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Sturmbedingte Verspätungen

Arbeitnehmer haben keinen Lohnanspruch

Entwurzelte Bäume, überschwemmte Straßen und Bahnschienen: Das Unwetter von gestern Abend sorgte für eine Menge Chaos. Weil die Deutsche Bahn als auch die Rheinbahn teilweise den Verkehr einstellen mussten und Straßen unpassierbar waren oder noch sind, kamen viele Arbeitnehmer heute nicht ins Büro. Oftmals bedeutet dies auch ein wirtschaftlicher Verlust. Wer den tragen muss, erklären ARAG Experten.

Wer wegen des Unwetters gestern Abend zu spät oder gar nicht zur Arbeit gekommen ist, fragt sich, was genau das für ihn zu bedeuten hat. Denn ein Arbeitsvertrag ist eigentlich eine denkbar einfache Sache: Lohn für Arbeitsleistung. Der Arbeitnehmer stellt seine Arbeitsleistung zur Verfügung und erhält dafür vom Arbeitgeber monatlich sein vereinbartes Entgelt. Heißt das aber gleichzeitig, ohne Arbeit kein Lohn? Nicht unbedingt, sagen ARAG Experten.

Betriebsrisiko

Es können Umstände eintreten, die es Arbeitnehmern unmöglich machen, ihre Arbeitsleistung zu erbringen wie eine Erkrankung. In diesem Fall und auch wenn es von der Arbeitgeberseite zu Leistungstörungen etwa durch defekte Produktionsmaschinen oder Stromausfall kommt, erhält der Arbeitnehmer seinen vereinbarten Lohn. Denn das Betriebsrisiko trägt allein der Arbeitgeber.

Wegerisiko: Keine Arbeit, kein Lohn

Wenn umgestürzte Bäume und Überschwemmungen es allerdings unmöglich machen, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen, greift der Begriff des Betriebsrisikos nicht. Das Bundesarbeitsgericht spricht in solchen Fällen von einem durch witterungsbedingte Verkehrsverhältnisse bestehenden Wegerisiko. Das Wegerisiko trägt weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer. Wird der Arbeitnehmer durch höhere Gewalt an seiner Arbeitsleistung gehindert, entfällt zwar die Arbeitspflicht, der Entgeltanspruch aber auch. Dann gilt also: Keine Arbeit, kein Lohn.

Nacharbeit

Die Pflicht, ersatzweise die verpassten Arbeitsstunden nachzuholen, hängt entscheidend von den arbeitsvertraglichen Gegebenheiten und ihrer Zumutbarkeit ab. So ist eine Nachleistung der liegengebliebenen Arbeit in Betrieben mit Gleitzeit sicherlich meistens möglich. Einer halbtags beschäftigte Mutter, die nach der Arbeit ihren Sprössling vom Kindergarten abholen muss, sei eine Nacharbeit nach der regulären Arbeitszeit laut ARAG-Experten aber sicher nicht zuzumuten.

Sanktionen

Da kein Verschulden der Arbeitnehmer vorliegt, wenn diese aufgrund des witterungsbedingten Straßenchaos´ zu spät zur Arbeit kommen, besteht auch keine Grundlage für Sanktionen, wie einen Verweis oder gar eine Abmahnung. ARAG Experten räumen aber ein, dass es Arbeitnehmern durchaus zuzumuten ist, bei anhaltend schlechter Witterung das Haus früher als gewohnt zu verlassen. Wer es unter solchen Bedingungen also erkennbar darauf ankommen lässt, zu spät zur Arbeit zu erscheinen, ohne sich auf eine längere Anfahrtszeit einzustellen, riskiert zu Recht einen Anpfiff vom Chef.

(Redaktion)


 


 

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