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Wirtschaftsgespräch

Breitband und Steuern im Fokus

Stark besuchtes IHK-Wirtschaftsgespräch in Drolshagen

Drolshagen. „Drolshagen befindet sich insgesamt auf einem guten Weg. Die Finanzlage der Kommune stabilisiert sich.“ Für den Haushalt des kommenden Jahres schloss Bürgermeister Ulrich Berghof beim IHK-Wirtschaftsgespräch in den Räumen der Röpa Römer-Metallbau GmbH in Drolshagen eine Erhöhung der Gewerbesteuer nach Möglichkeit aus. Für die Grundsteuer wollte der Bürgermeister keine Festlegung treffen. Allerdings: „Die interkommunale Zusammenarbeit in der Abfallwirtschaft trägt Früchte: Derzeit sieht es für das Jahr 2017 nach einer Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Bereich der Abfallgebühren aus“, so Berghof.

IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener hob die vergleichsweise guten Strukturdaten der Stadt Drolshagen hervor. Wenngleich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten Jahren rückläufig sei, bewege man sich noch auf hohem Niveau. Eine niedrige Arbeitslosenquote und eine deutlich überdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung seit 1980 sprächen für die Wirtschaftskraft und die Lebensqualität der Kommune, die sicher auch von der Nähe der Verkehrsadern A4 und A45 profitiere. Durch die Entwicklung des interkommunalen Gewerbeparks „Hüppcherhammer“ direkt an der Sauerlandlinie könne der unternehmerische Flächenbedarf in weiten Teilen gedeckt werden.

Mit Blick auf den anstehenden sechsstreifigen Ausbau der A45 und des Neubaus der Brücken appellierte Volker Römer, Geschäftsführer der Röpa Römer-Metallbau GmbH, alles dafür zu tun, dass die auf Jahrzehnte geschätzten Bauarbeiten zügig durchgeführt werden können. „Die Autobahn muss so bald wie möglich wieder voll zur Verfügung stehen“, so Römer. Hierfür sollten sich auch die Unternehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten verstärkt einsetzen. Im Rahmen des „Masterplan A45“ engagiere sich die IHK für einen optimalen Informationsfluss zwischen allen beteiligten Akteuren. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW bereite man eine intensive Einbindung von Unternehmen und Bürgern in die Maßnahmen vor, ergänzte stellv. IHK-Hauptgeschäftsführer Hermann-Josef Droege. Damit solle erreicht werden, dass möglichst ohne Gerichtsverfahren und damit zügig gebaut werden könne.

Kontrovers diskutierten die rund 70 Gäste aus Wirtschaft und Politik die Versorgung mit schnellem Internet. Insbesondere in den Industrie- und Gewerbegebieten sei die Ausbausituation alles andere als gut. Hans-Peter Langer von der IHK verwies auf die dramatischen Ergebnisse einer entsprechenden Unternehmensbefragung. Derzeit gingen alle Blicke gespannt in Richtung Kreishaus. Die Stadt Drolshagen hatte ebenso wie die anderen Kommunen im Kreisgebiet eine Vereinbarung zum Breitbandausbau mit der Kreisverwaltung getroffen.

Der Kreis Olpe hatte als einer der ersten Kreise überhaupt eine Förderzusage durch das zuständige Bundesministerium erhalten. Damit soll in bisher schlecht versorgten Gebieten in den kommenden Jahren eine Versorgungsqualität von mindestens 50 Mbit/s (Download) hergestellt werden, was ohne die öffentliche Förderung kaum zu erwarten sei. Derzeit führt der Kreis Olpe ein Vergabeverfahren durch, in dem geeignete Anbieter für den Ausbau in den bereits ermittelten Ausbaugebieten gefunden werden sollen. „Wir rechnen damit, dass im nächsten Frühjahr mit den konkreten Bauarbeiten begonnen wird“, kündigte hierzu Bürgermeister Berghof an.

Interessant sei, dass für Industrie- und Gewerbegebiete optional auch Angebote für die wesentlich leistungsfähigeren Glasfaserdirektanschlüsse abgegeben werden könnten. Allerdings seien die zusätzlichen Kosten hier nicht durch die Bundes- bzw. Landesförderung abgedeckt, so Langer. Hier sei letztlich die Politik vor Ort gefordert. Unternehmer Christoph Heuel von HEUEL LOGISTICS Josef Heuel GmbH aus Drolshagen unterstrich die Dringlichkeit: „Wir Unternehmer sind gerne bereit, uns da stärker einzubringen. Unser Unternehmenswachstum wird durch die nicht vorhandene Breitbandverbindung gerade deutlich gebremst. Wir könnten bis zu 20 Mitarbeiter mehr am Standort Drolshagen beschäftigen, wenn die Leitung nicht bei 10 Mbit/s Maximalleistung läge.“ Das bestätigte auch Alexander Huhn von der Heinrich Huhn GmbH & Co. KG: „Der Austausch von CAD-Daten zwischen Hützemert und dem neuen Standort in Scheda ist fast nicht möglich. Auch dort ist die Grundversorgung nicht gegeben. Wie sollen wir da im Januar eigentlich starten?“ Die besondere Situation in den Gewerbegebieten müsse bei der Planung noch einmal verstärkt in den Blick genommen werden.

Bürgermeister Berghof sagte auf Nachfrage zu, im Rahmen einer Veranstaltung über das weitere Vorgehen in Sachen Breitband zu informieren, wenn die Ausschreibungsergebnisse vorliegen und aufbereitet sind.

(Redaktion)


 


 

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