Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Aktienmärkte

Moskauer Börse startet 2018 als Top-Performer der Welt

Die Weltbörsen haben zu Beginn des neuen Jahres einen super Start hingelegt, allen voran der russische Aktienmarkt. Der Hype um Kryptowährungen hält an; Ripple ist der neue Star. Bei den Rohstoffen ist der Ölpreis stark gestiegen. Gold kommt allmählich wieder und der Palladiumpreis zieht weiter an.

Die Wall Street hatte wie viele Weltbörsen in den ersten beiden Handelswochen einen tollen Start. Der US-amerikanische Dow-Jones-Index (DJI) stieg am 12. Januar um 200 Indexpunkte bzw. fast 1 Prozent auf das neue Allzeithoch von 25.803 Indexpunkten, während der deutsche Aktienleitindex Dax mit 13.240 Indexpunkten nicht von der Stelle kam. Dennoch stieg auch der Dax seit Jahresbeginn schon über 3 Prozent an; der DJI über 4 Prozent. Auch der Cece-Index mit Polen, Ungarn und Tschechien im Boot stieg schon wieder um über 3 Prozent, nachdem er schon im letzten Jahr um über 30 Prozent zulegen konnte.

Aufgrund der US-Steuerreform sind jetzt die Erwartungen bei den Gewinnsteigerungen sehr hoch und auch bei der Steigerung des Wirtschaftswachstums in den USA.

Nord- und Südkorea sorgen für Entspannung

Von den Anlegern positiv aufgenommen wurde, dass es nach zwei Jahren erstmals Gespräche zwischen hochrangigen Politkeren aus Nord- und Südkorea gab, nach dem Motto: „Dialog ist besser und kostengünstiger als Krieg“. Nord-Korea will auch an den Olympischen Winterspielen in Südkorea teilnehmen. Nordkorea, will aber das Atom-Arsenal beibehalten und ausweiten, wobei die Atombombe nur gegen die USA gerichtet sei, nicht gegen Japan oder Südkorea.

US-Präsident reist nach Davos zum Weltwirtschaftsforum

Auch zwischen Deutschland und der Türkei gab es bei den Außenministern freundliche Worte, die auf eine Entspannung hinarbeiten. Sehr gespannt und frostig ist allerding noch das Verhältnis zwischen den USA und Russland, wobei Donald Trump jetzt sogar Waffen in die Ukraine schicken lassen will. Trump will mit etwa 1.500 Mitreisenden als zweiter US-Staatspräsidenten anden WEF(World Economic Forum)-Gesprächen im schweizerischen Davos Ende Januar teilnehmen, was von den Anlegern begrüßt wurde. Ob er dort auch von allen freundlich empfangen wird, bleibt abzuwarten.

USA halten am Iran-Deal zunächst fest

Trump hält zunähst am Atomabkommen mit dem Iran fest, stellt aber Forderungen an die Europäische Union (EU). So sollen die Hisbollah als Terrorismusorganisation eingestuft werden. Zudem sollen die Auflagen für den Iran innerhalb von vier Monaten verschärft werden. Damit kam er der EU entgegen. Wenn seine Forderungen aber nicht erfüllt werden, will er den Iran-Vertrag in vier Monaten kündigen und verschärfte Sanktionen anordnen. Auch diese Nachricht sorgte für gute Stimmung an den Weltbörsen, da nun eine unmittelbare Konfrontation der USA mit dem Iran nicht bevorsteht.

Moskauer Börse als Top-Performer zum Jahresstart

Der japanische Nikkei 225-Index konnte mit dem neuen Jahreshoch von 23.810 Indexpunkten sogar ein Plus von fast 5 Prozent erreichen. Am besten schnitt der russische Aktienmarkt mit einem Plus von fast 10 Prozent in Euro und in US-Dollar ab. So stiegen der RTS-Index auf US-Dollarbasis um 9,65 Prozent auf 1.261 Indexpunkte und der RTX-Index auf Euro-Basis um 9,58 Prozent auf 2.126 Indexpunkte.

Am 18. März 2018 finden Präsidentschaftswahlen in Russland statt und im Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft. Schon deswegen wird die Moskauer Börse jetzt wieder mehr im Rampenlicht sein, nachdem sie im letzten Jahr nicht performen konnte.

Russische Öl- und Gasaktien nachgefragt

Während in den USA die Anleger auf eine Steigerung der US-Unternehmensgewinne infolge der neuen US-Steuerreform und ein stärkeres Wachstum des Bruttosozialprodukts setzen, war in Russland der um über 5 Prozent angestiegene Ölpreis auf fast 70 US-Dollar/Barrel (Marke Brent, bei WTI: 64 US-Dollar/Barrel) ausschlaggebend. Daher stieg auch der Rubel zum Euro auf 68,70 Euro/Rubel. Von dem stark gestiegenen Ölpreis profitierten wiederum besonders die russischen Öl- und Gasaktien wie Gazprom, Lukoil und Rosneft. So konnte der sonst sehr schwerfällige Gasgigant Gazprom seit Jahresbeginn um 10,5 Prozent von 3,8 auf 4,2 Euro im Kurs zulegen.

„GroKo“ nach erfolgreicher Sondierung in greifbarer Nähe

In Deutschland waren die Anleger etwas zurückhaltender, obwohl es jetzt erstmals positive Signale gab, dass die Sondierungsgespräche der SPD mit der CDU/CSU erfolgreich verlaufen waren und dass man nun in Koalitionsverhandlungen eintreten will, die bis Ostern abgeschlossen sein sollen. Allerdings muss hierüber auch noch der SPD-Parteitag befinden, wobei der Jusos nach wie vor gegen eine „GroKo“ sind.

Gold kommt allmählich wieder

Da der Goldpreis auch am 12. Januar um 1,12 Prozent wieder etwas auf 1338 US-Dollar/Feinunze anzog und der Silberpreis bei 17,25 US-Dollar/Unze immerhin seitwärts tendierte, stiegen auch Gold- und Silberaktien wieder etwas an. Allerdings sind die Inflationsraten in den westlichen Industrieländern immer noch sehr gering. So tendiert Silber seit Jahresbeginn bei etwa 17 US-Dollar/Unze nur seitwärts, während der Goldpreis um über 3 Prozent zulegen konnte. Der Goldpreis stieg in einem Jahr um 11,5 Prozent in US-Dollar während er in Euro innerhalb eines Jahres immer noch im Minus ist.

Wesentlich besser entwickelte sich in der jüngsten Vergangenheit der Palladiumpreis, der am 12. Januar um 3,39 Prozent und damit schon um 46 Prozent in einem Jahr zulegen konnte. Anleger können von gestiegenen Rohstoffreisen über „Exchange Traded Commodities“ (ETC) der BNP Paribas partizipieren, wobei die Ergebnisse in Euro wesentlich schlechter sind als in US-Dollar. Eine gute Alternative im Rohstoffsektor könnte in Zukunft das neue Swiss Commodities Index“-Zertifikat , das von dem Schweizer Vermögensverwalter Adrian Morger von der Falknis Wealth Management AG aus der Schweiz als Private Placement imitiert wurde und demnächst an der Schweizer Börse kotiert werden soll. Das Produkt hat im Backtest in den letzten 16 Jahren eine Rendite von über 30 Prozent pro Jahr nach Kosten erwirtschaftet.

Ripple der neue Star unter den Kryptowährungen

Starke Kurssprünge nach oben und unten machten zum Jahresbeginn auch schon wieder einige Kryptowährungen. Die von der Marktkapitalisierung bedeutsamsten Kryptowährungen sind immer noch Bitcoins, Ethereum und Ripples, die sich zu Jahresbeginn aber sehr unterschiedlich entwickelten. So erholte sich der Bitcoin nach dem Kurseinbruch im Dezember auf nunmehr 11.709 Euro. Er fiel damit aber 17,7 Prozent in einem Monat.

Etherum konnte in diesem Jahr bereits um über 70 Prozent im Kurs auf 1.089 Euro zulegen und in einem Jahr damit sogar um 11.219 Prozent. Ripple war der Top-Performer in einem Monat mit einem Plus von 325 Prozent auf 1,68 Euro. Anfang Dezember war er noch bei 0,24 Euro, was ein Plus von 600 Prozent bedeutet. In einem Jahr stieg der Ripple um über 5.400 Prozent, also weit mehr als der Bitcoin.

Es kann gut sein, dass der Ripple, der von einem US-Team entwickelt wurde und vornehmlich unter Banken angewendet wird, bald den Bitcoin als „Marktführer“ auch von der Marktkapitalisierung ablöst. Die gesamte Marktkapitalisierung beträgt jetzt etwas mehr als 500 Milliarden US-Dollar bei den Kryptowährungen, was in gesamten Finanzsektor noch ein sehr kleiner Betrag ist. Die ganz große Blase ist der von den Notenbanken imitierte Anleihen-Bubble, der wesentlich gefährlicher ist als der Hype um Kryptowährungen. Leider warnt hier die deutsche Finanzaufsicht BaFin nicht in erforderlichem Maß.

Wird der Bitcoin-Handel in China bald verboten?

Während es auf Bitcoins und Etherum schon Finanzprodukte gibt, ist dies bei Ripple leider noch nicht der Fall. Es wird aber nicht mehr lange dauern bis es den ersten Bitcoin-ETF geben wird. Der seit Dezember 2017 mögliche Handel der Bitcoins in Chicago an den Terminmärkten gestaltet sich noch sehr schwierig, weil es zu wenige Short-Seller gibt. So ist der Spread zwischen Ask und Bid noch sehr hoch.

Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder Gerüchte, dass China und auch Südkorea den Handel mit Bitcoins gänzlich verbieten wollen, und die Chinesen sind die Marktführer beim Mining-Prozess, also der Herstellung von Bitcoins. Wäre dies der Fall, würde der Bitcoin-Kurs sofort einbrechen und sich nicht mehr so stark erholen wie zuvor. Auch äußerte sich der russische Präsident Wladimir Putin zuletzt sehr kritisch gegenüber den Kryptowährungen. Er fordert mehr regulatorische Maßnahmen und mehr Transparenz, damit Kryptowährungen nicht von Terroristen, Kriminellen und Geldwäschern genutzt werden können.

(Andreas Männicke)


 


 

Bitcoin
US-Dollar
Ripple
Ethereum
Kryptowährungen
Aktienmärkte
Weltbörsen Goldpreis
Top-Performer
Russland
Moskauer Börse

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bitcoin" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: