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Von Winterberg nach Duisburg

Markus Flick gewinnt TorTour de Ruhr - „Der Kopf entscheidet“

Am Ausgangspunkt für Deutschlands längsten Nonstop Ultramarathon, dem Ruhrquellstein, schnürten 38 Teilnehmer ihre Laufschuhe. Schon in der Ausschreibung hatten die Veranstalter eindrucksvoll klar gemacht: "230 Kilometer am Stück zu laufen, das ist kein Kindergeburtstag. Bisher hat nur jeder zweite Teilnehmer das Ziel erreicht und selbst Deutsche Meister über 100 Kilometer sind an der Strecke verzweifelt."

(pen) "Das Gefühl, wenn du den letzten Kilometer läufst und dir wünschst, dass er nie zu Ende geht. Das ist der Augenblick, für den ich das alles mache". Schon häufig hat Markus Flick genau das erlebt, zuletzt bei der diesjährigen Auflage der TorTour de Ruhr. Dort waren die letzten Kilometer für den Ennepetaler besonders berauschend, schließlich lief er nach 230 Kilometern ohne Pause als Sieger über die Ziellinie.   Nach Frank Schacht ist Flick innerhalb weniger Wochen bereits der zweite Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der mit einer ganz besonderen sportlichen Ausdauerleistung auf sich aufmerksam macht. Während Schacht, Chef der Rettungsleitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises, dafür bis nach Afrika geflogen war und als bisher einziger Deutscher beim Namib Desert Challenge nach über 210 Kilometern durch die Wüste Namibias das Ziel erreichte, erzielte Flick seinen Erfolg quasi direkt vor der Haustür.

Die TorTour de Ruhr folgt über 230 Kilometer dem RuhrtalRadweg von Winterberg nach Duisburg. Damit ist die Ruhr der Wegbegleiter der Läufer von ihrer Quelle im Sauerland bis zur Mündung in den Rhein. Rund 40 Kilometer der Gesamtstrecke führen dabei zwischen Herdecke und Hattingen durch den Ennepe-Ruhr-Kreis.   Am Ausgangspunkt für Deutschlands längsten Nonstop Ultramarathon, dem Ruhrquellstein, schnürten 38 Teilnehmer ihre Laufschuhe. Schon in der Ausschreibung hatten die Veranstalter eindrucksvoll klar gemacht: "230 Kilometer am Stück zu laufen, das ist kein Kindergeburtstag. Bisher hat nur jeder zweite Teilnehmer das Ziel erreicht und selbst Deutsche Meister über 100 Kilometer sind an der Strecke verzweifelt." Anders ausgedrückt: TorTour de Ruhr - hier ist der Name durchaus Programm.   "Gefordert sind vor allem mentale Stärke und ein mehr als guter Trainingszustand auf langen Strecken", unterstreicht Flick, der in der Kreisverwaltung im Fachbereich Soziales und Gesundheit beschäftigt ist. Für ihn waren die Vorgaben kein Problem, schließlich ist er als Ausdauersportler schon weit rumgekommen und gehört beispielsweise zu den handverlesenen Deutschen, die bereits zweimal den Spartathlon in Griechenland beendet haben. "Dabei müssen die 246 Kilometer auf der historischen Strecke von Athen nach Sparte in weniger als 36 Stunden gelaufen sein", erläutert Flick.   Neben den läuferischen Qualitäten fordert die TorTour de Ruhr auch die organisatorischen Fähigkeiten der Teilnehmer.

Jeder muss seine Begleitung und seine Verpflegung selbst organisieren. Offizielle Versorgungspunkte gibt es nur alle 50 Kilometer. "Gedacht werden muss an Wechselkleidung für Regenwetter oder an Goldfolie und Stirnlampe für das Laufen in der Dunkelheit", nennt Flick Beispiele.   Bei ihm hat in diesem Jahr alles perfekt gepasst. Nach 27:48,10 Stunden erreichte er die Skulptur "Rheinrorange", also die Landmarke, die in Duisburg das Einmünden der Ruhr in den Rhein markiert. Stunden später folgten ihm weitere 23 der insgesamt 38 Gestarteten. Mit seiner Leistung konnte Flick auch TorTour de Ruhr Organisator Jens Vieler beeindrucken: "Markus ist geflogen und war trotz vorheriger Verletzungspause mental sehr stark." Und auch Arbeits- und Laufkollege Schacht ist voll des Lobes: ""Markus gehört zu den besten Ultraläufern, die wir in Deutschland haben."   Der 41-jährige Flick, zu dessen Hobbys neben dem Sport auch Fische und Wasserschildkröten zählen und dessen Aktivitäten auch von seiner Frau und seinen beiden Kindern unterstützt werden, plant unterdessen bereits die nächsten Läufe.

Am übernächsten Wochenende steht ein 24-Stunden Lauf in Stadtoldendorf auf dem Programm, Ende August geht es dann zum Montblanc. Bei diesem Berglauf gilt es nicht nur 100 Meilen zu bewältigen, auf die Teilnehmer warten auch 10.000 Höhenmeter. Auch dort will Flick sein Erfolgsrezept, "nie aufgeben. auch wenn die angestrebte Zeit nicht mehr zu erreichen ist", in die Tat umsetzen.   Stichwort TorTour de Ruhr   Die Idee zu diesem Ultramarathon, der fünfeinhalb Mal so lang wie ein üblicher Marathon ist, stammt von Jens Vieler aus Hohenlimburg. Für ihn waren die durchgehende Verbindung vom Sauerland ins Ruhrgebiet und die gute Beschilderung des RuhrtalRadweges ideale Bedingungen für ein laufverrücktes Abenteuer unter dem Motto "Samstag starten, bis Sonntagabend ankommen, ohne Schlaf nonstop durchlaufen". Premiere feierte der Lauf 2007, weitere Auflagen folgten 2008 und 2010. 2008 ging es dabei für die Teilnehmer von der Mündung Richtung Quelle, 600 Höhenmeter bergauf inklusive.

(Redaktion)


 


 

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