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Warnung vor Benzinknappheit

ADAC wirft Ölkonzernen Panikmache vor

Der ADAC hat am Ostermontag Entwarnung gegeben. Von flächendeckenden Engpässen bei Benzin sei dem Autoklub nichts bekannt, sagte ein ADAC-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd. Die Ankündigung der Ölkonzerne, dass der Kraftstoff an den Feiertagen vorübergehend ausverkauft sein könnte, bezeichnete der Sprecher als "Panikmache". Angesichts des aktuellen Benzinpreischaos' dürften die Autofahrer nicht noch mehr verunsichert werden.

Von Michael Wojtek

Der Sprecher räumte zwar ein, dass es an einzelnen Tankstellen zu punktuellen Engpässen gekommen sein könnte. Das sei aber bei einer Gesamtzahl von 14.900 Stationen in Deutschland nie auszuschließen. Die von den Ölkonzernen vorgebrachte Begründung für die angeblich kritische Lage nannte der Sprecher vorgeschoben. So sei das auch für Tanklastwagen geltende Feiertagsfahrverbot nichts Neues.

"Anpassung an die veränderte Nachfrage"

Die "Welt am Sonntag" hatte unter Berufung auf die großen Ölkonzerne berichtet, dass sowohl Super, Superplus als auch der Bio-Sprit E10 vorübergehend ausverkauft sein könnten. "Am Ostermontag kann es kritisch werden", sagte eine Shell-Sprecherin der Zeitung. Auch Sprecher von Aral und Esso hätten bestätigt, dass Engpässe drohten. Als Gründe würden "die Anpassung des Vertriebs und der Produktion an die veränderte Nachfrage" genannt. Sprecher der Unternehmen sowie des Mineralölwirtschaftsverbandes waren am Montagmittag nicht zu erreichen.

Kurz vor Ostern hatte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier angesichts der stark gestiegenen Benzinpreise die Bundesregierung zum Eingreifen aufgefordert. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dürfe nicht hinnehmen, wenn ein "paar Konzerne schamlos in die Brieftasche von Millionen Bürgern greifen", sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung.

Eingeschränkter Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt

Der SPD-Politiker bemängelte, das Kartellamt werde seit Jahren aufgefordert, Preisabsprachen zwischen Mineralölkonzernen zu prüfen. Passiert sei bisher aber nichts. "Es ist an der Zeit, diesen Zustand zu ändern", sagte er. Man könne den Konzernen den Preis zwar nicht vorschreiben, aber man sehe deutlich: "Am Ölpreis liegt es nicht - der ist in den letzten Tagen sogar gefallen."

Brüderle hatte sich in der vergangenen Woche in einen Zeitungsinterview ebenfalls über die Preissprünge bei den Spritpreisen zum Beginn von Ferienzeiten wie Ostern geärgert: "Angebot und Nachfrage müssen in einer Marktwirtschaft den Preis bestimmen, nichts anderes - auch kein Feiertagskalender."

Der kräftige Anstieg der Spritpreise vor den Osterfeiertagen ist für Wettbewerbshüter erneut ein Indiz dafür, dass die Mineralölkonzerne ihre Marktmacht zulasten der Verbraucher ausspielen. "Der regelmäßige Anstieg der Spritpreise vor Feiertagen spricht dafür, dass es auf dem Tankstellenmarkt einen eingeschränkten Wettbewerb gibt", sagte Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe).

Staat soll Höchstpreise festlegen

Einer Umfrage zufolge fordert mit 60 Prozent eine klare Mehrheit der Deutschen, der Staat solle Höchstpreise für Benzin und Diesel festsetzen. Eine Minderheit von 37 Prozent spricht sich dagegen aus, wie eine repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag von "Bild am Sonntag" ergab.

In Ostdeutschland seien sogar 71 Prozent für eine staatliche Reglementierung der Treibstoffpreise, im Westen nur 57 Prozent. Für die Umfrage wurden nach Angaben der Zeitung 500 in der Bundesrepublik lebende Personen ab 14 Jahren befragt.

(dapd )


 


 

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