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Crash-Prophet warnt

Kommt der Anleihencrash?

In einem Interview mit dem Anlegermagazin 'Börse Online' (Erscheinungstermin: 28. Januar) kritisiert der als Crash-Prophet bekannt gewordene Roland Leuschel den derzeit zur Wiederwahl stehenden US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke scharf.

Wie Bernanke seien zuvor schon Hitler und Stalin vom "Time Magzine" zum Mann des Jahres gekürt worden. Beide hätten "ein ziemliches Chaos angerichtet". Irgendwann werde man sagen, "Bernanke war verantwortlich für das Chaos, das wir demnächst sehen werden", mahnte Leuschel. Bernanke müsse die Zinsen "drastisch erhöhen", um die ausufernde Geldmenge zu verkleinern.

Weil die Politik von der Finanzlobby beherrscht werde, sei das jedoch nicht durchsetzbar. So mutige Leute wie Bernankes Vorgänger Paul Volcker, der die Zinsen Anfang der 1980er-Jahre um 18 Prozent erhöht hat, gebe es nicht mehr.

Anleihencrash wegen zu hoher Staatsverschuldung?

Laut Leuschel gehe die Welt aus diesem Grund "mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Anleihencrash zu". Es könne noch ein bis zwei Jahre dauern. "Aber ich befürchte, es geht schneller, als wir glauben." Leuschel begründet seine Sorge mit der "drastisch erhöhten Staatsverschuldung". Das Haushaltsdefizit der USA sei "gigantisch".

Wegen der "unverantwortlichen Politik der Notenbanken", die Geld in die Märkte pumpten, rechnet Leuschel mit steigenden Inflationserwartungen und auf dem Rentenmarkt mit steigenden Zinsen. Im Zuge des Anleihencrashs rechnet der Experte mit einem Aufschlag von fünf Prozent auf die Bondrenditen. Das entspreche dem Niveau des Anleihencrashs von 1993, als die Kurse um ein Drittel einbrachen. In den USA rechnet Leuschel mit einer Inflation von zehn Prozent und in Europa mit einer Teuerungsrate von fünf Prozent.

Leuschel: "Es wird zu sozialen Unruhen kommen"

Da sich die Staaten in Folge des Anleihencrashs keine Schulden mehr leisten können, werde in Zukunft "dramatisch gespart". In Folge werde es "zu sozialen Unruhen kommen", so seine Befürchtung im ' Börse Online'-Interview. Leuschel rechnet mit einer weltweiten Rezession von zehn Jahren. Er selbst hat 70 Prozent seines liquiden Vermögens in physisches Gold und Silber investiert. Auch für Aktien ist Leuschel skeptisch. Zum Jahresende sieht er den DAX bei 4.000 bis 4.500 Punkten.

(Redaktion)


 


 

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