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Der KLOUT-Score: Messwert oder Zeitverschwendung?

Quantity first - Die Menge macht’s. Das könnte fast der Slogan des kalifornischen Services KLOUT sein, der ein auf der Grundlage der Analyse von Sozialen Netzwerken basierendes Rating von Nutzern erstellt. Wenngleich die Aussagekraft des sogenannten KLOUT-Scores aus heutiger Sicht noch fraglich erscheint, so ist dennoch ein Trend zu erkennen, demzufolge sich die „Schufa des Internets“ allmählich als feste Größe in der Reputationsmessung etabliert.

Grund genug, den KLOUT-Score einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Zusammengefasst errechnet KLOUT aus Anzahl der Freunde, Größe des Netzwerkes, eigener Aktivität, Interaktion der Freunde, Retweets etc. einen Wert zwischen 1 und 100, der die Online-Reputation dieser Person angibt. Der durchschnittliche Score liegt dabei (laut Wikipedia) bei 40. Wie dieser Wert tatsächlich ermittelt wird und welche Faktoren wirklich Einfluss haben, behält man im KLOUT-Office in San Francisco weitestgehend für sich.  Dass bei dieser Art der Messung die Qualität unter Umständen auf der Strecke bleibt, da auch Spam den KLOUT-Score beeinflusst, versteht sich fast von selbst. 

Dennoch kann der KLOUT-Score zumindest grob Auskunft darüber geben, wie groß die virale Reichweite  einer Person ist. Für Unternehmen kann dies überaus interessant sein. 

Je höher der KLOUT-Score eines „Kunden“, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit einem Influencer oder Multiplikator zu tun hat, dessen Reichweite durchaus auch schon mal einen gewissen „Extra Service“ rechtfertigt. Empfehlungen solcher Personen sind schließlich das A und O im digitalen Geschäft.

 Sicherlich – das geht ein wenig in Richtung „Zweiklassengesellschaft“, es wäre aber aus Unternehmenssicht dennoch logisch und nachvollziehbar. 

So kursieren zum Beispiel schon jetzt Berichte über Hotels, die den KLOUT-Score ihrer Gäste im Vorfeld abfragen, um gegebenenfalls auf ein besseres Zimmer wechseln zu können. Oder Bewerber, die aufgrund eines zu niedrigen KLOUT-Scores abgelehnt wurden. Was an dieses Geschichten tatsächlich dran ist, sei einmal dahingestellt. Nichts desto trotz zeigen allein diese Überlegungen, dass eine Messgröße wie der KLOUT-Score zukünftig erheblichen Einfluss darauf haben kann, wie man unser digitales Image von außen betrachtet. 

Was in den USA bereits als Standard gehandelt wird, ist in Deutschland noch nicht so recht angekommen und die Auswahl von Bewerbern auf Basis des KLOUT-Scores wird sich wohl – zumindest bei uns  - vorerst auf sehr wenige und dazu noch hochgradig internetaffine Branchen beschränken. Etwas kann der KLOUT-Score aber auch heute schon für deutsche Unternehmen leisten: Er kann dabei helfen, Influencer und Meinungsmacher zu finden, die für die Rolle als Markenbotschafter geradezu prädestiniert und damit äußerst wichtig sind. 

Für die Wirtschaft sind Zahlen wie der KLOUT-Score ohnehin Gold wert und somit stellt sich die Frage, ob der KLOUT-Score wirklich Sinn macht, eigentlich gar nicht. Fest steht: Auch wenn die qualitative Analyse von KLOUT derzeit noch schwächelt und die Eindimensionalität des Scores nicht taugt, um verbindliche Aussagen über die tatsächliche Relevanz der viralen Reichweite einer Person zu treffen, so hat dieser Service doch beste Chancen, sich als Marktführer und damit als wichtigste und relevanteste Größe in der Online-Reputationsmessung zu behaupten. Und auch hier gilt: der frühe Vogel fängt den Wurm. 

KLOUT ist augenblicklich noch stark auf den amerikanischen Markt ausgerichtet und berücksichtigt primär Aktivitäten auf Facebook, Twitter und LinkedIn. Wer in erster Linie Netzwerke wie QYPE oder XING nutzt, nimmt damit keinerlei Einfluss auf seinen Score. Allerdings erweitert KLOUT die Liste der analysierbaren Netzwerke regelmäßig, so dass es sich in jedem Falle lohnt, seinen KLOUT-Score – im Augenblick vielleicht noch mit einem Zwinkern - im Auge zu behalten.  

Neugierig? www.klout.com

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ISBN: 978-3827331632

(Jens Schlüter)


 


 

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