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Standortwechsel entdeckt Tiefster Punkt verlegt

Erste Hinweise auf den Standortwechsel gab es nach der Auswertung einer so genannten Laserscanner-Befliegung des Kreisgebietes. Die Experten der Kreisverwaltung erstellten aus dem von Geobasis NRW (ehemals Landesvermessungsamt) zur Verfügung gestellten Daten Reliefkarten, die die neuen Höhenunterschiede der Kreisoberfläche sichtbar machten.

Kreis Unna. (PK) (Fast) unbemerkt von Bürgern und Behörden ging ein statistischer Markstein auf Wanderschaft: Der tiefste Punkt des Kreises wechselte seinen Standort. Während viele ihn noch im beschaulichen Selm vermuten, zog er um und ist nun im nicht weniger netten Werne anzutreffen.

Genau auf 37,3 Meter über Normalnull (NN) hat sich der vor allem bei Statistikern beliebte tiefste Punkt abgesenkt. Seine neue Adresse lautet damit: tiefster Punkt Kreis Unna, c/o RWE Power Kraftwerk - Gersteinwerk, Hammer Straße 2/Lippe-Altarm, 59368 Werne-Stockum.

„Tiefer werden wir im Kreis Unna nicht sinken“, scherzte Kreis-Baudezernent Dr. Detlef Timpe gegenüber Werksleiter Dr. Ralf Heitmüller bei der Punktbesichtigung auf dem Kraftwerksgelände.

Erste Hinweise auf den Standortwechsel gab es nach der Auswertung einer so genannten Laserscanner-Befliegung des Kreisgebietes. Die Experten der Kreisverwaltung erstellten aus dem von Geobasis NRW (ehemals Landesvermessungsamt) zur Verfügung gestellten Daten Reliefkarten, die die neuen Höhenunterschiede der Kreisoberfläche sichtbar machten. Letzte Gewissheit brachte im März 2010 eine Nachmessung per GPS-Gerät des Fachbereiches Vermessung und Kataster.

Bis dato galt als tiefster Punkt des Kreises ein 44 m über NN liegender Punkt südlich des Dahler Holzes in der Stadt Selm, und zwar dort, wo die Lippe das Kreisgebiet verlässt.

Nass ist es auch am neuen tiefsten Punkt des Kreises. Er befindet sich an einem Lippe-Altarm südlich der Kraftwerksdeponie zwischen dem RWE Power Kraftwerk im Westen und der Straße „Am Lausbach“ auf Hammer Stadtgebiet im Osten.

Der Altarm entstand in den 1960er Jahren bei der Begradigung und Eindeichung der Lippe auf dem Kraftwerksgelände. Er ist inzwischen von der Lippe abgetrennt, hat jedoch das ganze Auf und Ab in den letzten Jahrzehnten – auch Bergsenkungen genannt – natürlich mitgemacht. Außerdem hat der Altarm eine grenzwertige Bedeutung: Er markiert auf rund 170 Metern die Grenze zwischen dem Kreisgebiet Unna sowie der Stadt Werne mit der kreisfreien Stadt Hamm.

Während der Altarm mit dem tiefsten Punkt aus der Versenkung auftauchte und ins Licht der Öffentlichkeit geriet, steht die Lippe über solcher Publicity schlicht drüber: Die eingedeichte Lippe bringt es in Werne-Stockum je nach Wasserstand auf eine Höhe von 53,5 m.

Eva Börger, stellvertretende Leiterin des Fachbereiches Vermessung und Kataster, ist sicher, dass die Verschiebung so manchen Heimatkundler, Geografen oder Statistiker interessiert. Die neuen Daten zum Höhenprofil des Kreises dienen aber auch als Grundlage für topografische Karten. „Tiefen und Höhen im Kreis spielen ebenfalls eine Rolle für die Planung, wenn es z. B. um Frischluftschneisen geht, oder bei der Planung des Hochwasserschutzes“, erläutern Eva Börger und ihr Kollege Karsten Krantz.

„Wer wissen will, wo der Tiefpunkt im Kreis ist und wie die Landschaft im Kreis insgesamt aussieht, kann sich im Internet einen Überblick verschaffen“, verweist Eva Börger auf virtuelles Kartenmaterial, das über den GeoService des Kreises unter www.kreis-unna.de oder unter www.geoservice.kreis-unna.de abzurufen ist. Dort ist auch der weiterhin höchste Punkt des Kreises - Bürenbruch im Schwerter Wald - mit 260,2 m über NN zu finden.

(Redaktion)


 


 

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