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Trinkwasserverordnung 2001

Bleifrei bald auch in Trinkwasserleitung

Die vom Gesetzgeber eingeräumte Übergangsfrist - mit einer zulässigen Bleikonzentration von maximal 0,025 mg pro Liter - zum Austausch von Bleileitungen endet zwar erst in zwei Jahren, betroffene Hausbesitzer sollten diesen Zeitrahmen aber nicht bis zum Ende ausreizen, sondern die erforderlichen Maßnahmen frühzeitig planen und durchführen lassen.

Bleifrei gilt bald auch für Trinkwasserleitungen. Darauf weist der Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin des Märkischen Kreises rechtzeitig hin. 

Seit die Trinkwasserverordnung 2001 in Kraft getreten ist, steht fest, dass wegen der gesundheitlichen Bedeutung ab 1. Dezember 2013 die zulässige Bleikonzentration im Liter Trinkwasser nur noch 0,010 mg betragen darf. Für die Besitzer älterer Häuser, die vor 1973 gebaut wurden, bedeutet dieser Umstand, dass sie, falls noch nicht erfolgt, die Trinkwasserinstallationen ihrer Häuser auf eventuell vorhandene Bleileitungen überprüfen und diese bis spätestens zum 30. November 2013 durch zugelassene Leitungsmaterialien vollständig ersetzen lassen müssen. Der dann zulässige Grenzwert ist nur so zu erreichen.

Hintergrund dieser Forderung der Trinkwasserverordnung ist die Tatsache, dass für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Schwangere eine besonders große Gesundheitsgefahr durch erhöhte Bleikonzentrationen besteht. Die Aufnahme von Blei beeinträchtigt die Blutbildung und die Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Besonders empfindlich reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem. Bei Erwachsenen wird das Blei ausgeschieden oder in den Knochen eingelagert, kann aber während Phasen erhöhten Stoffwechsels (beispielsweise während der Schwangerschaft) wieder ins Blut gelangen. Aus diesem Grund ist die Aufnahme bleihaltigen Wassers - egal in welcher Konzentration Blei darin enthalten ist - nicht nur für Ungeborene und Kleinkinder sondern auch für junge Frauen und Schwangere eine (vermeidbare) Gesundheitsgefährdung.

Daher sollte, bis zum vollständigen Austausch der Bleileitungen, aus betroffenen Installati-onen entnommenes Trinkwasser nicht für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern genutzt werden. Auch Schwangere sollten möglichst auf den Gebrauch von mit Blei belastetem Trinkwasser verzichten.

Bleileitungen sind nicht magnetisch, optisch weisen sie einige Besonderheiten auf:

Die Wasserleitungen glänzen silbrig-grau,  sind in weiten Bögen verlegt, spitze Gegenstände hinterlassen deutliche Kratzspuren und Lötstellen sind erkennbar gewölbt.

Blei reichert sich in betroffenen Hausinstallationen im Trinkwasser besonders dann an, wenn längere Zeit, etwa über Nacht, kein Wasser entnommen wurde. Die Bleikonzentration kann daher etwas gesenkt werden, wenn nach längeren Stagnationsphasen der Nutzer vor dem Gebrauch erst Wasser ablaufen lässt.

Die vom Gesetzgeber eingeräumte Übergangsfrist - mit einer zulässigen Bleikonzentration von maximal 0,025 mg pro Liter - zum Austausch von Bleileitungen endet zwar erst in zwei Jahren, betroffene Hausbesitzer sollten diesen Zeitrahmen aber nicht bis zum Ende ausreizen, sondern die erforderlichen Maßnahmen frühzeitig planen und durchführen lassen.

(Redaktion)


 


 

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