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Ukraine-Russland-Krise

Unternehmen spüren die Folgen

Die Russland-Ukraine-Krise geht nicht spurlos an den Unternehmen am Mittleren Niederrhein vorbei. Erste Auswirkungen sind jetzt spürbar, wenn auch noch in geringem Ausmaß.

Jedes fünfte Industrie-, Großhandels- und Dienstleistungsunternehme spürt bereits die Folgen des Konflikts, wenn auch noch in geringen Maßen. Das ergab eine Umfrage der IHK Mittlerer Niederrhein. 4 Prozent der Betriebe allerdings melden einen großen Einfluss auf die eigene unternehmerische Aktivität. Überdurchschnittlich deutlich trifft die Krise die Investitionsgüterproduzenten, zum Beispiel den Maschinenbau. Jedes dritte Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig beklagt einen zumindest geringen, jeder fünfte Betrieb sogar einen großen Einfluss des Konflikts auf die Geschäftslage. „Da gerade die Produktion von Investitionsgütern in Deutschland sehr wertschöpfungsstark ist, hat die Krise das Potenzial, sich nachhaltig negativ auf das Wachstum auszuwirken“, sagt Stefan Enders, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs International der IHK Mittlerer Niederrhein. „Die im Russlandgeschäft tätigen Kunden klagen vor allem über Finanzierungsprobleme und Verzögerungen bei der Vertragsabwicklung bei ihren russischen Partnern“, berichtet Andreas Beier vom Neusser Logistiker ICT. Der Prokurist des mittelständischen Spediteurs verzeichnet derzeit eine Verschlechterung der Auftragslage und befürchtet weniger Exportumsatz: „Vor allem dann, wenn die Sanktionen der EU gegen Russland weiter verschärft werden.“

Hauptsorge Export

Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer weiteren Umfrage unter mehr als 200 Unternehmen in NRW, die im Russlandgeschäft aktiv sind. Danach machen sich die Folgen der politischen Spannungen mit Russland bei immerhin rund 40 Prozent der Firmen bereits in rückläufigen Geschäften bemerkbar. Mehr als 37 Prozent der befragten Unternehmen befürchten eine Verschlechterung ihrer Geschäftsbeziehungen zu Russland. Die Hauptsorgen gelten dem Exportgeschäft: 54 Prozent der Unternehmen erwarten in Zukunft weniger Exportumsätze mit Russland. Aktuelle Daten von IT.NRW bestätigen die Umfrageergebnisse der Industrie- und Handelskammern. Demzufolge ist die Exporttätigkeit der nordrhein-westfälischen Unternehmen mit der Russischen Föderation im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent zurückgegangen. Bei den Importen aus der Russischen Föderation beträgt das Minus 24 Prozent.

Russland schwächelt auch ohne Krise

„Bei der Bewertung der Folgen der Krise ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch ohne Wirtschaftssanktionen die russische Wirtschaft schwächelt“, erklärt Enders. Schließlich musste der Rubel bereits im Laufe des vergangenen Jahres eine erhebliche Abwertung verkraften, die durch die Ukraine-Krise und den damit einhergehenden Kapitalabfluss aus Russland verstärkt wurde. „Diese Abwertung des Rubels verteuert Importe nach Russland, reduziert die Kaufkraft, führt zu Liquiditätsengpässen bei Banken und zu steigenden Finanzierungskosten für Unternehmen“, so Enders. Für 38 Prozent der befragten NRW-Unternehmen ergeben sich daher negative Folgen durch Finanzierungsprobleme. Sie befürchten zudem verteuerte oder eventuell sogar wegfallende Exportkreditabsicherungen. Zwar werden bereits angestoßene Projekte noch abgewickelt, neue werden aber erst einmal auf Eis gelegt.

(Redaktion)


 


 

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