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Betonfiguren

Schmallenberg inszeniert Kunstfrühling mit Alltagsmenschen

Schmallenberg. Weder Goethe im Kopf noch „Kyrill“ vor Augen werden die Gäste und Bürger des Schmallenberger Sauerlands haben, wenn am 5. April „Alltagsmenschen“ der bekannten Bildhauerin Christel Lechner enthüllt werden. Denn die bunten und überlebensgroßen Betonfiguren werden nicht in der langsam aufblühenden Landschaft inszeniert, sondern auf den Straßen und Plätzen der historischen Innenstadt. Dort werden sie bis Ende Juni den Alltag der Einheimischen an- und die Aufmerksamkeit der Besucher erregen.

Ein Osterspaziergang der außergewöhnlichen Art

Im Kreisverkehr sitzt ein lesendes Paar, vor der Kirche grüßen Nonnen, vor dem Pfarrhaus winkt ein Schutzengel, auf dem Schützenplatz unterhält sich eine Touristengruppe, an der Sparkasse zieht eine kleine Polonaise vorbei, vor Falke und Hit wird geduscht und aus dem Rathaus kommen graue Männer. Mit viel Feingefühl werden die Initiatoren, das Kunsthaus Alte Mühle und zahlreiche private Sponsoren, sämtliche Figuren platzieren und das klassizistische Stadtbild auf ungewohnte Art bereichern.
Christel Lechners Betonfiguren setzen einen Kontrapunkt zum heutigen Schönheits-, Jugendlichkeits- und Schlankheitswahn. Sie sind einfach Durchschnitt: farbig eher unauffällig, mittel- bis übergewichtig und ein wenig altmodisch gekleidet. So wie Alltagsmenschen. Ihnen gemein: Sie lächeln – mal vordergründig, mal hintergründig. Sie strahlen Ruhe, Gelassenheit und inneren Frieden aus. Sie zeigen Gefühle, Stärken und Schwächen – und sie laden zum Verweilen ein, zum Innehalten und zum Nachdenken über sich selbst. Mitten auf der Straße, mitten im Alltag. Gelebtes Leben ist die menschlichste Form der Schönheit.

Christel Lechner berührt die Menschen mit ihren Skulpturen. Sie wirken uns vertraut und halten uns einen Spiegel vor, der besonders im Umfeld des Stadtbildes zum tragen kommt. Sie integrieren sich in Schmallenberg und entscheiden sich, zufällig zu uns zu gehören.
Getreu diesem Motto kreierte die gelernte Keramikmeisterin 1988 ihre ersten Alltagsmenschen. Sie versteht sie als eine Liebeserklärung an das pralle Leben und an den Charme der Menschen ihrer westfälischen Heimat. Eine Hommage, die in der nationalen und internationalen Kunstszene viel Beachtung fand und findet. Immer wieder gehen Gruppen ihrer „Menschen“ auf Reisen. Nach Berlin, Hamburg, München, Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Basel und Luzern, der Bundesgartenschau und der Expo nun ins Schmallenberger Sauerland, wo die 80 bis 100 Kilogramm schweren, mit Styropor befüllten Figuren vom 5. April bis 1. Juli das historische Zentrum der „Strumpfstadt“ bevölkern werden.
Wer die Alltagsmenschen erleben möchte, ist zur Eröffnung und dem gemeinsamen Rundgang mit der Künstlerin (ab Kunsthaus Alte Mühle) am Ostersonntag herzlich eingeladen. Wer sich ihnen lieber im Alleingang nähert, dem sei zur Orientierung und weiteren Information das zur Ausstellung erscheinende Faltblatt empfohlen. Es liegt vor Ort an vielen Stellen aus, ist von www.schmallenberger-sauerland.de herunterladbar, oder telefonisch bei der Gästeinformation Schmallenberger Sauerland zu bestellen.
Letztgenannte informiert unter der Gratis-Rufnummer 0800/0114130 an sieben Tagen pro Woche von 8 bis 21 Uhr nicht nur über die spektakuläre Ausstellung, sondern auch über alle weiteren Galerien und Kunstschmieden in der für ihr künstlerisches Potenzial bekannten Region. Außerdem weiß sie, wo Gäste die passende Unterkunft finden, möchten sie den Besuch der Alltagsmenschen in ein künstlerisch wie kulinarisch erlebnisreiches Wochenende einbetten.

(Redaktion)


 


 

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