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Niederlande-Benimmkursus

Frau Antje, Tulpen, Käse, Campen?

Viele Unternehmer sind überrascht, wenn sie in den Niederlanden aktiv sind. Obwohl es geografisch nah und unser Nachbarland ist, ist dies kein Beleg dafür, dass sie alles über das Land und seine Leute wissen. Einen Einblick in die deutsch-niederländische Geschäftswelt gibt die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK).

Die Unterschiede zwischen den beiden Ländern sind größer, als mancher denkt. „Gerade in der Geschäftskultur spielen die Verschiedenheiten schnell eine wichtige Rolle“, sagt die Kulturtrainerin Janet Antonissen, die im Auftrag der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) seit Jahren Unternehmer aus beiden Ländern schult.

Offene Diskussionen nach allen Seiten

So stimmt es zum Beispiel nicht, dass alle Niederländer einander und ihre Geschäftspartner sofort Duzen. Und wer geduzt wird, sollte dies nicht als Zeichen mangelnder Professionalität missverstehen. Wenn es an den Verhandlungstisch geht, gelten wieder unternehmerische Regeln. Bluffen lassen sollte sich auch niemand, der mit Niederländern eine Besprechung führen möchte. Oft taucht die niederländische Seite dann ohne vorbereitete Papiere auf. Das bedeutet keineswegs, dass Holländer die Sache nicht ernst nehmen. Vielmehr wollen sie im Gespräch nach allen Seiten offen diskutieren, statt bereits eine Richtung vorzugeben.

Hohe Kooperationsbereitschaft

„Die Niederlande sind für ihre flachen hierarchischen Strukturen bekannt. Ihre Geschäftskultur beruht auf einer hohen Kooperationsbereitschaft. Bei Verhandlungen hat oft jeder Mitarbeiter das Recht, seine Meinung und Ideen mit einzubringen. Das erwartet der Deutsche nicht und ist irritiert“, so Antonissen. Hier gilt: Hierarchien sind in den Niederlanden unwichtiger, Fachkenntnis steht über Status. Wenn ein solches Verhalten zu Missverständnissen führe, habe das auf beiden Seiten meist mit fehlendem Wissen zu tun: „Auf Deutsche wirkt das niederländische Auftreten rasch ein wenig unstrukturiert. Das gilt auch dann, wenn Niederländer nach Vertragsschluss noch Regelungen anpassen wollen. Aus niederländischer Sicht kann das pragmatisch und sinnvoll erscheinen. Deutsche dagegen vertreten das Credo: Absprache ist Absprache. Eine Abweichung gilt für sie als Nicht-ernst-nehmen des Vertrages.“

Legereres Auftreten

Auch Äußerlichkeiten spielen in den Niederlanden auf den ersten Blick eine geringere Rolle als in Deutschland. Anders als in Deutschland, ist das Tragen einer Krawatte bei Meetings keine Pflicht. Gerade jüngere Geschäftsleute empfinden den Krawattenzwang als konservativ und treten im Kontakt legerer auf. Antonissen: „Wie bei jedem Auslandsgeschäft gilt auch in den Niederlanden: Gute Vorbereitung ist alles. Dazu gehört auch, sich auf Überraschungen gefasst zu machen.“ Dennoch müsse niemand damit rechnen, dass sein niederländisches Gegenüber beim Meeting mit dem deutschen Partner in Jeans, Turnschuhen und offenem Hemd erscheinen werde. „Das wäre vollkommen unüblich und gehört ins Reich der Niederlande-Märchen.“

Um Do‘s & Don‘ts im interkulturellen Geschäft mit Niederländern geht es im Seminar „Niederlande-Knigge XL“ der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) am Dienstag, 27. Mai 2014, 10 bis 17 Uhr, in Weeze. Beitrag: 349 Euro (zzgl. MwSt.). Mitglieder der DNHK erhalten 20 Prozent Ermäßigung. Anmeldung: Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK), Marlies Komorowski, Tel.: 0031 (0)70 3114 156, Email: [email protected] oder online über unsere Website www.dnhk.org/seminars.

(Redaktion)


 


 

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