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  • 27.07.2012, 14:10 Uhr
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  • Deutschland
Firmenkunden

Tagesgeldkonten für Unternehmen

Grundsätzlich unterscheiden sich Privat- und Firmenkunden hinsichtlich ihrer Kapitalansprüche nicht voneinander: Beide streben nach einer Rendite und gleichzeitig der Bildung von Rücklagen.

Daraus entstand das Bankenprodukt Tagesgeld für Firmenkunden, denn keine andere Geldanlage vereint Flexibilität, Sicherheit und gute Renditen so gut miteinander wie ein Tagesgeldkonto.


Nicht nur für Privatanleger interessant - Attraktivität des Tagesgeldkontos

Auch Unternehmen sind bestrebt, eine möglichst gute Verzinsung bestehender Guthaben zu erzielen. Das Tagesgeldkonto kann dabei eine attraktive Möglichkeit darstellen, um eine Rendite zu erzielen, ohne Einfluss auf die Liquidität zu nehmen. Durch die kostenlose Kontoführung entstehen keinerlei finanzielle Nachteile, auch wenn das Konto nicht durchgehend genutzt wird. Diese risikoarme Form der Geldanlage verändert den Spielraum im Cash Management nachhaltig, da Liquiditätsreserven aufgrund der Sorge um verschenkte Renditen nicht wie bisher auf ein Minimum beschränkt werden müssen.

Das Tagesgeldkonto bietet damit im Wesentlichen zwei Funktionen für Unternehmen:


  • Zum einen lassen sich nicht benötigte Guthaben kurzfristig auf dem Tagesgeldkonto parken und bringen damit zusätzliche Gewinne durch die Verzinsung ein, da auf einem Girokonto in der Regel keine oder nur sehr geringe Guthabenzinsen fällig werden. Aufgrund der hohen Flexibilität fallen dabei keinerlei Überziehungs- oder Kreditzinsen an, die bei längerfristigen Anlageformen entstehen würden.

  • Zum anderen lassen sich Rücklagen für Umsatzsteuervoranmeldungen, Gewerbesteuer , Einkommensteuervorauszahlungen oder auch zu bilanzierende Rückstellungen wie die betriebliche Altersvorsorge oder Prozessrisiken auf dem Tagesgeldkonto zurücklegen und bei Bedarf auf das Geschäftskonto zurückbuchen. Das verbessert nicht nur den Überblick über die finanziellen Mittel, sondern bringt als kurzfristige Geldanlage zusätzliche Zinserträge.

Zu beachten ist dabei jedoch stets, dass das Tagesgeldkontos nur dann attraktiv ist, wenn das Geschäftskonto nicht im Soll ist - ggf. muss das Geld also kurzfristig abgezogen werden. Dementsprechend erfordert die Führung eines Tagesgeldkontos ein vorausschauendes Verhalten, um kaufmännische Fehlleistungen zu vermeiden. Einige Konten bieten die automatischen Umbuchungen jedoch auch automatisiert an.

Was im Vergleich zu Privatanlegern zu beachten ist

Während eine Vielzahl von Banken Tagesgeldkonten für Privatkunden anbietet, ist das Angebot für Geschäftskunden äußerst beschränkt, zumal Unternehmen und Vereine auf reine Tagesgeldkonten zurückgreifen müssen, die nicht in Kombination mit einem Girokonto angeboten werden.

Angebote sind beispielsweise bei der Mercedes Bank, Volkswagen Bank, abcBank, mbs, Skatbank (VR), Triodos und Degussa Bank sowie der Postbank und Ethikbank zu finden, darüber hinaus bieten auch viele Sparkassen Tagesgeldkonten für Firmen an. Viele Direktbanken bieten dabei günstigere Konditionen als die Hausbanken, wobei sich die Angebote in der Regel geringfügig hinsichtlich der Konditionen von den Tagesgeldkonten für Privatanleger unterscheiden:


  • Zinssätze sind geringer als bei Privatkunden (in der derzeitigen Niedrigzinsphase zwischen 0,75 und 1,50 Prozent),


  • Zinsen werden häufig monatlich ausgeschüttet, was zu einer Steigerung der Zinseszinseffekte führt,


  • die Verfügbarkeit ist innerhalb von 24 Stunden gewährleistet. Gutschriften bei Privatanlegern beanspruchen hingegen teilweise bis zu zwei Tage.

Im Vergleich zu Privatanlegern stellt insbesondere die Höhe der Anlagesumme ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Anbieters dar, denn wird ab einer bestimmten Einlagehöhe der Zinssatz gesenkt, erscheint die Geldanlage nicht mehr als attraktiv.


  • Diese maxiamle Anlagesumme liegt für Unternehmen in der Regel zwischen fünf und zehn Millionen Euro,


  • teilweise bestehen Mindesteinlagen von 5.000 Euro.

Für Selbstständige und Freiberufler hingegen werden keine spezifischen Produkte angeboten, weshalb diese einfach auf ein herkömmliches Tagesgeldkonto für Privatkunden zurückgreifen müssen. Buchhalterisch muss jedoch zwischen privaten und geschäftlichen Zinserträgen unterschieden werden, weshalb das "Hin und Her-Bewegen" von Geldern zwischen Geschäftskonto und Privatkonto in der Buchhaltung zu erfassen ist. Die Überweisung vom Geschäftsgirokonto auf das private Tagesgeldkonto ist hierbei als neutrale Privatentnahme, die Rücküberweisung als neutrale Einlage zu buchen.

Sicherheit des Tagesgeldkontos

Die Sicherheit ist für Unternehmen die gleiche wie auch für Privatanleger, jedoch sind Einlagen häufig zu 100 Prozent abgesichert, da für Unternehmen die Sicherheit der Geldanlage entscheidend ist.

Grundsätzlich gilt in vielen Staaten der EU eine gesetzlich geregelte Einlagensicherung : Das Unternehmen sollte dementsprechend die Anlage auf die Höchstsicherungssumme der Einlagensicherung beschränken, falls keine unbeschränkte Haftung gewährleistet ist. Diese liegt in vielen Staaten bei ca. 100.000 Euro, einige Banken sind darüber hinaus Mitglied im Einlagensicherungsfonds deutscher Banken, durch den eine nahezu unbegrenzte Absicherung besteht.

Können einzelne Banken die Einlagen nicht mehr sichern, hängt die Sicherheit des Tagesgeldes von der Bonität des haftenden Staates ab. Dementsprechend funktioniert dies nur so lange, wie der Staat in der Lage ist, für die Einlagen aufzukommen. Würde die derzeit akute Eurokrise alle Staaten erfassen, wäre Tagesgeld auch in Deutschland nicht gänzlich sicher. Grundsätzlich gehören Tagesgeldeinlagen, neben dem Besitz von Gold, aber zu den sichersten Anlageformen die es gibt.

Im Vergleich zu anderen Anlageformen ist das Tagesgeld jedoch sicher vor Kursrisiken: Beim gleichzeitigen Umlauf erhöhter Geldmengen und der Phase einer Niedrigzinspolitik besteht die Gefahr einer Asset- Inflation durch eine Geldschwemme auf dem Kapitalmarkt, die Aktien, Anleihen und Immobilien künstlich aufbläht, ohne durch eine tatsächlich vorhandene Wertschöpfung verursacht zu sein. Eine solche Finanzblase kann im Falle des Platzens hohe Kursverluste bedeuten, von denen alle Anleger betroffen sind.

Vergleich zu anderen Geldanlagen

Alternative Anlageformen für Unternehmen stellen beispielsweise auch Geldmarktfonds dar, die bisweilen gebührenfrei über ein Fonddepot erworben werden können. Diese enthalten in der Regel eine Mischung verschiedener Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten, womit Geldmarktfonds mit gemischtem Kurzläufer-Portfolio von Schuldnern mit gutem Rating ähnlich wie Tagesgeld verzinst und zugleich wertstabil und risikoarm erscheinen. Zuletzt wurden hier jedoch nur geringe Renditen erzielt.

Anleihen und Aktienkäufe bieten hingegen weit weniger Flexibilität, da sie ggf. bei Kursschwankungen nur mit einem Verlust veräußert werden können, wenn das Kapital kurzfristig benötigt wird. Wertstabiler ist hingegen Gold, jedoch ist das Kapital auch hier nicht so einfach wie bei einem Tagesgeldkonto löslich, da der Verkauf der Goldbestände bei Kapitalbedarf zunächst Zeit erfordert.

Termin- und Festgelder kommen nur infrage, wenn Unternehmen die exakte Fälligkeit eines Betrages kennen. Nachteilig ist bei einem Termingeldkonto allerdings, dass eine flexible Wahl der Fälligkeit nicht möglich ist, sondern lediglich festgelegte Zeiträume angeboten werden. Wird z. B. ein bestimmter Geldbetrag zur Rechnungsbegleichung in 40 Tagen benötigt, kann das Festgeld fast ausnahmslos nur über 30 Tage angelegt werden, womit der Anlagebetrag zehn Tage lang unverzinst bleibt.

Das Tagesgeldkonto bietet eine einzigartige Kombination aus Flexibilität durch permanente Verfügbarkeit, guten Renditechancen und Sicherheit. Damit eignet es sich insbesondere für kurzfristige Geldanlagen, welche die Liquidität erhalten und zugleich die Zinsen steigern sollen. Die Alternative hierzu, das Girokonto, bietet zwar die kurzfristige Verfügbarkeit, jedoch meist keine oder kaum Zinsen.

(Redaktion)


 

 

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