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9 Fragen an...Rolf "Tullum" Trauernicht, Gründer der Trauco Unternehmensgruppe

business-on.de stellt prominenten Vertretern aus Weser-Ems neun Fragen zur regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Unsere Reihe beginnen wir mit Rolf "Tullum" Trauernicht, Gründer des führenden Baustoffhandelsunternehmens Trauco Unternehmensgruppe aus Großefehn (Ostfriesland). Er fordert: "Wir müssen am Ball bleiben – der Transrapid muss in Deutschland schweben!"

business-on.de: Herr Trauernicht, wie optimistisch beurteilen Sie die Aussichten für den Fortbetrieb der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland?

Rolf Trauernicht: Absolut positiv, weil die neu entwickelten Fahrwegstützen aus Schleuderbeton, die wir dort erproben wollen, die Kosten für den Fahrweg bis zu 40 Prozent verbilligen.

business-on.de: Was konkret streben Sie auf der bestehenden Versuchsstrecke an?

Rolf Trauernicht: Auf der Versuchsstrecke sollen die neuen Fahrwegstützen für die Dauer von ca. 2 Jahren erprobt werden. Kostenpunkt ca. 2 bis 3 Millionen Euro.

business-on.de: Wie würde sich der Arbeitsmarkt in der Region durch die Weiterführung der Versuchsstrecke entwickeln?

Rolf Trauernicht: Dadurch werden die ca. 60 Arbeitsplätze in Lathen erhalten.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen den Standort Emsland für den Transrapid besonders aus?

Rolf Trauernicht: Der Standort Lathen hat sich als einzige Versuchsanlage in Deutschland bewährt. Und zwar in einer dafür sehr geeigneten Landschaft.

business-on.de: Wie stellen Sie beim Fortbetrieb der Transrapidstrecke sicher, dass der Standort Emsland dauerhaft erhalten bleibt?

Rolf Trauernicht: Der bisherige halbmechanische Rad-Schienen Betrieb muss durch den vollelektronischen Betrieb ersetzt werden.

business-on.de: Wie sieht es mit der Entwicklung von Steuern und Ausgaben im Umfeld der Transrapidstrecke aus?

Rolf Trauernicht: Wenn wir die Möglichkeiten nutzen, werden wir dort international konkurrenzfähige Technik sowie unsere Arbeitsplätze und notwendigen Steuern und Abgaben sichern.

business-on.de: Wie groß ist Ihr Unterstützerkreis aus Politik und Wirtschaft?

Rolf Trauernicht: Die Unterstützung vom Land Niedersachsen ist groß, Berlin schläft hingegen. Dabei benötigen wir für eine 1. Anwendungsstrecke bei uns nur 1 Prozent dessen, was die Regierung für die Rettung maroder Banken aufwendet. Amerika macht es uns vor: Obama hat für eine Magnetbahnstrecke in Kalifornien 6 Milliarden Dollar in sein Konjunkturprogramm eingestellt.

business-on.de: Was ist Ihr größter Wunsch für die Transrapidstrecke im Emsland?

Rolf Trauernicht: Die Forschung muss im eigenen Land weitergehen – die Entwicklung setzt sich fort, wir müssen am Ball bleiben! Wenn wir den bei uns entwickelten Transrapid nicht zu schweben bringen, sehe ich schwarz für unsere Enkel und sage: Berliner Abgeordnete, denkt an den Amtseid, bei dem geschworen wird, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden! Deshalb mein Wunsch und Appell: Der Transrapid muss in Deutschland schweben. Und zwar baldmöglichst. Die Pläne für die Strecke Hamburg-Berlin liegen fertig in München.

business-on.de: Sie haben mit Unterstützung von Sponsoren bereits den Lückenschluss der A 31 durchgefochten - welche Projekte stehen bei Ihnen derzeit noch auf der Agenda?

Rolf Trauernicht: Auf der Agenda stehen bei mir noch die notwendige 2. Nord- Süd Verbindung, die Küstenautobahn A 22 und ein längst fälliger Regionalkreis Ostfriesland.

Aktualisiert: 9.6.2009

(Redaktion)


 


 

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3 Kommentare

von Peter Meiwald
20.04.09 20:42 Uhr
A 22 ist doch keine Nord-Süd-Verbindung

Sehr geehrter Herr Trauernicht,

bei allem Respekt für Ihr großes regionales Engagement - die geplante "Küstenautobahn" A 22 ist nun wirklich keine Nord-Süd-Verbindung, sondern lediglich ein großes Prestigeprojekt ohne nachweisbar relevanten volkswirtschaftlichen (nicht betriebswirtschaftlichen!) Nutzen. Die Kausalität zwischen Autobahnneubau und Arbeitsplatzgewinnen/wirtschaftlichem Wachstum ist - anders als vielleicht in den 60er Jahren - in unserem infrastrukturell (insbesondere nach dem Bau der A 31) hervorragend erschlossenen Land wissenschaftlich nicht mehr feststellbar, das wissen Sie auch!

Wir können zugunsten unserer Region gerne für den längst überfälligen Bahnausbau zwischen Leer und Groningen, einen Ausbau insbesondere der Gütertransportkapazitäten auf den Bahnstrecken der Region (wofür der Transrapid leider nicht so gut geeignet ist) oder auch den Bahn-Lückenschluss Aurich-Wittmund streiten, eine Transitautobahn A 22 braucht unsere Region nicht!

Herzliche Grüße

Peter Meiwald
Unternehmer
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Kreisvorstand Ammerland
Westerstede-Moorburg

von Redaktion
20.04.09 21:31 Uhr
Nord-Süd-Verbindung / Küstenautobahn

Sehr geehrter Herr Neiwald, Herr Trauernicht meinte mit der Nord-Süd-Verbindung nicht die Küstenautobahn A 22, sondern sinngemäß eine aus seiner Sicht notwendige Nord-Süd-Verbindung UND zudem die Notwendigkeit einer Küstenautobahn A 22.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Redaktion von
Business On Weser-Ems

von Ulf Dunkel
21.04.09 08:38 Uhr
Welche 2. Nord-Süd-Verbindung?

Sehr geehrter Herr Trauernicht.

Sicher meinen Sie mit der "ersten Nord-Süd-Verbindung" die A31 (den sog. Friesenspieß). Mich interessiert sehr, wo konkret Sie die Notwendigkeit für eine zweite Nord-Süd-Verbindung in Norddeutschland sehen. Erfüllt nicht die A29 in Richtung Oldenburg-Wilhelmshaven genau diesen Zweck schon seit Jahren?

Zweitens würde mich interessieren, welche Gründe Sie für den Bau der sog. Küstenautobahn A22 haben. Ich höre von sehr vielen Menschen zu diesem Thema sehr viel Unterschiedliches. Die Befürworter sagen oft sinngemäß, dass ohne diese A22 die Küstenregion von allem Fortschritt abgeschnitten würde. Die Gegner sagen vom Grundtenor immer, dass dieses Projekt volkswirtschaftlich unsinnig sei und begründen dies mit den viel zu niedrigen Kennzahlen.

Drittens interessiert mich, was konkret ein "Regionalkreis Ostfriesland" für Aufgaben oder Funktionen hat.

Vielen Dank vorab für Ihre Antworten.

 

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