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Zukunftsberufe

„Dankeschön“-Veranstaltung: 160 Mädchen hatten „MuT“

Mädchen blickten Vorbildfrauen in vermeintlichen Männerberufen über die Schulter

„Dankeschön“ hat Martina Böttcher, die Gleichstellungsbeauftrage des Kreises Siegen-Wittgenstein, jetzt allen Beteiligten am Projekt „MuT – Mädchen und Technik – Vorbildfrauen geben Einblicke in Zukunftsberufe“ gesagt. Dazu hatte sie 80 Schülerinnen, 40 Vorbildfrauen, Lehrer, Eltern und alle Projektpartner in die Aula des Kulturhauses Lÿz eingeladen, die in diesem Jahr am Projekt teilgenommen hatten. Insgesamt war die Aula mit rund 200 Gästen voll besetzt.

Hinter dem Projekt „MuT“ stand die Idee, bei Mädchen Vorurteile über vermeintlich typische Männerberufe abzubauen und ihnen die Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die naturwissenschaftlich-technische Berufe gerade in unserer Region bieten. Deshalb schauten die Mädchen ein halbes Schuljahr lang Vorbildfrauen über die Schulter. Dabei sammelten sie durchaus spannende Eindrücke, die sie im Rahmen der „Dankeschön“-Veranstaltung präsentierten – in einer Ausstellung und zum Teil auch als Präsentation auf der Bühne.

Dabei wurde deutlich: Vermeintlich typische Männerberufe sind längst nicht mehr so körperlich anstrengend oder dreckig, wie viele sich das vorstellen. Sie sind abwechslungsreich, bieten Karrierechancen und vor allem auch wesentlich bessere Verdienstmöglichkeiten als die typischen Frauenberufe. So verwundert es auch nicht, dass einige der Mädchen auf diesem Weg weiter gehen wollen und im nächsten Schritt Praktika in den Unternehmen machen möchten, die sie jetzt kennengelernt haben.
In einer Gesprächsrunde machte Landrat Andreas Müller deutlich, dass er dieses Projekt richtig gut findet und den Mädchen wünscht, gute Entscheidungen für ihr späteres Berufsleben zu treffen. Gemeinsam mit Martina Böttcher bedankte sich der Landrat bei allen Beteiligten, die viel Kreativität, Zeit und Energie in die Durchführung des Projektes gesteckt haben. Vor allem die logistische Durchführung war bei vielen Beteiligten eine Herkulesaufgabe, machte auch Vio Kuhn deutlich, Projektmitarbeiterin von Martina Böttcher.

Die 80 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8 kamen von der Realschule Oberes Schloss in Siegen, vom Gymnasium Netphen, dem Städtischen Gymnasium Bad Laasphe, der Hauptschule Deuz, der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Siegen und der Carl-Kraemer Realschule in Hilchenbach.

Die Vorbildfrauen deckten die unterschiedlichsten Berufe und Firmen ab: von Dipl. Ingenieurin, Industriemechanikerin und Energieelektronikerin über Werkzeugmacherin, Produktdesignerin, Mechatronikerin und Technische Zeichnerin bis hin zu Feuerwehrfrau,  Garten- und Landschaftsgärtnerin, Mediendesignerin und Buchbinderin. Die Frauen arbeiten in kleinen Handwerksbetrieben, großen Industrieunternehmen, an der Uni oder auch in Verwaltungen.
„MuT“ war ein Projekt, das der Kreis Siegen-Wittgenstein im Rahmen der Fachkräfteinitiative durchgeführt hat, gefördert mit Geldern des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Regional wurde das Projekt neben den vielen teilnehmenden Firmen von der Stadt Siegen, den Gewerkschaften IGMetall und Verdi, der Unternehmerschaft, der Sparkasse Siegen und dem Berufskolleg Technik als Kooperationspartner unterstützt.

Insgesamt lief das Projekt zwei Jahre lang, so dass insgesamt 160 Schülerinnen und 80 Vorbildfrauen daran teilgenommen haben. Carsten Duif vom Arbeitsministerium machte bei der Dankeschön-Veranstaltung deutlich, dass ihm „MuT“ richtig gut gefällt und er sich vorstellen kann, dass man diese erfolgreiche Idee andernorts in Nordrhein-Westfalen aufgreift.

Nachdem das zweijährige Projekt nun abgeschlossen ist, stellt sich die Frage, wie es in Siegen-Wittgenstein weitergeht. „Interesse bei den Schulen und Unternehmen gibt es“, sagt Martina Böttcher. Allerdings haben sich inzwischen die Rahmenbedingungen verändert: Durch das Landesprojekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ nimmt die Berufsorientierung jetzt ohnehin einen größeren Raum in den Schulen ein. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist mit dem beim Fachservice Schule und Bildung angesiedelten Regionalen Bildungsbüro eine von sieben Referenzkommunen für diesen Bereich.  Derzeit werden die Ergebnisse einer Befragung der an „MuT“ teilnehmenden Schülerinnen ausgewertet. Auch die Vorschläge von Vorbildfrauen, Betrieben und nicht zuletzt Eltern wurden in Form einer Ideenbox für eine gelungene Berufsorientierung gesammelt. Weitere Resultate könnte eine wissenschaftliche Arbeit der Soziologiestudentin Jana Klein bringen, die mit Unterstützung der ebenfalls am MuT teilnehmenden Firma Bombardier in Dreis-Tiefenbach ihre Bachelorarbeit an der Uni Siegen zum Thema „Fachkräftemangel und geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation“ schreibt. „Wenn alle Ergebnisse vorliegen, werden wir mit allen Beteiligten weitere Gespräche führen und schauen, wie es mit ‚MuT‘ weitergehen kann“, so das Fazit von Martina Böttcher.

(Redaktion)


 


 

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