind: Diese wenigen Transaktionen vereinten im Jahr 2006 44 Prozent des investierten Kapitals auf sich, jedoch nur 15 Prozent der finanzierten Firmen. Im Venture Capital-Bereich führen Expansionsfinanzierungen mit 32 Prozent, gefolgt von Start-up-Finanzierungen mit 20 Prozent – führend sind diese wiederum bei der Anzahl der finanzierten Unternehmen (47 Prozent).

• Investitionen nach geographischen Schwerpunkten
Mit insgesamt mehr als 50 Prozent belegen Frankreich und Italien die Führungspositionen der Gesamtinvestitionen in 2006. Gemessen an der Unternehmensanzahl liegen Frankreich und England vorne (insgesamt 51 Prozent). Wie bereits 2005 rangiert Frankreich mit 194 Mio. Euro investiert in 48 Unternehmen bezüglich Umfang und Anzahl der Investitionen auf Platz eins. Unter Außerachtlassung der Buyouts rückt hingegen England an die Spitze, gefolgt von Frankreich und Italien.

• Investitionen nach Branchen
Insgesamt 42 Prozent der Investitionen entfielen 2006 auf die Konsumgüterindustrie, den Dienstleistungssektor und die Elektronikbranche. Dass der Investitionsfokus auf den traditionellen Branchen lag, passt zur Entwicklung bei den Finanzierungsphasen, wo Buyouts und Expansionsfinanzierungen dominierten. Bleiben die Buyouts unberücksichtigt, belegen die Branchen Biotechnologie, Internettechnologie und Pharmazie die Spitzenpositionen hinter der Konsumgüterindustrie.

Exit-Volumen
Die Summe von Beteiligungsverkäufen stieg 2006 um 71 Prozent auf 224 Mio. Euro. Verkäufe an andere Private Equity-Gesellschaften waren hierbei mit 39 Prozent der wichtigste Exit-Kanal. Börsengänge, 2005 mit 41 Prozent der häufigste Exit-Kanal, machten 2006 dagegen nur 16 Prozent aller Verkäufe aus. Wie bereits 2005 waren Tade Sales, Verkäufe an andere Unternehmen, mit 25 Prozent der zweitwichtigste Exit-Kanal. Totalverluste, seit 2003 kontinuierlich zurückgegangen, stiegen 2006 leicht auf 7 Prozent. Das Jahr 2006 lässt einen Trend zu größeren Later Stage-Investitionen erkennen. „Wir sehen darüber hinaus eine Institutionalisierung der Aktivitäten,“ sagt Mirela Ene, Leiterin der Studie bei der EVCA. „Dies zeigt sich zum einen daran, dass ein Großteil der Aktivitäten über Fonds und nicht über die eigene Gesellschaft läuft, zum anderen am zunehmenden Einsatz des Carried Interest als Leistungsanreiz und stärker gewinnorientierten Investitionsprogrammen.

Wie bei jeder reifen Branche erkennen wir einen Trend zur Konsolidierung mit weniger aber größeren Investitionsprogrammen, mit mehr angestellten Investmentmanagern pro Programm, die eine größere Menge Kapital verwalten.“ “Die direkten Corporate Venturing-Programme haben eine positive Entwicklung in Europa und den USA gezeigt,” so Ene weiter. „Erwähnenswert ist, dass, obwohl der Markt in den USA größer ist, die Wachstumsrate seit 2002 in Europa mit 13,9 Prozent deutlich höher liegt als in den USA (0,7 Prozent). Was die weitere Entwicklung des Corporate Venturing-Marktes angeht, kann man optimistisch sein.“

(Redaktion)


 


 

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