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500 Jobs in Bonn und Frankfurt weg?

Deutsche Bank setzt Sparkurs in Deutschland fort

Die Deutsche Bank macht offenbar Ernst mit Stellenstreichungen: In der Frankfurter Zentrale und am Bonner Sitz der Tochter Postbank stehe der Abbau von 543 Stellen bevor, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf interne Dokumente.

Von Philipp Heinz

Ein Banksprecher wies den Bericht am Freitag nicht zurück. Es sprach von "sehr konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern". Die Vereinbarungen seien aber bekannt und teils schon berichtet worden. Er dementierte, dass zudem Tausende Stellen auf der Kippe stünden.

Dass die Deutsche Bank tatsächlich Stellenkürzungen bei der Postbank plant, wurde von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen bestätigt. Dem Konzernbetriebsrat liege ein Papier vor, wonach das Management weitere 540 Stellen bei der Postbank sozialverträglich kürzen will, hieß es. "Das sind aber keine geplanten Kündigungen", erklärte ein Informant. Vielmehr versuche die Bank, mithilfe von Sozialplänen die Zahl der Mitarbeiter zu senken und so weiter an der Kostenschraube zu drehen.

Seit Sommer ist bekannt, dass die Deutsche Bank 1.900 Stellen streichen will. Bisher war angenommen worden, dass dies vor allem Mitarbeiter im Ausland treffen werde, vornehmlich im Investmentbanking. Nun berichtete die "Süddeutsche" aber, dass das Geldhaus mehr als 400 Jobs in Bonn und über 100 in Frankfurt abbauen wolle. In einer Stellungnahme der Deutschen Bank hieß es, es gebe "keine materiell neue Situation".

Verdi: Kündigungen bis Ende 2014 ausgeschlossen

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Veröffentlichung von spekulativen Zahlen zum Personalabbau bei Banken und forderte die Deutsche Bank auf, sich an Zusagen zu halten. "Wir beteiligen uns nicht an diesbezüglichen Spekulationen und werden dafür sorgen, dass der Umbau der Deutschen Bank nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, wie es die Deutsche Bank im Vorfeld zugesichert hat", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch.

Das Sozialrahmenabkommen müsse eingehalten werden. Es sehe den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bei der Deutschen Bank und der Postbank bis Ende 2014 ebenso vor wie Sozialpläne und eine Verhandlungsverpflichtung mit ver.di.

Das größte deutsche Geldhaus bestätigte, dass Dienstleistungen im Privatkundengeschäft gebündelt und das Computersystem vereinheitlicht werden sollen. Dadurch seien aber nicht 4.000 bis 6.000 Stellen bedroht, wie in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf eine anonyme Quelle behauptet. "Ein angeblicher Personalabbau über das hinaus, was mit Arbeitnehmervertretern bereits vereinbart wurde, ist derzeit nicht geplant", sagte der Sprecher.

Bank will 4,5 Milliarden Euro einsparen

Die Deutsche Bank hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass sie bis 2015 ihre Kosten um dauerhaft 4,5 Milliarden Euro senken will. Damit reagiert die neue Vorstandsspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen auf rückläufige Erträge, vor allem im Investmentbanking, und auf dauerhaft niedrigere Margen infolge schärferer Kapitalanforderungen (Basel III). Über mögliche zusätzliche Stellenstreichungen äußerte sich die Bank bei der Vorstellung der neue Strategie aber nicht.

Erklärtes Ziel des Konzern ist aber die Integration der Postbank. Insgesamt soll das Privatkundengeschäft den Vorsteuergewinn von zwei auf drei Milliarden Euro steigern, vor allem durch Verschlankung und Vereinheitlichung.

Mit Material von Dow Jones Newswires.

(dapd)


 


 

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