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Aschewolke über Europa

In Afghanistan verwundete Soldaten werden in Istanbul behandelt

Ein vom Flughafen Köln-Wahn gestarteter Airbus der Luftwaffe hat nach seiner Ankunft im usbekischen Termez Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und fünf beim Baghlan-Anschlag verwundete Soldaten aufgenommen. Statt in Deutschland, landete der Flug jedoch in der Türkei.

Hintergrund der Änderung der Flugroute ist, dass der Flugverkehr über weiten Teilen Europas infolge eines Vulkanausbruchs auf Island wegen einer Aschewolke lahm liegt und der Luftraum gesperrt ist. Auch die Crew des speziell für Rettungsflüge ausgerüsteten MedEvac-Airbusses wollte die Verwundeten und den Minister samt Delegation keinen unnötigen Risiken aussetzen. Im Hinblick auf den jüngsten Absturz einer polnischen Regierungsmaschine über Russland eine vernünftige Entscheidung.

Istanbul: Sichere Basis für die Verwundeten

Der Bundeswehr-Airbus landete deshalb in Istanbul. Die Soldaten sollen dort in einem Krankenhaus behandelt werden. Deutschland verfügt zudem vor Ort über eine Mission des Außenamtes, in deren Umfeld der Minister eine sichere Basis findet, bis der Luftverkehr über Europa sich wieder entspannt hat. Ob der Istanbul-Aufenthalt für Guttenberg für bilaterale Gespräche mit türkischen Staatsvertretern genutzt wird, bis der Luftraum über Europa wieder passierbar ist, oder ob für ihn bereits Alternativrouten nach Deutschland geprüft werden, ist derzeit noch unklar. Letzteres dürfte jedoch in keinem Verhältnis mit dem damit verbundenen Aufwand stehen, sodass auch Guttenberg samt Delegation zu jenen gehört, die wegen der Aschewolke irgendwo auf der Welt gestrandet sind. Den verwundeten Soldaten dürfte dies dennoch kein Nachteil sein: am Bosporus gibt es mehrere Krankenhäuser nach deutschem Standard.

Trauerfeier am 18. April in Mazar-e Sharif

Die Särge der gefallenen Soldaten begleitete Guttenberg wider erwartend nicht. Anders als bei Entwicklungshilfeminister Niebel (FDP), der die jüngst bei den Kundus-Gefechten umgekommenen Soldaten in seinem Regierungsjet überführte, reiste Guttenberg diesmal mit den Überlebenden. Für die übrigen vier gefallenen Soldaten soll die Trauerfeier am 18. April in Mazar-e Sharif stattfinden. Im Anschluss wird der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, mit ihren sterblichen Überresten in einem Bundeswehr-Jet nach Deutschland reisen. Es wird aktuell angenommen, dass der Luftraum über Europa dann wieder gefahrlos passierbar ist.

(Onur Yamac)


 


 

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