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Vorsicht bei der Beitragsberechnung

Gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige

Private Krankenkassen locken häufig mit günstigen Beiträgen. Viele Billigtarife bieten allerdings nur einen sehr eingeschränkten Leistungsumfang oder sind im Endeffekt doch teurer als erwartet. Selbstständige bevorzugen aus diesen und weiteren Gründen daher oftmals die freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse.

Auch wenn Selbst- ständige die freie Wahl haben, viele Existenz- gründer entscheiden sich für die gesetzliche Krankenversicherung. Die Familienversiche- rung, in der Familien- angehörige beitragsfrei mitversichert sind, ist für viele Selbstständige ein gewichtiges Argu- ment für die gesetz- liche Krankenkasse. Ebenso wie die Angst vor hohen Beiträgen im Alter, die trotz einer geringen Rente in die private Kasse eingezahlt werden müssten. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel an die Aufnahme einer sozialver- sicherungspflichtigen Beschäftigung gebunden. Für Selbstständige kann die Art der Beitragsberechnung bei der gesetzlichen Krankenversicherung aber mitunter zu einer enormen finanziellen Belastung führen. Der Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung wird grundsätzlich in Abhängigkeit vom Einkommen berechnet. Das hört sich zunächst nach einer gerechten Verteilung der Lasten entsprechend der persönlichen Einkommens- verhältnisse an. Bei Selbständigen mit geringem Einkommen wird die Einkommensabhängigkeit aber durch die sogenannte Mindestbemes- sungsgrundlage ausgehebelt.

Entscheidend ist die Mindestbemessungsgrundlage

Bei Selbstständigen, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenver- sicherung versichern lassen, wird ab 2013 ein Mindesteinkommen von 2.021,25 Euro angenommen. Auf Basis dieser Mindestbemessungsgrundlage werden die Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung berechnet. Bei Nachweis geringerer Einkünfte kann diese Bemessungs- grundlage zwar auf Antrag abgesenkt werden, beträgt jedoch immer noch mindestens 1.347,50 Euro. Und genau hier wird es für viele Existenzgründer oder Selbstständige mit geringen Einkommen eng. Denn auch wenn nur 1.000,00 EUR monatlich zur Verfügung stehen, muss soviel Beitrag an die Krankenkasse entrichtet werden, als ob rund 350,00 Euro Einkommen mehr vorhanden wären.

Ein Viertel des Einkommens

Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht die Zusammenhänge: Bei einem Beitragssatz von 15,5 Prozent, ergibt sich auf Basis der Mindestbemes- sungsgrundlage von 1.347,50 Euro ein Beitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 208,86 Euro. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beträgt für Kinderlose 2,3 Prozent, woraus sich ein Beitrag von 30,99 Euro ergibt. Der Gesamtbeitrag in Höhe von 239,85 Euro bedeutet für Geringverdiener allerdings eine höhere Belastung als die 17,8 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung auf Basis der Mindestbemessungsgrundlage. Bei einem verfügbaren Einkommen von 1.000,00 Euro ergibt sich de facto eine Belastung von rund 23,99 Prozent, bei geringeren Einkünften sogar eine noch höhere prozentuale Belastung. Wenn nahezu ein Viertel aller Einkünfte an die Krankenkasse fließen, ist ein gut durchdachtes Liquiditätsmanagement für Existenzgründer und Selbstständige unverzichtbar.

(openPR)


 


 

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