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Südwestfalen

IHK-Region ein attraktiver Einzelhandelsstandort mit Potenzial

Erstmals veröffentlichte Kaufkraftanalyse als Handreichung für die Kommunalpolitik

Die Industrie- und Handelskammer Siegen veröffentlicht erstmals eine Kaufkraftanalyse für den IHK-Bezirk, die detaillierte Informationen zu allen 18 Städten und Gemeinden enthält. Die Kaufkraftzahlen geben Aufschluss über das Konsumpotenzial sowie die Attraktivität des Einzelhandelsstandortes. „Die Ergebnisse sind im Großen und Ganzen sehr erfreulich: Einerseits erzielen die Einwohner unserer Region überdurchschnittlich hohe Einkommen, andererseits profitieren davon auch große Teile der Einzelhändler vor Ort. Denn auch der Einzelhandelsumsatz liegt über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Aber: Die kommunalen Unterschiede sind groß. Das vorhandene Kaufkraftpotenzial wird in einigen Kommunen nicht ausgeschöpft. Hier ist noch Luft nach oben“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die zentralen Ergebnisse.

Hohe Einkommen im Kreis Olpe 

Die Analyse des verfügbaren Einkommens (allgemeine Kaufkraft) ergibt, dass den Einwohnern im IHK-Bezirk durchschnittlich mehr Geld zur Verfügung steht als den Einwohnern in Bund und Land. Für das Jahr 2019 beläuft sich das allgemeine Kaufkraftvolumen in Siegen-Wittgenstein und Olpe auf etwa 10 Mrd. €. Je Einwohner ergibt sich somit ein verfügbares Einkommen von 24.364 €. Das sind 364 € mehr als der Bundes- und 615 € mehr als der Landesdurchschnitt. Während die Einwohner aus Siegen-Wittgenstein mit 23.947 € leicht über dem Landesdurchschnitt und in etwa auf Bundesniveau liegen, verfügen die Einwohner aus dem Kreis Olpe über deutlich überdurchschnittliche Einkommen. Ihre Einkünfte liegen 1.475 € über dem Landes- und 1.224 € über dem Bundesdurchschnitt. Stephan Häger, Leiter des IHK-Referats Konjunktur, Arbeitsmarkt und Statistik: „Diese Zahlen sind ein Beleg für die Stärke der Wirtschaftsregion mit einer geringen Arbeitslosenquote und einer hohen Beschäftigung.

Vor allem die Bewohner der Stadt Attendorn stechen bei diesem Vergleich heraus. Regional sind sie unangefochtener Spitzenreiter und auch bundesweit sind sie ganz oben mit dabei. Im gesamten Bundesgebiet erzielen in nur 34 Kommunen (mit mehr als 20.000 Einwohnern) die Einwohner im Durchschnitt bessere Einkommen als die der Hansestadt. Das ist beachtlich.“ Den Einwohnern Attendorns stehen jährlich etwa 30.000 € allgemeine Kaufkraft zur Verfügung. Somit erzielen sie ca. 6.000 € mehr Einkünfte als der Bundes- und Landesdurchschnitt. Auf den Plätzen zwei und drei im Kammerbezirk folgen die Einwohner der Stadt Olpe und der Gemeinde Wilnsdorf.

Etwa 29 % der allgemeinen Kaufkraft werden im Einzelhandel inklusive Versand- und Internethandel ausgegeben. Diese einzelhandelsrelevante Kaufkraft liegt für den IHK-Bezirk ebenfalls über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Je Einwohner stehen im Jahr 7.118 € für den Einzelhandel zur Verfügung. Damit können die Einwohner im IHK-Bezirk 60 € mehr im Einzelhandel ausgeben als der durchschnittliche Einwohner Nordrhein-Westfalens. Stephan Häger: „Die Einwohner aus dem Kreis Olpe liegen auch hier vor den Bewohnern Siegen-Wittgensteins. Spitzenreiter sind wieder die Einwohner Attendorns. Mit 7.901 € können sie sogar 843 € mehr ausgeben als der Landesdurchschnitt.“

Siegen die Einkaufsmetropole der Region 

Zusätzlich zu den Kaufkraftkennzahlen sind auch der Einzelhandelsumsatz und die Zentralitätskennziffern entscheidende Kenngrößen. Die Einzelhandelsumsätze je Einwohner liegen teilweise deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Mit 6.611 € je Einwohner liegt der Einzelhandelsumsatz im Kreis Siegen-Wittgenstein 409 € über dem Bundes- und 350 € über dem Landesdurchschnitt. Hingegen wird im Kreis Olpe ein unterdurchschnittlicher Einzelhandelsumsatz erzielt. Stephan Häger: „Wenig überraschend ist, dass der größte Einzelhandelsumsatz in Siegen generiert wird. Die Dimension hingegen ist beeindruckend. Etwa 36 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes im IHK-Bezirk entfallen auf das Oberzentrum. Ein Beleg für die herausragende Bedeutung des Einzelhandelsstandortes Siegen in unserer Region.“

Die Attraktivität eines Einzelhandelsstandortes lässt sich über die Zentralitätskennziffer ableiten. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis von Einzelhandelsumsatz zur vor Ort vorhandenen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft. Wie beim Einzelhandelsumsatz liegt der Kreis Siegen-Wittgenstein beim Vergleich der Zentralitäten deutlich vor dem Kreis Olpe. Hauptverantwortlich für die überdurchschnittlich hohe Zentralitätskennziffer ist das Oberzentrum Siegen. Bei einem deutschlandweiten Vergleich aller Großstädte belegt die Einkaufsmetropole Siegen einen Spitzenplatz. Nur Trier, Würzburg, Regensburg und Koblenz können noch höhere Zentralitätswerte aufweisen. Aber auch Olpe, Freudenberg und Lennestadt sind überdurchschnittlich attraktive Einzelhandelsstandorte.

Siegen, Olpe und Freudenberg mit überdurchschnittlichem Kaufkraftzufluss 

Trotz der guten Zentralitätswerte schafft es der Einzelhandel der Region nicht, die vorhandene einzelhandelsrelevante Kaufkraft komplett vor Ort zu binden. Welches Potenzial in der Region existiert, zeigt die Lücke, die zwischen den im IHK-Bezirk erzielten Umsätzen im stationären Einzelhandel (2,60 Mrd. €) und der zur Verfügung stehenden Kaufkraft für den Einzelhandel (2,93 Mrd. €) besteht. Stephan Häger: „Etwa 11 % der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft verbleiben nicht im stationären Einzelhandel vor Ort, sondern fließen in den Online- und Versandhandel oder werden außerhalb der Region ausgegeben. Das sind jährlich etwa 332 Mio. €.“ Diese Zahlen seien jedoch wenig überraschend, habe der Onlinehandel doch inzwischen ebenfalls einen Marktanteil von 11 % am Einzelhandelsumsatz. „Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, den Einzelhandel vor Ort zu stärken. Denn ein gut funktionierender Einzelhandel bedeutet gleichzeitig attraktive Zentren – und diese helfen ohne Frage der gesamten Wirtschaft, auch beim Finden und Binden von Fach- und Führungskräften“, betont Klaus Gräbener. Nur in Siegen, Olpe und Freudenberg gelingt es dem Einzelhandel, rein rechnerisch die vorhandene Kaufkraft vor Ort zu binden und sogar Kaufkraft aus anderen Kommunen zu gewinnen. Auch hier belegt Siegen den regionalen Spitzenplatz. Mindestens 257 Mio. € werden von Einwohnern anderer Kommunen in Siegen umgesetzt.

In der IHK-Kaufkraftanalyse werden alle relevanten Kaufkraftzahlen wie die allgemeine Kaufkraft, die einzelhandelsrelevante Kaufkraft, der Einzelhandelsumsatz und die Zentralität dargestellt. Insbesondere bei Standort- und Ansiedlungsfragen von Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen interessieren sich die Investoren und Gründer für solche Zahlen. Die IHK wertet mit dem IHK-Zahlenspiegel die Kaufkraftzahlen von „MB-Research und CIMA! BBE!“ aus, um ihren Mitgliedsunternehmen und Existenzgründern detaillierte Informationen über das Konsumpotenzial und die Konsumausgaben nach Standorten zugänglich zu machen.

Der IHK-Kaufkraftzahlenspiegel steht zum Download auf der Homepage der IHK Siegen bereit.

(Redaktion)


 


 

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