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Wirtschaftsgespräch

Einzelhandels- und Industrieflächen bleiben auf der Tagesordnung

Siegen/Hilchenbach - Die weitere städtebauliche Entwicklung des Stadtkerns bleibt für Hilchenbach eine vordringliche Aufgabe. Die langjährigen Bemühungen, hier einen Lebensmittelmarkt neu anzusiedeln, waren bisher nicht erfolgreich.

Seit der Schließung des Schlecker-Marktes im Gerberpark fehlt zudem ein Drogeriemarkt. Noch ist ungewiss, ob jenseits der B 508 auf dem ehemaligen Betriebsgrundstück der USH ein Lebensmitteldiscounter und ein Drogeriemarkt einen neuen Standort finden.

Anlässlich des Hilchenbacher Wirtschaftsgesprächs, zu dem die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) die Hilchenbacher Unternehmen sowie die Stadtspitze in die Räume der Fa. SCHRAG Kantprofile GmbH eingeladen hatte, zeigte sich, dass die Vorstellung, geeignete Grundstücke für großflächigen Einzelhandel mit unmittelbarer Anbindung an den Marktplatz bereitstellen zu können, auf absehbare Zeit wohl kaum zu verwirklichen ist. Zuletzt hatte der Denkmalschutz ein solches Vorhaben am Ruinener Weg durchkreuzt. Die städtebauliche Situation bleibt mit Blick auf die weitere Einzelhandelsentwicklung deshalb schwierig. „Ein Patentrezept gibt es nicht“, so übereinstimmend Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab und die Vertreter der IHK. „Wir bedauern es sehr, dass die Eigentümergesellschaft derzeit wenig investiert, um die Attraktivität des Gerberparks zu steigern“, so Hasenstab. Der Bürgermeister lobte gleichzeitig das besondere Engagement des vom Einzelhandel getragenen Aktionsrings Hilchenbach, der durch Aktionen, Veranstaltungen und Sonntagsöffnungen immer wieder die Aufmerksamkeit von Besuchern wecke. Aus der Sicht der Anwesenden wurde der Wunsch geäußert, möglichst bald wieder einen Drogeriemarkt in Hilchenbachs Mitte anzusiedeln. „Trotz intensiver Bemühungen der Stadtverwaltung scheitert dies daran, dass den Filialisten vorhandene und angebotene Räumlichkeiten wegen der gewünschten Mindestgröße nicht ausreichen. Insofern ist auf die Entwicklung des USH-Geländes zu setzen“, so Hasenstab. 

Einen dringenden Appell richtete Franz J. Mockenhaupt, Hauptgeschäftsführer der IHK, an die Verantwortlichen der Stadt: „Hilchenbach lebt ganz wesentlich von der Industrie. Setzen Sie sich deshalb mit Nachdruck dafür ein, dass auch in Zukunft dafür die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählt in erster Linie eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik und eine funktionstüchtige und leistungsfähige Verkehrsanbindung.“ Er warb für mehr Geschlossenheit gegenüber dem Land in Fragen der Verkehrserschließung. Unternehmer ebenso wie die Politik müssten mehr Druck in Richtung Düsseldorf machen. Im Rahmen der Initiative Route57 sei es gelungen, der „schweigenden Mehrheit“ mit mehr als 16.500 Unterschriften eine Stimme zu geben. „Wir sollten es nicht so weit kommen lassen, dass Unternehmen die Produktion hier aufgrund der schwierigen Verkehrsanbindung aufgeben. Tatsächlich gibt es für sie Alternativstandorte, etwa unmittelbar im Duisburger Hafen.“ Die IHK-Vertreter forderten, die Ortsumgehungen zu Ende zu planen und die Zwischenstücke so zu ertüchtigen, dass niemand mehr angesichts des schleppenden Verkehrs zu „waghalsigen Überholmanövern“ verführt werde. Eine Möglichkeit sei die Einrichtung wechselseitiger Überholspuren.

Der Bürgermeister zog für die wirtschaftliche Entwicklung Hilchenbachs insgesamt eine positive Bilanz . „Es ist uns jetzt gelungen, das Gewerbegebiet ‚Vordere Insbach’ vollständig zu vermarkten.“ „Kräftige Zuwächse“ gebe es auch im Bereich der „weißen Industrie“, also im Klinikbereich, die, wie auch das Gastgewerbe, neben der Industrie und dem Handel ein wichtiger Eckpfeiler der Hilchenbacher Wirtschaft sei.

Thomas Goswin, geschäftsführender Gesellschafter der Fa. SCHRAG Kantprofile GmbH, stellte als Gastgeber die SCHRAG-Unternehmengruppe vor. Aus einem 1892 gegründeten Großhandelsunternehmen für Haus- und Küchengeräte ist heute eine Unternehmensgruppe mit 14 Standorten in 6 Ländern entstanden. Sie ist in vier Geschäftsfeldern (Kantprofile, Fassaden, Ingenieurleistung und „Metall am Dach“) tätig und beschäftigt heute circa 450 Mitarbeiter.

(Redaktion)


 


 

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