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Backen wie Gott in Brüssel

Auszubildender absolvierte bei Zulieferer dreiwöchiges Auslandspraktikum

Muharrem Taskiran war im Zuge der ausbildungsbegleitenden Fortbildung zum Europaassistenten in Brüssel. Ein Praktikum in einem ausländischen Betrieb steht aber jedem Auszubildenden und auch Mitarbeitern offen. Dazu gibt es Fördermittel und Zuschüsse.

Arnsberg (hwk). Tagsüber in der Versuchsbäckerei arbeiten, abends durch Brüssel schlendern oder auf Englisch mit der Vermieterin plaudern – drei Wochen lang lebte Europaassistent Muharrem Taskiran wie Gott in Belgien. Der Auszubildende der Sunderner Bäckerei Vielhaber war in der belgischen Hauptstadt im Praktikum.

Den Platz stellte Puratos, ein europaweit tätiger Zulieferer für Bäckereien und Konditoreien. Backmeister Bernd Robaskiewicz hatte den Kontakt vermittelt, er regelte auch das Organisatorische. Die Unterkunft besorgte sich Muharrem selbst. Sein Zimmer lag 14 Kilometer entfernt vom Firmensitz. Es war mit dem Auto dank Navi gut zu erreichen, aber das Fahren war eine Herausforderung.

Allein in Brüssel beschäftigt Puratos etwa 500, weltweit etwa 5.000 Mitarbeiter. In der Versuchsbackstube werden neue Rezepte entwickelt, Zutaten getestet, Mengen- und Zeitangaben optimiert. Das kann auch im Kundenauftrag geschehen. So arbeitete Thierry, ein französischer Bäcker, an einem Baguetterezept. In seinen Testreihen veränderte er das Verhältnis von Mehl, Salz und Wasser, Temperaturen, Knet- und Backzeiten. Ihm war Muharrem zugeteilt; er backte unter Thierrys Anleitung eigene Baguettes und bekam den einen oder anderen Tipp. „Mir hat gefallen, wie gut die Backstube organisiert war“, sagt Muharrem, der sich in den Abläufen schnell zurecht fand und auch in seinem Leben in Brüssel immer heimischer wurde. „Am Wochenende bin ich in die Umgebung gefahren und habe mir da einiges angesehen“, erzählt er.

Sein Chef, Eberhard Vielhaber, freut sich über das Engagement des jungen Mannes. Die Produkte, die Zulieferer und der Markt werden immer internationaler. „Muharrem hat durch das Praktikum die Erfahrung gemacht, dass er in seinem Fach im Ausland klarkommt“, meint er. „Davon wird er später profitieren.“ Bei der Rückkehr des Auszubildenden waren die Backprofis neugierig, wie Thierry, der französische Bäcker, bei den Baguettes vorging. „Man könnte nicht alles eins zu eins übernehmen“, meint Vielhaber. „Wir haben anderes Mehl und andere Maschinen. Aber vielleicht gibt er das Salz später zu oder lässt den Teig länger kneten als wir.“

Muharrem Taskiran war im Zuge der ausbildungsbegleitenden Fortbildung zum Europaassistenten in Brüssel. Ein Praktikum in einem ausländischen Betrieb steht aber jedem Auszubildenden und auch Mitarbeitern offen. Dazu gibt es Fördermittel und Zuschüsse. Bei der Auswahl des richtigen Förderprogramms und dem Antrag unterstützt Daniela Bruchsteiner, Mobilitätsberaterin beim Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT).

Kontakt über Rainer Koßmann, Leiter Berufsbildung bei der Handwerkskammer Südwestfalen, Telefon 02931/ 877-118, E-Mail [email protected]

(Redaktion)


 


 

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