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The Economist

Deutschland dominiert, führt aber nicht

In seinem aktuellen Germany-Special (erscheint Freitag, 14. Juni) stellt das renommierte internationale Wirtschaftsmagazin "The Economist" Deutschland ein ambivalentes Zeugnis aus: Wirtschaftlich ein Riese, politisch ein Zauderer.

In der 15-seitigen Spezialbeilage argumentiert The Economist, dass Deutschland zwar Europas dominierende Wirtschaftsmacht geworden ist, die Frage einer europäischen Führungsrolle aber angesichts der Schatten der Vergangenheit ambivalent betrachtet. Die Frage ist nicht, ob Deutschland Europa in eine bessere Zukunft führen kann, sondern ob es gewillt ist, dies zu tun.

Deutschland sei nicht mehr „der kranke Mann Europas“, als der es 1999 von The Economist bezeichnet wurde. Es ist das größte Geberland in einer Eurokrise, die den Kontinent in Schuldner und Gläubiger geteilt hat. Deutschland genieße folglich einen überproportionalen Einfluss bei Entscheidungen über die Zukunft der Einheitswährung.

Aus historisch nachvollziehbaren Gründen scheut sich Deutschland, die Federführung für Europas Reformagenda zu übernehmen und bevorzugt es stattdessen, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Die Autorin des Germany-Specials, Zanny Minton Beddoes, untersucht die Stärken und Schwächen des neuen deutschen Wirtschaftsmodells und argumentiert, dass drei typisch deutsche Eigenschaften das Land in einer „Kleinstaaten-Mentalität“ verharren lassen:

  • Keine erfolgreichen historischen Erfahrungen mit internationalen Führungsrollen
  • Ein fest verwurzelter Glauben in den europäischen Integrationsprozess
  • Das unentwegte Streben nach Stabilität.

Angesichts der Bundestagswahlen am 22. September nähmen deutsche Politiker besondere Rücksicht auf Wähler, die fürchten, dass sich finanzielle Stabilität und der europäische Integrationsprozess gegenseitig ausschließen. The Economist untersucht die innenpolitischen Themen, die den Wahlkampf bestimmen, die Auswirkungen für Europa und Angela Merkels Rolle als wichtigste Politikerin des Kontinents.

The Economist betont, dass Deutschlands Zukunft und seine europäische Führungsrolle fest miteinander verbunden sind. So sehr wie die Zukunft Europas von Deutschlands Prioritäten und Führungsverständnis abhängt, so sehr wird Deutschlands eigene Zukunft von seinem Platz in Europa beeinflusst. Die Zukunft Europas wird nicht nur der Veränderungen wegen, die Deutschland anderen Ländern abverlangt, „Made in Germany“ sein, sondern auch weil das Land sich selber neu erfinden muss.

(Redaktion)


 


 

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