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Werbungskosten bei Kostenübernahme?

Übernimmt der Vater Kosten eines Mietvertrags für seinen Sohn am auswärtigen Studienort, hat der Nachwuchs insoweit keine Werbungskosten. Denn die Aufwendungen sind nach dem Urteil des FG Niedersachsen vom 26.11.2009 dem Vater zuzuordnen, der die Mietzahlungen bestritten hat (Az. 1 K 405/05).

Die Mietkosten sind dem Sohn auch nicht im Wege eines abgekürzten Vertrag s- oder Zahlungswegs zuzurechnen. Aufwendungen sind zwar auch dann Werbungskosten , wenn sie auf einem von einem Dritten im eigenen Namen abgeschlossenen Vertrag beruhen und der Dritte die Rechnung bezahlt. Dies gilt aber nicht mehr, wenn der Dritte auf eigenen Namen einen Mietvertrag abschließt und er die Wohnung anschließend einer anderen Person überlässt. Denn der Vater begleicht seine eigene Schuld, weil er Vertragspartner des Vermieters ist.

Grundsätzlich erkennt die Finanzverwaltung jedoch an, wenn Aufwendungen von einem Dritten bezahlt werden und dieser den Vertrag zuvor auch in seinem eigenen Namen abgeschlossenen hatte (BMF, Schreiben vom 7.7.2008, Az. IV C 1 – S 2211/07/10007). Diese Regelung ist familienintern nicht unüblich, wenn z.B. Vater oder Mutter einen Handwerker damit beauftragt, am Mietshaus eines Kindes Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Anschließend bezahlen sie auch die Rechnung. Der Nachwuchs als Vermieter kann diese von seinen Eltern bezahlte Rechnung von der Steuer absetzen. Das wird steuerlich so eingestuft, als wenn die Eltern im ersten Schritt Geld schenken, damit der Sprössling damit Werbungskosten bezahlen kann. Ob das erst über einen Umweg oder direkt vom Schenkenden aus erfolgt, ist unerheblich. Diese günstige Regel gilt auch beim Betriebsausgabenabzug – etwa beim Geschäftsgrundstück. Hier ist allerdings zu beachten, dass der Vorsteuerabzug in Gefahr ist.

Beispiel: Der Vater beauftragt im eigenen Namen einen Handwerker, der die Büroräume der Tochter renoviert. Obwohl die Zahlung vom Vater aus erfolgt, kommt es zu Betriebsausgaben. Da die Rechnung aber nicht auf den Namen der Tochter ausgestellt ist, entfällt der Vorsteuerabzug. Hierzu hätte sie den Handwerker beauftragen müssen und die auf sie ausgestellte Rechnung wäre dann von den Eltern bezahlt worden.

Grundsätzlich wird die Beauftragung über Dritte steuerlich nicht anders behandelt, als wenn zuerst Geld verschenkt wird und Hausbesitzer oder Unternehmer die Erhaltungsmaßnahmen anschließend mit diesen Mitteln selbst zahlen. Das gilt aber nicht bei Dauerschuldverhältnissen – wie etwa Kreditverbindlichkeiten sowie Miet- und Pachtverträgen.

Beispiel: Der Vater schließt im eigenen Namen einen Mietvertrag für die betrieblichen Büroräume seiner Tochter ab und der monatliche Betrag fließt vom väterlichen Konto ab. Hier hat die Tochter ein kostenloses Nutzungsrecht im Rahmen eines Dauerschuldverhältnisses, das nicht zu Betriebsausgaben führt.

(VSRW-Verlag)


 


 

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