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Advent, Advent - es brennt

Tipps, damit der Weltuntergang an Heiligabend ausbleibt

Die Adventszeit, Weihnachten und das Jahresende bedeuten festlich dekorierte Wohnzimmer und ausgelassene Neujahrsfeten, leider aber auch extrem viele Brände. Wir erklären Ihnen die typischen Gefahrenquellen - und zeigen, wie Sie sich ganz einfach schützen können.

"Mit den Adventstagen beginnt auch immer die Hochsaison für Rettungseinsätze der Feuerwehren", so Silvia Darmstädter, Pressesprecherin beim Deutschen Feuerwehrverband. Verursacher der Brände, denen jedes Jahr aufs Neue wieder ganze Häuser, Wohnungen und vor allem Menschenleben zum Opfer fallen, sind meist heruntergebrannte Kerzen auf ausgetrockneten Tannenzweigen oder fehlgeleitete Silvester-Raketen.

Risikoquelle I: Ausgetrocknete Tannennadeln

Je stärker die Nadeln von Adventskränzen sowie Weihnachtsbäumen mit den fortschreitenden besinnlichen Tagen austrocknen, desto gefährlicher wird das Brandrisiko in den heimischen vier Wänden. "Weihnachtsbäume sind oft Importe, die wegen langer Transportzeiten bereits im November gefällt werden. Bis Heiligabend sind die rund 40.000 Nadeln pro Tanne dann meist zu sehr leicht entflammbarem Material geworden", erklärt Christoph Haupt, Prüf-Ingenieur bei Europas größtem Brandschutz-Institut VdS (Vertrauen durch Sicherheit) in Köln. VdS prüft seit über 100 Jahren die Zuverlässigkeit von Brandschutztechnik. Die Tannen sollten daher daheim auch nach dem Aufstellen im Wohnzimmer noch bewässert oder mit Wasser besprüht werden, so der Experte werden. Denn über Stamm und Nadeln nehmen die Tannen selbst nach dem Fällen noch Feuchtigkeit auf.

Wichtig sind außerdem ein fester Stand des Christbaums sowie stabile Kerzenhalter. Und wie immer gilt: Brennende Kerzen darf man niemals unbeaufsichtigt lassen. "Aus Brandschutzgründen bevorzugen viele Bürger mittlerweile elektrische Kerzen und Lichterketten", weiß Silvia Darmstädter. "Allerdings können überlastete Steckdosen oder fehlerhafte Produkte auch hier Brände auslösen. Darum empfehlen wir, nur Qualitätsware zu nutzen und die Beleuchtung vor dem Zubettgehen oder bei Abwesenheit auszuschalten."

Risikoquelle II: Heißes Fonduefett

Ein weiteres Risiko lauert bei einem typischen Weihnachtsessen, dem Fondue. Immer wieder entzündet sich beim Genuss dieser Köstlichkeit das kochende Fett - auf gar keinen Fall darf dann versucht werden, mit Wasser zu löschen!

Haupt warnt: "Im Fonduetopf selbst kann nur die oberste Fett- oder Ölschicht brennen. Gießt man aber Wasser hinein, verdampft dieses hitzebedingt sofort. Der Wasserdampf braucht sehr viel mehr Platz, spritzt nach oben und reißt dabei das Öl mit, das jetzt urplötzlich in großer Masse Luftkontakt hat - Versuche in den VdS-Laboratorien zeigen, dass schon 0,2 Liter Wasser, gerade mal ein Kölschglas, ausreichen, um eine mehrere Meter hohe Flamme zu erzeugen. Da diese Explosion dann meist von Wänden und Decken auf die Speisenden zurückgeworfen wird, sind allerschwerste Verletzungen vorprogrammiert. Wenn also das Fondue brennt: Einfach den Deckel drauf. Das Feuer ist in Sekundenschnelle erstickt."

Risikoquelle III: Brandrauch

Generell gilt: Die meisten Menschen sterben nicht durch das Feuer, sondern durch die damit verbundene Rauchentwicklung. Schon wenige Kilo brennendes Kunststoff können ein ganzes Haus verrauchen. Wenige Atemzüge reichen bis zur Bewusstlosigkeit. Daher sollte der Eigenschutz im Brandfall Vorrang vor dem Löschen haben und das Haus verlassen werden, damit man wieder frei atmen kann.

Im Notfall immer die Rufnummer 112 wählen und die Feuerwehr verständigen.

(Redaktion)


 


 

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