Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Pro Köln-Funktionär ausgespäht

25-Jähriger wollte 2011 in Bremen Polizeibeamter werden

Einer der vier inhaftierten Salafisten, die ein Attentat auf den Chef der rechtsextremen Partei Pro Köln, Markus Beisicht, geplant haben sollen, stand 2011 unmittelbar vor dem Eintritt in den Polizeivollzugsdienst des Landes Bremen. Das berichtet die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung".

Ein Jahr lang hatte der im nordrhein-westfälischen Essen lebende Koray D. (25) laut Westdeutscher Allgemeiner Zeitung in dem kleineren Essener Schießsportverein "Snipers-Essen e.V.“ trainiert. Das Auswahlverfahren bei der Polizei hatte er zuvor erfolgreich absolviert. Daher hatte man ihm eine Einstellungszusage für Oktober 2011 gegeben. Kurz vor dem öffentlichen Vereidigungstermin mit Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) im Jahr 2011 habe er dann über seinen Schießsport-Verein eine Pistole vom Kaliber 9 Millimeter geordert und auf eine rasche Lieferung der Selbstladepistole gedrängt, berichtet die WAZ weiter.

Als Begründung hatte er nach Angaben der Bremer Polizei angegeben, dass die Waffe zur Wahrnehmung seines zukünftigen Berufes bei der Polizei dringend erforderlich sei. Die Polizei Bremen bekam dann über den Staatsschutz der Essener Polizei Wind davon. Die Erforderlichkeit der Waffe schätzte man bei den Gesetzeshütern der Hansestadt anders ein. Im Zuge einer in der Folge durchgeführten Observation in Nordrhein-Westfalen sollen sich dann laut Polizei Bremen Indizien erhärtet haben, dass Koray D. "dem extremistischen Milieu zuzurechnen" ist. Die Polizei Bremern reagierte daraufhin mit der Rücknahme der Einstellungszusage.

Weil sich ein konkreter Terrorverdacht nicht habe erhärten lassen, blieb Koray D. zwar auf freiem Fuß, musste seine Pläne für eine Karriere bei der Polizei aber aufgeben. Hieran änderte nach Angaben der Polizei Bremen auch der Gang vor ein Verwaltungsgericht nichts.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer dankte der Polizei für die Aufmerksamkeit bei Prüfung eines Bewerbers für den Polizeidienst. „Der Sorgfalt der Bremer Polizei und der guten Zusammenarbeit mit der Polizei in NRW und dem BKA“ sei es zu verdanken, dass einem Salafisten der Zugang zum Polizeiberuf habe verwehrt werden könne.  „Es darf Terroristen nicht gelingen, sich in die Polizei einzuschleichen“, so Mäurer. Der Vorgang zeige, wie wichtig ein zuverlässiges Kontroll- und Überprüfungsinstrumentarium für die Einstellung von Polizeibeamten sei.

Scharfe Waffe und Sprengstoffgemisch gefunden

Als ein Spezialeinsatzkommando am Dienstag in Bonn jene Wohnung eines Salafisten stürmte, in der sich der 25-Jährige aufhielt, hatte Koray D. nach WAZ-Angaben eine scharfe Waffe vom Kaliber 7,65 Millimeter  in seiner Hose stecken. In der Wohnung fanden Ermittler nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft 600 Gramm eines in Heimarbeit herstellbaren Sprengstoffs und eine Liste vor, in der unter anderem die Namen von Bewerberinnen und Bewerbern für die Landesliste der rechtsextremen Partei Pro NRW aufgeführt waren.

Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen wegen des Verdachts eines geplanten Attentats auf den Vorsitzenden der Partei Pro NRW an sich gezogen. Die Ermittlungen führte zuvor die Staatsanwaltschaft Dortmund. Die Bundesanwaltschaft beauftragte zeitgleich die Staatsschutzstelle des Bundeskriminalamtes mit den kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Laut ersten Ermittlungen werden die Festgenommenen als eine inländische terroristische Vereinigung radikal-islamistischer Prägung nach dem Anti-Terror-Paragraphen § 129a Abs. 1 des Strafgesetzbuches behandelt. Sie sollen sich zur Begehung von Sprengstoff- und Sxchusswaffenanschlägen zu einer konspirativen Gruppierung zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel war es demnach Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW zu verüben. Hierzu sei unter anderem das Umfeld von Pro NRW-Chef Markus Beisicht ausgespäht worden.

Aktualisiert: 20.3.2013

(Redaktion)


 


 

Ermittlungen
Polizei Bremen
Koray D
Angaben
Partei
Pro NRW
Pro Köln
Salafist
Bremen
Bonn
Polizeibeamter
Bewerberinnen
Bundesanwaltschaft
Karlsruhe
Einstellung
Waffe
Markus Beisicht
rechtsextrem

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Polizei" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: