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Promi-Faktor

Erfolgsstrategie: Entdecken Sie Ihren Promi-Faktor

Berühmt und gefragt zu sein ist weder Glück noch Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Strategie, meint Dr. Michael Gestmann. Der PR-Berater und promovierte Medienpsychologe verrät den Fluchtplan vom No-Name-Lager in die VIP-Liga.

Die Aufmerksamkeit anderer Menschen ist die unwiderstehlichste aller Drogen. Öffentliche Reputation schmeichelt nicht nur dem eigenen Ego, sie macht sich auch bezahlt. Wer einschlägig bekannt ist, bekommt lukrativere Aufträge und erzielt höhere Umsätze, erhält attraktivere Angebote und interessantere Aufgaben – um nur einige Privilegien von Prominenz zu nennen.

Dies machen uns Tag für Tag die Celebritys aus Kino, Mode, Medien, Wirtschaft, Kunst und Politik vor. Man mag’s kaum glauben, doch die Gesetzmäßigkeiten, die für sie gelten, gelten auch für die Schar der Unbekannten. Das Beste am Prominentenstatus ist: Er ist weder reiner Glückstreffer noch ein Zufallsprodukt, sondern das beinah logische Ergebnis einer Aktionskette, quasi synthetisch herstellbar mit einem Strategienpotpourri aus Leistung, deren Vermarktung, gezielter Selbstinszenierung, Fantasie, Witz und einer Brise Anarchie.

Die beste Marke: „Ich“

Huckleberry Finn sagte: „Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ Für das Branding in eigener Sache gilt der Umkehrschluss: erst das Ziel definieren, dann Aktionen starten. Ziel ist es, die Säulen zu errichten, auf denen das eigene Image Platz nehmen kann. Coachen Sie sich selbst mit der Reflexion folgender Fragen: Wie will ich in meiner Branche bzw. in meinem Fach/Beruf positionieren? Wie unterscheiden sich meine Leistungen von denen anderer? Welche PR-Botschaften will ich kommunizieren?

Allen, die Probleme mit dem Begriff „Image“ haben und lieber als „ehrliche Haut“ ins Rennen gehen möchten, sei gesagt: Image ist nichts anderes als ein virtuelles, fein gepinseltes Selbstporträt, das der wohlgefälligen öffentlichen Betrachtung dient, ein „Starfoto“ Ihrer Fähigkeiten, das sich zukünftige Kunden, Auftraggeber und Geschäftspartner dauerhaft einprägen sollen.

Image ist keine Frage von Wahrheit oder Lüge, sondern von persönlicher Selektion und Privatsphäre: Niemand muss sich zeigen, wie er wirklich ist, jeder darf und soll sich in Top-Form präsentieren. Sogar Roman Herzog, raffinierter Montagekunst eher unverdächtig, sagte nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten in aller Öffentlichkeit, er müsse nun gründlich mit sich zu Rate gehen, „wie die Figur Roman Herzog das ihr angemessene Image bekommt“.

Kein Profi(t) ohne Profil

Bei der heutigen Informationsflut ist ein scharfes (Leistungs-) Profil notwendig. Doch vor allem viele Freiberufler und Selbstständige tragen aus Angst vor Umsatzeinbußen und verpasster Chance oftmals einen „Bauchladen“ an Produkten mit sich herum. Statt sich als Spezialisten mit weit überdurchschnittlichem Expertenwissen zu empfehlen, bieten sie alles Mögliche und nichts Besonderes an.

Ein Logenplatz im Bewusstsein der Adressaten ist indes nur zu ergattern, wenn die Einzigartigkeit glaubhaft dargestellt wird. Generalisten gelingt es daher seltener als hochgradigen Spezialisten, das öffentliche und Medieninteresse auf sich zu ziehen. Sie sind nicht Heroe einer bestimmten Disziplin, sondern einer unter vielen Wald – und Wiesenexperten.

Im Trainingsbereich etwa hat es der „Zeitmanagementpapst“ Prof. Lothar J. Seiwert vorgemacht. Er wollte von Anfang an Marktführer zum Thema „Zeitmanagement“ werden. Dass er nun ein weithin bekannter und überdurchschnittlich honorierter Trainer ist, ist für ihn die zwangsläufige Folge dieser Spezialisierung. Im Fall Seiwert ist der Erfolg mustergültig. So erhielt er als erster Deutscher den Weiterbildungs-Award der American Society for Training and Development (ASTD).

Sie können viel und wissen nicht, worauf Sie sich spezialisieren sollen? Am besten in den Bereichen, mit denen Sie sich besonders stark identifizieren, denn Leidenschaft ist noch immer der beste Tempomacher für Spitzenleistungen. Was Sie gerne machen, machen Sie gut – und man nimmt es Ihnen (Stichwort: Authentizität) auch ab.


 


 

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Michael Gestmann
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