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Altmaier unter Druck

Bürger wollen strenge Regeln für Fracking-Technologie

Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Politik aufgerufen, einen engen Rechtsrahmen für die Erdgasförderung mittels der umstrittenen Fracking-Technologie zu setzen.

Von Stefan Uhlmann

So sollte es für "wassersensible Gebiete" wie Wasserschutz- und Heilquellengebiete, Nationalparks und Naturschutzgebiete ein generelles Bohrverbot geben, mahnte VKU-Vizepräsident Michael Beckereit. Für die übrigen Projekte sollten Umweltverträglichkeitsprüfungen Pflicht sein.

Risiken sehe der Verband insbesondere bei den eingesetzten Chemikalien und deren Entsorgung, sagte Beckereit weiter. Daher sollten Wasserbehörden und Wasserversorger in die Genehmigungsverfahren unbedingt einbezogen werden. Beim Fracking wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in Gestein gepresst, um es aufzubrechen und Erdgas freizusetzen.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des VKU hatte ergeben, dass 79 Prozent der Befragten strenge Umweltauflagen befürworten. Die Skepsis zieht sich dabei durch alle Altersgruppe. Lediglich 14 Prozent wollen weniger harte Bedingungen, um diese Energiequelle möglichst gut nutzen zu können. Allerdings zeigte die Umfrage auch: 51 Prozent der 1.001 Befragten hatten von dieser Methode zur Gewinnung von Schiefergas noch nie etwas gehört, 49 Prozent ist sie ein Begriff.

Verbot für Trinkwasserschutzgebiete

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht derzeit nicht, dass irgendwo in Deutschland Fracking zur Anwendung kommt. Dennoch hatte der Minister zu Wochenbeginn angekündigt, das Fracking stark reglementieren zu wollen. In Trinkwasserschutzgebieten soll es verboten sein, für alle anderen Regionen soll es wesentlich strengere Voraussetzungen im Planungsrecht geben. Zugleich riet er der Industrie zur Selbstbeschränkung und appellierte an alle, vorerst keine Anträge zu stellen.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin reicht das nicht aus. Die Grünen forderten dagegen ein Moratorium für das Fracking.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) machte in dem Onlineportal klar: "Solange wir nicht zweifelsfrei wissen, ob Fracking keine Gefahr für das Grundwasser und damit für die Menschen in unserem Land mit sich bringt, wird es aus Schleswig-Holstein keine Zustimmung geben." Albig fügte hinzu: "Ich lasse keine giftigen Chemikalien in schleswig-holsteinischen Boden pumpen, ohne genau zu wissen, dass dies keine negativen Folgen hat."

(dapd)


 


 

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