Sie sind hier: Startseite Recht & Steuern
Weitere Artikel
UG

Alle Schritte zur Gründung einer UG (haftungsbeschränkt)

Die UG (haftungsbeschränkt) gilt als besondere Variante der GmbH und eignet sich als Rechtsform für kleinere Unternehmen. Das Besondere hierbei sind die beschränkte Haftung sowie das geringe Startkapital. Mindestens ein Gesellschafter wird benötigt, um eine UG (haftungsbeschränkt) zu gründen. Außerdem folgen weitere Schritte bis zur vollständigen Gründung eines solchen Unternehmens.

Voraussetzungen für die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt)

  • Name des Unternehmens mit Anhang UG (haftungsbeschränkt) oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
  • Gewerbeschein
  • Bankkonto für das Unternehmen
  • Notariell beurkundeter Gesellschafter Vertrag oder auch Satzung (oft genügt eine einfache Mustersatzung)
  • Eintrag in das Handelsregister
  • Eröffnungsbilanz

Welcher Firmenname darf verwendet werden?

In Bezug auf den Firmennamen sind Unternehmensgründer recht frei. Einzige Bedingung: Der gewünschte Name darf von keiner anderen Firma in Verwendung sein. Ebenso sind Firmennamen verboten, die einem anderen Unternehmen sehr ähnlich klingen. Der einer UG (Rechtsform UG) muss das Kürzel "UG (haftungsbeschränkt)" oder "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" an den Namen angestellt werden. Das Wort "haftungsbeschränkt" ist in diesem Fall auszuschreiben und keinesfalls abzukürzen.

Beispiele:

Werda Media UG (haftungsbeschränkt)
Werda Media Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt)

Stammkapital – ist 1 Euro ausreichend?

Im Vergleich zur GmbH liegt das Mindeststammkapital der UG (haftungsbeschränkt) sehr niedrig. Für eine Eintragung genügt die Stammeinlage von einem Euro. Dadurch erhielt die Rechtsform zusätzliche Namen, wie Mini-GmbH oder 1-Euro-GmbH. Sachgüter dürfen nicht mit zum Stammkapital gerechnet werden. Die geringe Untergrenze macht dies allerdings auch nicht notwendig. Zusätzlich zum Stammkapital hat die UG (haftungsbeschränkt) einer gesetzlichen Verpflichtung zu folgen. Dabei sind 25 % des Jahresgewinns als Rücklage in Form von Eigenkapital vorzuweisen. Diese Verpflichtung erlischt sofort, wenn das mit der GmbH vergleichbare Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Hier darf die UG (haftungsbeschränkt) in eine normale GmbH umgewandelt werden.

Wichtig: Erst nach vollständiger Einzahlung des Stammkapitals in das Unternehmen darf der Eintrag in das Handelsregister erfolgen.

Gesellschaftervertrag oder Satzung des Unternehmens

Der Gesellschaftervertrag legt die wichtigsten Inhalte der Firma zugrunde. Er wird häufig als Satzung bezeichnet und erinnert dabei an den Gesellschaftervertrag der GmbH. Wichtige Punkte in diesem Vertrag sind:

  • Firmenname
  • Sitz des Unternehmens
  • Gegenstand
  • Stammkapital
  • Gesellschafter und Geschäftsführer
  • Nötige Versammlungen und Beschlüsse
  • Verwendung des Gewinns
  • Anteilsübertragung
  • Kündigung / Auflösung

Wer den einfachen Weg bevorzugt, kann sich an einem Mustervertrag oder einer sogenannten Mustersatzung orientieren. Die Kosten für die Beurkundung des Vertrages fallen damit deutlich geringer aus.

Tipp der Redaktion: Die Kostenersparnis sei in diesem Punkt nicht vorrangig zu sehen. Der Gesellschaftervertrag oder die Satzung ist eine fundamentale Position bei der Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) und daher nicht zu vernachlässigen. Auf diesem Dokument bauen sich Gegenstand und Richtlinien auf.

Liste der Gesellschafter und Gesellschafterversammlung

Eine Abschrift der Gesellschafterversammlung ist für die Eintragung in das Handelsregister (Handelsregister Definition) erforderlich. Es handelt sich meist nur um eine Formsache, die jedoch zeitaufwendig ist. Dazu gehört auch die Liste aller Gesellschafter (Gesellschafter Definition). Sie muss durchgehend nummeriert sein und die Anteile aller Gesellschafter vorweisen. Diese sind als Nennwert aufgeführt.

Ernennung des Geschäftsführers

Nicht jeder Gesellschafter kann auch Geschäftsführer des neuen Unternehmens werden. Hier spielt vor allem die Unauffälligkeit im finanziellen Bereich eine wichtige Rolle. Hat eine Person bereits eine Straftat in Vermögensangelegenheiten begangen oder ist wegen Verschleppung einer Insolvenz auffällig geworden, darf diese nicht als Geschäftsführer eingesetzt werden. Daneben gibt es noch weitere Ausschlusskriterien, die man in einem Katalog zusammengestellt hat.

Der Geschäftsführer sollte bereits im Gesellschaftervertrag ernannt oder in der sofortigen Versammlung aller Gesellschafter bestimmt werden. Die zusätzliche Ernennung des Gesellschafters ist ähnlich dem Gesellschaftervertrag notariell zu beglaubigen. Bei Verwendung der Mustersatzung ist dies nicht notwendig. Hier wird der Geschäftsführer bereits festgelegt.

Kosten für die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt)

Die Gründungskosten halten sich bei dieser Rechtsform in Grenzen. Das Stammkapital wird dabei nicht in diese Kosten einberechnet. Somit fallen nur Kosten Dritten gegenüber an. Dazu zählen Anwälte und Notare, die den Gesellschaftervertrag aufsetzen und beglaubigen. Außerdem bringt die Anmeldung des Gewerbes bei der Gemeinde Kosten mit sich. Die Kosten für die Gründung unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesländern.

Abschluss mit dem Eintrag ins Handelsregister

Der Eintrag in das Handelsregister kann direkt vom Notar übernommen werden, der den Gesellschaftsvertrag beglaubigt. Erst nach Abschluss der Eintrag gilt die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) als rechtsgültig. Mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen für diesen Prozess ist zu rechnen.

(Christian Weis)


 


 

Gesellschaftervertrag
Stammkapital
Eintrag
Satzung
Unternehmensgesellschaft
Handelsregister
Rechtsform
Mustersatzung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Gesellschaftervertrag" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: