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Postbank vor Einschnitten

Abschreibungen auf griechische Anleihen belasten Gewinn

Die Beschäftigten der Postbank müssen sich auf Personaleinschnitte einstellen. "Wir wissen aber noch nicht, in welcher Form und in welcher Höhe sich der Personalabbau vollziehen wird", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Stefan Jütte. Beim Vertrieb solle jedoch nicht gespart werden. Dafür fasse die Postbank "zentrale Bereiche" wie die "Head-Office-Funktionen" ins Auge.

Von Roman Keßler

Die Konzernzentrale in Bonn, wo Rechnungslegung, Personal- und Rechtsabteilung angesiedelt sind, könnte also schlanker werden. Der Stellenabbau solle sozialverträglich geschehen. Bis 2014 seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, ergänzte ein Sprecher.

Deutsche Bank will volle Kontrolle

Am Freitag trifft sich der Aufsichtsrat , in dem auch die Arbeitnehmerseite sitzt. Ein Postbank-Sprecher sagte dazu, der Personalabbau stehe aber nicht auf der Tagesordnung des Kontrollgremiums. Eigentlich sei das Treffen angesetzt worden, um über die Integration der Postbank in die Deutsche Bank zu sprechen, sagte der zukünftige Vorstandsvorsitzende Frank Strauß.

Die Deutsche Bank hält bereits fast 94 Prozent der Anteile, nachdem sie vor einigen Wochen die restlichen Anteile aus dem Besitz der Deutschen Post übernommen hatte. Nun ist ein Beherrschungsvertrag im Gespräch, der der Deutschen Bank die volle Kontrolle sichern würde.

Bereits im Dezember hatten sich Betriebsräte und die Gewerkschaft ver.di mit Streiks gegen Einsparungen und Zusammenlegungen im Zuge der Übernahme gewehrt. Die Arbeitnehmervertreter, gerade im Aufsichtsrat, "sehen die Übernahme eher positiv", sagte Strauß. Er wolle mit ihnen viel und offen reden.

Geschäftlich lief es 2011 rund bei der Postbank, die 14 Millionen Privatkunden betreut und zu der die Bausparkasse BHW und Bankendienstleister gehören. Allerdings sorgten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 632 Millionen Euro für einen heftigen Gewinnrückgang. Unterm Strich blieben im vergangenen Jahr 111 Millionen Euro nach Steuern. Im Jahre 2010 hatte die Bank 138 Millionen Euro Gewinn gemacht.

"Wenn Griechenland nicht gewesen wäre, hätten wir heute allen, allen Grund auf das Erreichte stolz zu sein", sagte Jütte. Gut ein Drittel des Gewinns verdankt die Bank einer Steuergutschrift von 34 Millionen Euro.

Die Postbank hat nach einem vorangegangenen Bericht inzwischen erklärt, dass der zukünftige Vorstandsvorsitzende Frank Strauß weder "schmerzhafte Einschnitte" angekündigt habe, noch zu erkennen gegeben hat, einen Personalabbau zu planen.

(dapd )


 


 

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